Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Wenn Stress und Probleme im Alltag zuschlagen oder das Wetter auf das Gemüt schlägt, greifen viele Menschen zu Johanniskraut. Vor über 2000 Jahren begann die Erfolgsgeschichte von Johanniskraut, deren lateinischer Name „hypericum perforatum" lautet. Zu dieser Zeit waren die Ingredienzien vor allem bei Fieber, Blasenbeschwerden sowie zur Verbrennung benutzt. Zudem wurde im Mittelalter die Heilpflanze als fuga daemonum oder Hexen- und Teufelskraut bei der Teufelsaustreibung verwendet. Vermutlich litten die zu Heilenden unter depressiven Verstimmungen, was damals als Besessenheit interpretiert wurde. Über die Jahrhunderte wurde Johanniskraut bei so einigen Krankheiten eingesetzt.
Jetzt wird Johanniskraut angewandt!
Fast alle Teile des Johanniskraut finden in der Medizin Verwendung. Beispielsweise wird durch das Ausziehen der Blüten mit Sonnenblumen-, Weizenkeim- oder Olivenöl das Johannisöl gewonnen. Wegen seiner Farbe wird Johnanniskrautöl auch oftmals als Rotöl bezeichnet. Zur äußeren Anwendung bei Wunden, bei Blutergüssen, Muskelrissen und zur Pflege von spröder und strapazierter Haut, wird Johanniskrautöl oft angewandt.
Wesentlich öfter wird Johanniskraut in Form von Tabletten oder Kapseln bei leichten und mittelschweren Depressionen sowie bei depressiven
Verstimmungen, Nervosität und Unruhezuständen sowie bei Angststörungen verwendet.
Depressiv? Wie wäre es mit Johanniskraut?
Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend und beeinflusst den Nervenstoffwechsel im Gehirn. Außerdem wird durch Johanniskraut die Angst gelöst und die Stimmung aufgehellt. Dabei beruhen depressive Verstimmungen auf einer Verminderung unterschiedlicher Botenstoffe, wie zum Beispiel Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn. Durch Johanniskraut wird der Anteil dieser Botenstoffe erhöht und massiv gesteigert.
Erst nach etwa 3 Wochen macht sich Johanniskraut bemerktbar. Aus diesem Grund sollte das Präparat nicht zu früh abgesetzt werden. Zudem wird eine nachhaltige Wirkung erst nach 4-6 Monaten erzielt.
Dosierung
Johanniskraut kann in Form von Tees, Kapseln, Tropfen oder auch Pflanzensaft eingenommen werden. Bei depressiven Symptomen sollte die im Beipackzettel angegebene Dosis genommen und nicht unter- oder überschritten werden. Die normale Dosis entspricht in der Regel 700-900 Milligramm pro Tag. Dabei richtet sich diese Empfehlung an frei verkäufliche Johanniskrautpräparate aus der Apotheke. Die Johanniskrautpräparate aus dem Supermarkt sind oftmals sehr niedrig dosiert.
Welche Nebenerscheinungen gibt es?
Zu beachten ist, das Johanniskraut zwar pflanzlich ist, jedoch vergleichbar mit einem Psychopharmakon ist. So sind Nebenwirkungen, wie zum Beispiel eine leichte Benommenheit sowie eine größere Empfindlichkeit der Haut in der Sonne oder im Solarium wahrscheinlich.
Große Vorsicht ist geboten, wenn Johanniskraut mit anderen Medikamenten kombiniert wird, denn es kann zu schwerwiegenden Interaktionen kommen. Deshalb wird empfohlen den Konsum von Johanniskraut mit einem Arzt zu besprechen und sich von diesem ein „ok" zu holen.
Des Weiteren ist es durchaus empfehlenswert, bei ernsten Anzeichen für eine Depression einen Psychiater oder Psychologen aufzusuchen. Missstimmungen können ein akutes Alarmzeichen sein, wenn sie über 2 Wochen kontinuierlich andauern.
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Dave Mayermann - 08.11.2011