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(Online-Artikel.de) - Die US-Navy setzte im zweiten Irakkrieg auch sogenannte Kampf-Delfine ein.
Kampf-Delfine Als bekannt wurde, dass das US-Militär im zweiten Irakkrieg auch
sogenannte „Kampf-Delfine" einsetzte, geriet ein fast vergessenes Thema
für kurze Zeit ins Rampenlicht des öffentlichen Interesses: Der Einsatz
von Tieren im Krieg.
Im Frühjahr des Jahres 218 v. Chr. führte Hannibal eine gewaltige Armee
mit Elefanten durch Spanien und Gallien über die Alpen, um Rom
anzugreifen. Vor und nach ihm wurden Tiere in der Menschheitsgeschichte
in zahllosen Kriegen missbraucht - Pferde, Hunde oder Kamele. Nach dem
Ende des Feldzuges in Afghanistan wurden speziell ausgebildete
Suchhunde aus Deutschland und Belgien zum Aufspüren von Minen
eingesetzt. Ein nicht ganz ungefährlicher Job, aber die Tiere können
selbst kaum zu entdeckende Minen aus Plastik anhand des Geruchs des
Sprengstoffs erschnüffeln.
Von ganz anderem Kaliber war da schon der Einsatz von Delfinen und
Seelöwen im letzten Irakkrieg, fast zweitausend Jahre nach Hannibals
gewagter Alpenüberquerung. Die als „Soldaten der Meere" ausgebildeten
Kampf-Delfine können feindliche Taucher töten und See-Minen aufspüren.
Doch abgesehen von dem mehr als fragwürdigen militärischen Wert
derartiger „Waffen" sind Ausbildung, Transport und Einsatz für die
intelligenten Meeressäuger äußerst belastend, nicht wenige überleben
die harte Ausbildung nicht.
Seit 1959 trainiert die US-Navy wild gefangene Delfine für militärische
Zwecke und setzte sie erstmals in der Bucht von Cam Ranh im
Vietnamkrieg ein. Die mit speziellen Nasenwaffen ausgerüsteten
Meeressäuger sollten dort feindliche Taucher töten. Kampf-Delfine
gehörten zu Zeiten des Kalten Krieges zu einem der bestgehüteten
militärischen Geheimnisse, um das ein regelrechtes Wettrüsten zwischen
der USA und der UdSSR ausbrach. Während die etwa 120 russischen
Kampf-Delfine nach dem Zusammenbruch des Sowjetreichs grösstenteils
verkauft wurden, setzte die USA die Tiere unter anderem im Golfkrieg
1991 und im Jahr 2000 bei einem NATO-Manöver in der Ostsee ein. Auch
die Marine von Indien soll Kampf-Delfine besitzen, die gezielt Minen an
feindlichen Schiffen anbringen können. Die Militärs machen sich dabei
die Neugierde und das ausgeprägte Ortungsvermögen der Tiere zunutze.
Hat der Kleinwal ein verdächtiges Unterwasserobjekt entdeckt, kann er
es mittels einer Sonde markieren oder er schwimmt an die Oberfläche und
gibt durch Zeichen zu verstehen, was er entdeckt hat. Als Belohnung
gibt es etwas zu fressen.
Für den Delfin „Takoma" war der Irakeinsatz nach nur zwei Tagen
allerdings schon wieder zu Ende. Der 22 Jahre alte Große Tümmler
verschwand angeblich gleich bei seiner ersten Mission. Vielleicht war
„Takoma" auch zu neugierig und wurde von einer Mine zerrissen. Ob
entkommen oder getötet, das Ergebnis bleibt gleich. In der freien
Wildbahn hat „Takoma" so gut wie keine Überlebenschance. |