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Kapitalismus: Kybernetik zur Produktion von 80 Prozent Armut. (T. 2, 45)

Autor: WolfgangSchwalm | Erstellt am: 18.08.2010 | Gelesen: 700
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Warum ist Malawi (Afrika) arm und Deutschland (Europa) reich?

Mitsu tomoe: Sonne, Himmel, Erde, Mensch
Mitsu tomoe: Sonne, Himmel, Erde, Mensch
Wirtschaft (Ökonomie) funktioniert im wesentlichen ganz einfach, mag manch interessierte Geist denken: Lust und Frust (Emotionen) verursachen Angebot und Nachfrage, diese führen zu Mangel und Überfluss, verbunden mit dem Wertmaßstab Geld zu Reichtum oder Armut,..., aber da war doch noch etwas,..., richtig: Gewinn + Verlust (Bilanz)?! Welt- (Makro-), Volks- (Meso-) und Betriebs- (Mikro-) Wirtschaft (Ökonomie) sind in ihrer Komplexität schon nicht mehr so leicht zu verstehen. Ich versuche in 2 Artikeln eine verständliche Beschreibung, incl. Kapitalismus-Kritik.

Ökonomie-Kritik:

  1. Die Betriebs-Wirtschaft bewertet in ihren Bilanzen (Aktiva vs. Passiva, Doppelte Buchführung) keine Softfacts. Ein alter Schemel (Hardfacts) wird steuerlich berücksichtigt. Wenn sie, mit ihrem know do (Softfacts) in Rente gehen interessiert das …? Das know do interessiert nicht das Finanzamt!
  2. Die Betriebs- und Volkswirtschaft bewertet in ihren Bilanzen nicht den Naturverbrauch. Alles kosten-los, aber möglichst nichts umsonst (Effizienz-Prinzip). Luft: kostet nichts. Wasser: kostet wenig. Nur die Entsorgung (Atommüll) interessiert: weil die manchmal unbezahlbar ist. Fragen sie die Münchener Rück (Versicherung) was Umweltschäden und deren Folgen kosten.
  3. Der Staat macht es anders (Kameralistik): Beim BSP (Brutto-Sozial-Produkt) führen auch Schulden zu einem Vermögenszuwachs … Äh, wie? Richtig: Schulden sind Gut-Haben …! Staatsverschuldung funktioniert anders.

Gehen sie damit bloß nicht zu ihrer Bank! Sie sind mit ihrem Konto z. B. mit 1 000 € im Minus (rot). Jetzt sagen sie ihrer Bank: „Macht daraus ein Plus (schwarze Zahl!" Nee, lieber nicht, vergessen sie das ganz schnell! Also: Der Staat macht einen Finanz-Plan, erst dann besorgt er sich dafür das Geld(-Bedarf, Kredit) plus Zinsen ein. Er weiß ja woher er das Geld nimmt: Steuern, Gebühren und Beiträge heißen die 3 Einnahme-Arten. Und er nimmt sie von … richtig: … IHNEN liebe(r) LeserIn ...

Sie verstehen das aber haben kein Verständnis dafür … das verstehe ich.

(Zu 1. - 3. auch meine früheren Aufsätze hier bei online-artikel.de)

Der Welt-Wirtschafts-Prozess:

Industrien etc. > Staat > Börsen (Spieler und Spekulanten: Börse ist Psychologie) > Märkte

Einlass:

Der Begriff Rheinischer Kapitalismus[Adenauer, CDU] wurde von dem französischen Wirtschaftswissenschaftler und Versicherungsmanager Michel Albert1991 mit seinem Buch Kapitalismus contra Kapitalismus geprägt. Er stellte diesen als Kapitalismusmodell dem „neo-amerikanischen" Modell der kapitalistischen Marktwirtschaft gegenüber, das von den Regierungen Ronald Reagans und Margaret Thatchers umgesetzt wurde. Während diese mehr vom Gedankengut Friedrich von Hayeks und Milton Friedmans geprägt sei, besitze laut Albert der Rheinische Kapitalismus, insbesondere in seiner deutschen Version der Sozialen Marktwirtschaft, [Ludwig Erhards] sozialstaatliche Einrichtungen. Albert beschreibt das rheinische Modell als gerechter, effizienter und weniger gewalttätig. Gleichwohl bewirkten die hohen Verdienstmöglichkeiten für Einzelne sowie komplexe psychologische Phänomene und die Berichterstattung in den Medien, dass das amerikanische Modell als das attraktivere und dynamischere erscheine. [Gleiche Chancen (USA) vor Gleichmacherei (D)]

Zum Rheinischen Kapitalismus gehört laut Albert, dass [früher] eher die Banken und weniger die Börsen das Finanzgeschehen bestimmten,

die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen a] Banken und Unternehmen sowie b] Banken und Investment-Gesellschaften,

eine ausgewogenere Machtbalance zwischen Anteilseignern [Kuponschneider] und Management,

die Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, durch die duale Berufsausbildung [Menschen werden der Industrie angepasst] besser ausgebildete und loyalere [sich selbst ausbeutende] Belegschaften,

eine stärkere staatliche Regulierung wirtschaftlichen Handelns (Markt-Regulierung) [-Steuerungen] und schließlich vor allem in der Bevölkerung geteilte Werte bezüglich einer egalitäreren [Gleichmacherei statt gleiche Chancen] Gesellschaft und der Wahrnehmung gemeinschaftlicher Interessen [Die des Bürgertums!].

Nach Albert unterscheiden sich die Märkte in beiden Modellen nicht (mit Ausnahme der Religionen [rheinisch-katholisch, amerikanisch-calvinistisch/-protestantisch]) bezüglich der als nicht handelbar eingeschätzten Güter. Erhebliche Unterschiede liegen jedoch in der Einschätzung der handelbaren und der gemischten (bedingt handelbaren) Güter.

  1. Religionen sind im rheinischen Modell nicht handelbare Institutionen, während sie in den USA zunehmend wie gemischte Institutionen geführt würden.
  2. Unternehmen sind im neo-amerikanischen Modell eine Ware wie jede andere während sie im rheinischen Modell halb als Gemeinschaftsbesitz angesehen würden.
  3. Arbeitsentgelte, welche im neo-amerikanischen Modell stark von Marktschwankungen abhingen, bezögen sich im rheinischen Modell auf die Produktivität der Empfänger.
  4. Wohnungen sind neo-amerikanisch Handelsgüter, rheinisch gemischte, welche durch sozialen Wohnungsbau subventioniert würden.
  5. Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) würde zwar auch in den USA durchaus reguliert, sei aber mehr ein freies als ein gemischtes Gut.
  6. Medien seien in den USA traditionell kommerziell. Während im rheinischen eine Bewegung hin auf ein freies Gut stattfände, sei in den USA eine genau gegenteilige Tendenz beobachtbar.
  7. Das Bildungswesen unterläge im neo-amerikanischen klar den Marktgesetzen.
  8. Gesundheits- und Rechtswesen: Hier würden im rheinischen die Freien Berufe, vor allem Ärzte und Anwälte darauf ausgelegt, ihre Mitglieder vor Bedürftigkeit zu bewahren, damit sie sich frei und uneigennützig dem Dienst an der Allgemeinheit widmen könnten. Der Dienst sei mehr eine Ehre, das Honorar habe daher den Charakter eines Ehrensoldes und nicht eines Entgeltes.Quelle: wikipedia.de, Auszug, [Autor]

Es gibt inzwischen weltweit die Real-Märkte und Symbol-Märkte.

1. Symbol-Markt, Börsen (´Zockerbuden´): Bis zu 90 % weltweiter Kapital-Umschlag per Internet in wenigen Sekunden – Steuerfrei!

1.1 ´Heuschrecken´

2. Real-Markt, Unternehmen usw.: Weltweite Wert-Schöpfungs-Ketten der Rohstoffe-Wissen-Finanzierung-Produktion-Veredelungs-Kette – bis zu 90 % Steuern.

2.1 Unternehmer oder Manager, Arbeitnehmer

2.2 Shareholder Value.

Über die Banken und deren Kapital sind beide Märkte verbunden. Das Problem: Geld das in Sekunden verspekuliert (´Geld verdient Geld´) wird fehlt den Ernten und Produktionen, weil hier meist deutlich höhere Risiken über längere Zeit eingegangen werden müssen.

Kasino-Kapitalismus ist ein Begriff für krisenanfällige globalisierte Finanzmärkte, die sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, indem die Funktion der Finanzierung von Wertschöpfung gegenüber hoch spekulativen Finanzmarkttransaktionen in den Hintergrund getreten ist. … Begriff an die Analyse der Börsenspekulation durch John Maynard Keynes (1883-1946) aus dem Jahr 1936 an. Keynes hatte sich darin auch der Analogie zum Spielkasino bedient. ... wird auch als politisches Schlagwort verwendet. ... als abwertende Bezeichnung für ein „hoch risikoreiches Geschäftsgebaren mit dem Effekt einer globalen Finanzkrise" gebraucht.

Finanzmarkt-Kapitalismus ist ein sozialwissenschaftlicher Begriff, der einen neueren Typus von Kapitalismus kennzeichnet, in dem die Finanzmärkte einen wachsenden Einfluss auf die Realökonomie ausüben. ...

Die protestantische Ethik und der ‚Geist' des Kapitalismus ist ein Werk von Max Weber, ... neben Webers Schrift Wirtschaft und Gesellschaft zu seinen international wichtigsten Beiträgen zur Soziologie und ist ein grundlegendes Werk der Religionssoziologie.Quelle: wikipedia.de, Auszug, [Autor]

Das Kapitalismus-Problem: Roh-Stoffe werden auf verschiedene Arten durch Spekulations-Gewinne an Börsen durch Spekulanten (Kuponschneider) in Sekunden deutlich teurer und gelangen dann erst auf die Welt-Märkte. Gewettet wird an den Börsen mit allem auf jede Art: therms, winner or loser, have or leave, ...

In Malawi kostet z. B. ein einheimisches Huhn mehr als ein aus Europa importiertes – nur Filets. Dafür sorgen die Uno (UNCTAD ) und andere Organisationen (EU usw., die z. B. auf afrikanische Waren 30 % Import -Zoll (Steuern) erheben. Während Israel in der von der EU 40 % Zollvergünstigung bekommt, gehen die Palästinenser hier leer aus.

So werden die weltweite Armut mit ihren Millionen Toten durch imperiale Regierungen wissentlich in Kauf genommen. Jeder Reichtum eines Spekulanten basiert auf der bewussten in kauf nahme von Armut, Elend und Tod auf der anderen Seite der ´Balken-Waage´. Reis und Mehl usw. werden an Warenterminbörsen so teuer spekuliert (neben der Geißel Kredit-Zinsen und Zinses-Zins für die Saat und Ernte), das Millionen Menschen 2009 weltweit zusätzlich hungern mussten. Aufstände von hungernden moslemischen Ägyptern als Rache amerikanischer Spekulanten für den 11. September 2001?

Hier die Spiel-Regeln:

  • In Sekunden werden, zu einem bekannten Zeit-Punkt, die Einkaufspreise bestimmter Produkte in die Höhe getrieben.
  • Oder wie im Sommer 2010 wird auf dem Welt-Markt Kakao gezielt gehortet. Vor Weihnachten, wenn die Nachfrage am höchsten ist, wird zu einem maximalen Preis der Kakao verkauft.

  • Unsere Ölfirmen spielen dieses Spiel mehrmals im Jahr mit den Benzin-Preisen vor Feiertagen oder Schulferien.

  • Oder Energie-Lieferanten koppeln Gas– an Öl-Preise.

  • 4 Strom-Lieferanten beherrschen Deutschland wie die Alliierten 1945.

Steigen die Preise für Roh-Stoffe wie Öl und Holz verdienen auch daran evt. Leute die noch nie arbeiteten. Schade das ich nicht mehr lebe wenn weltweit um die letzten Tropfen Öl gestritten wird. Das wird ein schönes ´Massaker´ an den Börsen. View life by YouTube ...

Gründen Deutsche Banken, die 25 bis 46 % Reingewinn per Anno erzielen, für diese Spiele Tochterfirmen im Ausland? Man will ja zu den Guten gehören. Gegen die Aufständischen liefern wir deutsche Waffen aus z. B. BW. Wir kaufen Splitterbomben und Körper-Scanner praktischerweise von einem Anbieter – und für den Notfall verdienen wir auch noch am Verbandszeug. Sollte Malawi nicht genug Geld haben: Nutzen Sie unseren bequemen Raten-Kredit. Wenn Sie über Roh-Stoffe verfügen haben sie Sicherheiten. Bitte hier unterschreiben ...

Das war ja beim Vietnamkrieg auch schon so. Bravo, Hauptsache Exportweltmeister. Und geistig bewegliche Klerikale, Professoren, Journalisten und Politiker usw. reden uns alles schön (Euphemismen, politikal korektnes)! Sie liefern jedes Gutachten und jede Statistik, wenn das Wunsch-Ergebnis vorher klar ist. Den Elendsbildern wird massenhaft Tittitainment entgegengesetzt. Und Bier (Hopfen macht müde) ist selbst für Hartz 4-Empfänger erschwinglich. Hauptsache es herrscht Ruhe im Land! Eine Fassette unserer schönen neuen Welt.

Ich empfehle ergänzend Jan Zieglers ´Raubtierkapitalismus´ zu lesen. (www.bessereweltlinks.de)

Bevor ich´s vergesse: Deutschland ist reich weil diese Spiele nach unseren Regeln, mit unserem Geld, in unserer Sprache und mit unserem know how gespielt werden. Und wir haben viele Verbündete die schon früher kolonialisierten und missionierten. Auch hatten wir die besseren Waffen.

Idee: Wie ist es, wenn in 50 Jahren die Welt-Ökonomie mittels der Chinesischen Schrift, dem Chinesischen Geld an der Pekinger Böse, statt Wall Street und englisch, stattfindet?

Heimspiele sind etwas leichter zu gewinnen. Deshalb hatte Malawi nie eine echte Chance gegen Deutschland.

Nachtrag:

Meldung von heute sinngemäß, China hat Japan als Wirtschaftsmacht überholt!

Übrigens, die Rohstoffe die schon heute knapp werden hat sich China in Afrika schon vertraglich gesichert, während wir mit unserem Geld fleißig zocken.

Abschluss:

Bekanntlich leben wir in einer Demokratie (Gesellschaftsform) (die Chinesen in einer Diktatur) mit Gewaltenteilung und Volk-Vertreter (theoretisch). Erinnern wir uns: Die Ur-Demokratie war eine Diktatur. Die nichts tuenden Herrschenden (nur Männer) bedienten sich der arbeitenden Sklaven. Frauen galten nichts. In unserer heutigen ´Demokratur´ sind wir fast wieder dort angekommen. Wessen Gewissen kann, bei z. B. Abgeordneten-Fraktions-Zwang und Parteien-Herrschaft, noch die Wahl unserer Politiker in 17 deutschen Parlamenten verantworten? Bemüht sich die/der Abgeordnete die sie vertritt und fragt was sie/er für sie tun kann? Richtig: Es interessiert sie/ihn nicht!

Wolfgang Schwalm (wwwschwalm@googlemail.com)
 
 
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