Wein und Kastanien - Herbsturlaub mit Törggelen in Südtirol
Entstehungsgeschichte des Törggelen
Dass das Törggelen im Eisacktal seinen Ursprung hat, ist unbestritten. Wie es zu diesem schmackhaften Brauch kam, gibt es drei Theorien. Die einen gehen davon aus, dass es der Abschluss eines Tauschgeschäftes war: Die Weinbauern brachten Ihre Tiere während der Sommermonate auf die Almen der Bergbauern. Ein Bauernschmaus im Herbst war der Dank und die Bezahlung für das Hüten der Tiere. Andere gehen davon aus, dass das Törggelen der Abschluss der Erntesaison war, bei dem mit allen Erntehelfern gemeinsam das Resultat der Ernte gekostet wurde. Und die dritte Methode besagt, dass Weinhändler aus ganz Tirol nach Südtirol reisten, um Weine zu verkosten und sich dem Jahresvorrat einzudecken. Damit bei der ganzen Weinkost der Alkohol nicht zu schnell als Sieger hervorging, wurde ein kleines Essen gereicht. Natürlich kann es bei dieser Theorie aus so sein, dass das Essen eine kleine Bestechung war, um den besseren Eindruck gegenüber dem Käufer zu machen.
Wein und Kastanien
Wein und Kastanien sind die wichtigsten Elemente beim Törggelen. Alles andere ist Dekor herum. Kastanien waren in der Vergangenheit ein wichtiger Bestandteil in der Ernährung, sie dienten unter anderem als Brotersatz. Die kulinarische Nutzung der Kastanie wurde von den Klöstern überliefert, welche wohl auch die Frucht aus dem Mittelmeerraum nach Südtirol brachten. Dass die Benediktinerpater kulinarisch sehr aufgeschlossen waren, ist hinlänglich bekannt. Und dass geröstete Kastanien ein kulinarischer Hochgenuss sind, das dürfte jedem bekannt sein, der sie einmal genossen hat.

Törggelen heute
Heute ist das Törggelen vielseitig und wird fast überall angeboten. Die Zeiten sind vorbei, als es nur in Buschenschänken, also Weinhöfen, angeboten worden ist. So gehen heute teilweise die alten Traditionen verloren, der Wein rückt in der Hintergrund, das Essen stammt vielerorts nicht aus eigener Produktion, mit raffinierten Besonderheiten versuchen sich einige hervorzutun. So kann es schon sein, dass das Törggelen bereits im September angeboten wird, wenn die Trauben noch lange an den Reben hängen. Und es kann durchaus sein, dass das Törggelen auf hochgelengen Almen oder in kühlenden Gegenden angeboten wird, wo Weinstöcke noch nicht einmal im Gewächshaus eine Überlebenschance haben. So rückt das zentrale Thema des Törggelen, das Verkosten des "Nuien" in der Hintergrund. Trotzdem: Törggelen in Südtirol ist ein Brauch für Genießer, und es mobilisiert Einheimische und Feriengäste gleichermaßen. Es hat mehr denn je seine Berechtigung. Und es ist eine Tradition, die sich anpasst. Weitere Infos auf: www.suedtirol-travels.com