Einmal im Jahr wird in vielen deutschen Städten der Höhepunkt einer so genannten „fünften Jahreszeit" gefeiert: Für wenige Stunden bis hin zu einigen Tagen werden dann die Innenstädte von farbenfrohen, feiernden und schunkeldenen Menschenmassen belagert, die den Karneval, Fasching oder Fastnacht - je nach Region unterschiedlich benannt - feiern. In Karnevals-Hochburgen, wie Köln, herrschen regelrecht Ausnahmezustände während der knapp 6 Tage des offiziellen Straßenkarnevals, in anderen Gebieten Deutschlands geht es wesentlich ruhiger zu und man feiert nur einige Stunden.
Karneval ist unter anderem das Fest des Verkleidens und Kostümierens. Gerade für die Kinder bedeutet Karneval vor allem Verkleiden, Schminken, Bonbons beziehungsweise Kamelle sammeln und Spaß haben. Dem Karnevalskostüm wird da natürlich in den Tagen vor dem großen Fest viel Aufmerksamkeit geschenkt. Und zwar sehr zum Leiden mancher Eltern, die ihre kleinen Piraten, Hexen oder Polizisten des Öfteren zu unzähligen Geschäften fahren dürfen, damit auch alle Utensilien à lá Säbel, Pistole und Zauberstab pünktlich eingekauft sind und man sich frohgemuts in den Kamelle-Hagel stürzen kann.
Karnevalskostüme und Faschingskostüme für Jung und Alt werden heute nur noch selten in Gänze von fleißigen Müttern oder Ehefrauen von Hand genäht. Discounter bieten heute eine recht günstige Alternative, allerdings kann bei der Anschaffung eines Kostüms pro Kopf pro Jahr schon die eine oder andere Summe in der Familie zusammenkommen. Es gilt deshalb stets, die Kostüme der vergangenen Jahre fleißig aufzubewahren und die Elemente von Kostümen auch der anderen Familienmitglieder vergangener Jahre zu kreativen Modellen für die aktuelle Session zu kombinieren. Gerade in Hochburgen des Karneval, wo man mehrere Tage lang feiert und quasi täglich ein neues Kostüm benötigt, bietet sich diese Form der Kostümvariation und -Kombination an.
Ebenso kann man aus bestehender Alt-Garderobe Karnevalskostüme und Faschingskostüme zusammenstellen oder ergänzen. Beispiel Hexenkostüm: Als Hose dienen ein Paar alte, vielleicht sogar schon zerrissene Strümpfe, den Oberkörper bedeckt ein schlichter Pullover mit diversen Accessoires, wie abgestorbene Blätter, oder Efeu. Ein Muss für alle Hexen ist natürlich ein Besen. Diesen entweder aus dem häuslichen Equipment nehmen oder notfalls kaufen. Dann können noch die Haare gefärbt, das Gesicht geschminkt, Warzen aufgeklebt und ein kleiner Stock oder Stab als Zauberstab benutzt werden. Fertig ist ein günstiges Karnevalskostüm.
Die weniger Egagierten Verkleidungsjecken bedienen sich in der Regel an kleineren „Kostümen". Beispielsweise falsche Nasen, Masken, Perücken, Teufelchenhörner oder ein paar gefärbte Strähnchen, reichen vielen vornehmlich Feierwütigen völlig aus.
Kurt Larsson