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janinebeangallery Berlin präsentiert Erik Andersen - 22 Wochen - Malerei

Autor: janinebeangalle | Erstellt am: 07.03.2009 | Gelesen: 1146
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Einzelausstellung vom 14. 3. - 18. 4. 2009 Vernissage am 13. 3. 2009, 18 - 22 Uhr

Erik Andersen Bei Wollerau Schweiz 40x45 cm Öl auf Leinwand 2009
Erik Andersen Bei Wollerau Schweiz 40x45 cm Öl auf Leinwand 2009
Die janinebeangallery Berlin präsentiert in einer Einzelausstellung den 1977 in Freiburg und seit 2006 in Berlin lebenden Maler, Zeichner und Bildhauer Erik Andersen.

In der Ausstellung „22 Wochen" zeigt die Galerie mehrere Serien der Malerei, die auf den ersten Blick bezüglich ihres eher kleinen Formats, alltäglicher Motive und deren Wiederholung, aber auch zum Teil durch selbe Perspektiven Gemeinsamkeiten aufweisen. Im Verhältnis zu vorherigen Werken des Künstlers können die Werke dieser Schau vordergründig als „stillere" Malerei gesehen werden.

Der Titel der Ausstellung verweist auf den Zeitraum der Entstehung der gezeigten Werke vor dem Beginn dieser Ausstellung. Inhaltlich soll der Titel insgesamt die Prozesshaftigkeit bestärken, die auch die einzelnen ausgestellten Serien zum Merkmal haben.

Zum Beispiel zeigen wir eine Serie von Erik Andersen mit dem Ausschnitt einer Bierkiste als sich wiederholendem Motiv, die innerhalb der besagten Zeit von 22 Wochen entstanden ist. Diese Folge von Bildern bezieht sich aber inhaltlich auf den noch dichteren Ablauf eines Tages und der damit verbundenen sich verändernden Wahrnehmung desselben Motivs. Hinzu kommt, dass durch die Wiederholung der Abbildung gleichzeitig deren Veränderung sowie Verfremdung veranschaulicht wird. Damit tritt der ohnehin nur semi-gegenständliche Charakter der Bilder weiter in den Hintergrund und assoziative bzw. abstrakte Eigenschaften werden hervorgehoben.

Ähnliches gilt für die Serie „Pink Drink", deren ausgehendes Motiv eigentlich bloß eine Flasche aus der Ich-Perspektive des Malers (oder Betrachters) zeigt. Die Flasche im Bild ist jedoch so makroskopisch nahe abgebildet, dass nur ein Ausschnitt von ihr das Bild füllen kann. Dieser Blick während des Trinkens auf die Flasche erscheint zu banal, als dass der Betrachter ihm je soviel Aufmerksamkeit geschenkt hätte, um ihn hier wiedererkennen zu können. Dem unwissenden Betrachter wird es näher liegen, eine Komposition aus Konturen, Formen und Farben als solche zu sehen, wie auch der wissende Betrachter zu dieser Sichtweise zurückkehrt. Wenngleich also das Abbild durchaus konkretes Potential hat, eröffnet Erik Andersen gleichzeitig ein weites Feld für abstrakte Wahrnehmungen.

Eine weitere Serie der Ausstellung reflektiert wie in „Pink Drink" den Gesichtssinn auf den eigenen Körper, in diesem Fall den Blick auf die eigenen Füße. Anders zwar als in „Pink Drink" ist das Motiv dieser Serie deutlich gegenständlicher. Jedoch wird durch den Fokus auf die eigenen Füße die Perspektive noch betonter auf etwas naturgemäß sehr nahe Liegendes gerichtet. Der Betrachter kommt um eine kontemplative Sichtweise nicht umhin, der Künstler hat hier unter Anderem das klassische Insichgekehrtsein versinnbildlicht. Die Wiederholung des Gegenstands in den Bildern der Serie unterstützt dabei insofern, da eine solche Konzentration auf ein Objekt zum Effekt haben kann, dass es der alltäglichen Wahrnehmung gänzlich als empirisch vertrautes Ding entfremdet und als unbekannte neue Qualität wieder auftaucht.
 
 
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