Aus einer vor kurzem veröffentlichten Studie der IFAK lässt sich schließen, dass etwa jedes fünfte Kind in Deutschland bereits schlechte Schlafgewohnheiten hat.Im Zuge der so genannten KIM-Studie wurden 1.214 Kinder zwischen 6 und 13 Jahren gefragt, welche Medien ihnen beim Schlafengehen am wichtigsten seien. Während eins von drei Kindern beim Einschlafen gar keine Medien nutzt, gaben ganze 16% an, dass der Fernseher ihnen beim Schlafengehen wichtig sei.
Internet und Computerspiele machten jeweils 4% und 2% aus. Rechnet man dies zusammen, so kommt man auf 22% der Kinder, die vor dem zu Bett Gehen einen Computer oder Fernseher nutzen. Während der uninformierte Laie dies einfach hinnehmen mag, ist für gut informierte Menschen das große Problem offensichtlich. Denn wer unmittelbar vor dem Schlafengehen einen Bildschirm nutzt, der wird es weit schwerer haben einzuschlafen und vor allem ohne Störungen durchschlafen zu können.
Grund dafür ist, dass die heutigen Monitore ein Licht aussenden, das dem Tageslicht der Sonne in Teilen sehr ähnlich ist. Dies signalisiert dem Körper jedoch, dass es Tag ist. Der Körper stellt sich darauf dementsprechend ein, indem er die Hormonausschüttung entsprechend einstellt und die Produktion von Melatonin entsprechend drosselt. Dies führt dazu, dass der Betroffene nicht müde wird. Dass solche Tendenzen bereits bei jungen Kindern auftreten ist besonders unter dem Gesichtspunkt erschreckend, dass nach anderen Studien bereits 40% der Deutschen gelegentlich an Schlafproblemen leiden.
Doch die Studie gibt auch Anlass zur Hoffnung. Ganze 34% der Kinder nutzen keine Medien beim Einschlafen, 14% lesen sogar Bücher. Dies ist nicht nur im Hinblick auf Bildung zu befürworten, sondern wird auch von Schlafexperten empfohlen, um vor dem Schlafen zur Ruhe zu kommen und "abzuschalten". Weitere 29% der Befragten gaben an, dass CDs, MP3-Player oder das Radio für sie zum Einschlafen wichtig seien. Dazu ist zu sagen, dass ruhige, langsame Musik sehr gut zum Entspannen helfen kann.
Schnellere Musik kann aber durchaus auch ein gutes Mittel zum Einleiten des Schlafes sein, wenn sie es schafft den Betroffenen von den Problemen des Alltags abzulenken und ihn damit geistig entspannen lässt. Trotzdem sollte man diese Probleme nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schlafprobleme haben sehr weit gefächerte Folgen, die die Leistung, Konzentration und die Fähigkeit auf Gefahrensituationen angemessen zu reagieren stark beeinträchtigen können.
Eltern sollten deshalb verstärkt darauf achten, dass Kinder in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen mit keinem Bildschirm mehr konfrontiert werden, seien es Fernseher, Laptops oder Mobiltelefone. Mit dieser kleinen Gewohnheitsänderung kann den Kindern auf viele Jahre hin geholfen werden, einen guten und gesunden Schlaf zu schlafen. Weitere Methoden zur Verbesserung der Schlafqualität können Sie auf unserer Website finden.
Sebastian Gerard
www.schlafprobleme.org