Kater kastrieren - Ja oder Nein?






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Kater kastrieren - Ja oder Nein?

Autor: Tania69 | Erstellt am: 26.09.2013 | Gelesen: 1110
Kategorie: Natur - Tiere & Pflanzen | Bewertung: rateArateBrateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Seinen Kater kastrieren zu lassen, kann zahlreiche Vorteile, aber auch einige Nachteile beinhalten, die es gut abzuwägen gilt.

Kater kastrieren lassen?
Kater kastrieren lassen?

Als Kastration wird das operative Entfernen der Keimdrüsen verstanden. Bei einem Kater sind dies die Hoden. Zahlreiche Katzenbesitzer sind der Ansicht, dass eine Kastration des Katers "gegen die Natur" und deshalb als Tierquälerei zu verachten sei. Schließlich wird dem Kater auf diese Weise sein Geschlechtstrieb genommen. In Wahrheit trägt jedoch eine Kastration zum Tierschutz bei.

Tierschutzvereine befürworten Kastration

Denn geschlechtsfähige Kater tragen zur teils unkontrollierten Vermehrung der Rasse bei. Dabei leben bereits heute unzählige Kater auf den Straßen oder in Tierheimen, weil ihnen kein Zuhause geboten werden kann. Vor allem im Frühling steigt die Zahl der herrenlosen Kater überproportional an. Viele streunen entlang der Gassen, holen sich dabei teils lebensbedrohliche Krankheiten ein oder werden gar von einem Auto überfahren. Auf diese Weise versterben jedes Jahr hunderte von Katzen. In nur zehn Jahren kann ein Katzenpärchen theoretisch bis zu 80 Millionen Nachkommen zeugen! Es ist dabei unmöglich, einer solchen Anzahl von Katzen ein schönes, artgerechtes Zuhause mit liebenswerten Menschen und ausreichend Futter anzubieten. Wer seinen Kater kastrieren lässt, hat den Tierschutz auf seiner Seite. Dieser befürwortet die Kastration, weil dadurch einerseits weniger kranke, abgemagerte und heimatlose Tiere ein unwürdiges Leben führen müssen. Andererseits können sich die Tierschutzvereine dadurch viel intensiver und besser um einzelne Katzenschicksale kümmern.

Eine Kastration macht das Kater Leben lebenswerter

Auch aus weiteren Gründen ist es empfehlenswert, seinen eigenen Kater kastrieren zu lassen. Nicht vergessen werden darf etwa, dass der Geschlechtstrieb für den Kater Stress bedeutet. Hierdurch werden die Abwehrkräfte geschwächt, weshalb das Tier anfälliger gegenüber bestimmten Erkrankungen wird. Auf der Suche nach einer Partnerin können Kater sehr weite Strecken zurücklegen. Hierbei stecken sie die Grenzen ihres Reviers immer weiter ab. Sie überqueren dabei Wälder und Straßen, streunen umher, sind unkonzentriert und unaufmerksam. Damit steigt die Gefahr eines Jagd- oder Autounfalls. Hinzukommen können aggressive Revierkämpfe, die mitunter lebensbedrohliche Wunden und Abszesse hinterlassen. Über die Wunden können schwere Krankheiten wie FIV oder FeLV übertragen werden. Lassen Sie Ihren Kater kastrieren, steht diesem ein ruhigeres und gesünderes Leben bevor, zumal zahlreiche triebgesteuerte Verhaltensweisen entfallen. Dadurch werden die Tiere teils deutlich älter. Denn der Kater kann sich nun ausschließlich auf das Spielen, Kuscheln, Erkunden, Schlafen sowie die Futteraufnahme konzentrieren. Darüber hinaus verzichtet der Kater in den meisten Fällen auf seine unangenehm riechenden Markierungen und empfindet kaum noch das Bedürfnis, im Freien langwierige Ausflüge unternehmen zu müssen. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich überwiegend der Jagd, dabei verkleinern sie ihren Aktionsradius und sind häufiger Zuhause anzutreffen. Wenn Sie Ihren Kater kastrieren lassen, ist dieser gegenüber Artgenossen weniger launisch und aggressiv. Die anderen Katzen werden hierdurch weniger belastet, was auch zu Ihrer eigenen Entlastung beiträgt.

Der ideale Zeitpunkt für den Eingriff

Der optimale Zeitpunkt um einen Kater kastrieren zu lassen hängt davon ab, ob dieser bereits geschlechtsreif ist, wie sein Gesundheitszustand ausschaut und ob dieser Freilauf hat. Zahlreiche Ärzte empfehlen, zwischen dem achten und zehnten Lebensmonat, also nach Eintritt der Geschlechtsreife, den Kater kastrieren zu lassen. Nicht wenige Tierheime und -ärzte sind von der Frühkastration überzeugt. Hierbei wird der Kater bereits mit etwa vier bis sechs Monaten und somit noch vor Eintritt seiner Geschlechtsreife kastriert. Eine Frühkastration hat den Vorteil, dass sich eine unerwünschte Trächtigkeit mit absoluter Sicherheit vermeiden lässt, was gerade bei Freigängern mit viel Kontakt zu potenten Artgenossen ausschlaggebend sein kann. Jüngere Tiere sollen laut Untersuchungen derartige Eingriffen auch schneller und besser vertragen. Kritiker sind dagegen der Ansicht, dass eine Frühkastration die weitere Entwicklung behindert, was sich in der Größe des Katers sowie in einer mangelnden Ausbildung der Harnwege bemerkbar machen könnte. Zudem würde kein katertypisches Aussehen mit markantem Kopf entstehen und auch das Verhalten könnte negativ beeinflusst werden. Tierärztliche Langzeitstudien konnten diese Vermutungen allerdings nicht belegen, teilweise aber sogar widerlegen. So konnten keine negativen Einflüsse auf Körperwachstum oder Durchmesser der Harnröhre festgestellt werden. Eine spätkastrierte Gruppe wies dagegen einige Tiere auf, die als überdurchschnittlich aggressiv auffielen. Weil die Entwicklung des Katerkopfes nachweislich genetisch bedingt ist, spielt eine Kastration in diesem Zusammenhang auch keine Rolle.

Nicht mehr als ein Routineeingriff

Acht bis zwölf Stunden vor dem Eingriff darf der Kater nichts fressen, sondern ausschließlich Trinkwasser zu sich nehmen. Schließlich könnten während der Narkose Mageninhalte in die Lunge gelangen, zumal die Schluckreflexe in dieser Zeit erlahmt sind. Überlegenswert ist, ob der Kater gleichzeitig nicht auch noch gechippt oder eine Zahnreinigung erfahren sollte. So kann dem Tier ein weiterer stressiger Eingriff erspart werden. Die Kastration stellt heutzutage einen kleinen Routineeingriff dar, bei dem der Hodensack aufgeschnitten und der Samenstrang abgebunden wird. Bereits innerhalb von 20 Minuten kann der Tierarzt den Kater kastrieren. Die Kosten für eine Kastration belaufen sich auf ungefähr 60 Euro. Auf dem Markt sind Katzenkrankenversicherungen erhältlich, die einen Zuschuss von 50 Euro gewähren, wenn Sie Ihren Kater kastrieren lassen. In den meisten Fällen ist diese Leistung allerdings ausgeschlossen. Unabhängig davon, ob Sie Ihren Kater kastrieren lassen, springt eine Katzenkrankenversicherung in zahlreichen weiteren Fällen ein. Unter diesen befinden sich Eingriffe, die teils deutlich teurer als eine Kastration sind, über eine Katzenkrankenversicherung jedoch in der Regel gedeckt sind. Eingriffe im Bereich der Osteosynthese sowie Operationen am Herzen, können ebenso wie eine Meniskusresektion oder Discopathie-Operation weit über 300 Euro kosten. Bei Wirbelfraktionen, Magen-/ Darmresektionen sowie schwierige Frakturen verlangen Tierärzte nicht viel weniger. Die Höhe der Kosten richtet sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Eine Katzenkrankenversicherung übernimmt bis zu 100% der Operationskosten sowie der Aufwendungen für Medikamente, Verbandsmaterial und Diagnostik.

Was es nach der Kastration zu beachten gilt

Um die Zeit nach dem Eingriff so angenehm wie möglich zu gestalten, sollte dem Kater ein warmes, ruhiges und ebenerdiges Ruheplätzchen angeboten werden. Eine Wärmeflasche wird zumeist gerne angenommen. Frisches Wasser und das Katzenklo sollten in Reichweite sein. Erst wenn das Tier nicht mehr benommen wirkt und sich normal bewegt, steht einer Fütterung nichts mehr im Wege. Andernfalls besteht die Gefahr des Erbrechens oder Verschluckens. Äußerst wichtig ist, dass der Katzer nicht an seiner Wunde leckt oder knabbert. Andernfalls könnte diese aufreißen oder sich entzünden. Notfalls muss der Kater mit einer Halskrause ausgestattet werden. Freigänger sollten einige Tage daheim gehalten werden, da draußen sonst schnell Schmutz in die Wunde gelangen könnte.

Wenn Sie sich dazu entscheiden, Ihren Kater kastrieren zu lassen, handeln Sie zweifelsohne verantwortungsbewusst. Auf diese Weise bleibt vielen Tieren ein unglückliches und unwürdiges Leben erspart. Stattdessen lässt sich der Kater nicht länger von seinen Trieben leiten, sondern kann sich liebgewonnenen Beschäftigungen wie Jagen und Spielen widmen. Ferner kann er leichter mit Artgenossen gehalten werden. Vor dem Eingriff selbst brauchen Sie sich nicht zu fürchten, zumal das Kater kastrieren heute einen kostengünstigen Routineeingriff darstellt.

Autor: Tania Dählmann, Verbraucher-Forum Versicherungsmakler e.K. Stadthagen

Foto: Fotalia.de

 
 
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