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Ist der Druck auf Arbeitslose gerechtfertigt?

Autor: friedkoelsch | Erstellt am: 27.09.2013 | Gelesen: 4976
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Was sind das für Politiker, die nur Druck auf Arbeitslose aufbauen, um das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen - es gibt auch noch andere Möglichkeiten.

Gründe für hohe Arbeitslosenzahlen
Gründe für hohe Arbeitslosenzahlen

Leider ist es eine Tatsache, dass in Deutschland, seit der Agenda 2010, sehr viel Druck auf die Arbeitslosen aufgebaut wird: Leiharbeit, Zeitarbeit, Werkverträge, Reduzierung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld 1, obwohl dies eine Versicherungsleistung ist, Griff in die Rentenkassen der Arbeitnehmer, Finanzierung der Finanzkrise ,obwohl die Verantwortlichen an ganz anderen Stellen sitzen, Verschwendung von Geldern auf der europäischen Ebene (Riesenapparate, die ohne jede Volksbefragung mitgetragen werden), Eurorettungspakete, Rente mit 67, starke Ausdehnung von Teilzeitarbeit und 400 Euro Jobs usw. Hinzu kommt eine gigantische Staatsverschuldung von 2,2 Billionen Euro, die nicht nur unsere, sondern auch zukünftige Generationen massiv belastet. Bei einer Tilgung von 5 Milliarden Euro pro Jahr zahlen wir mehr als 400 Jahre diese Ausgaben zurück -dabei sind die gewaltigen Zins und Zinseszinssummen noch gar nicht mit eingerechnet. Das traurige an dieser Entwicklung ist, dass die Sozialdemokraten mit der Agenda 2010 massiv an dem Abbau von Arbeitnehmerrechten beteiligt gewesen sind. Bitte bedenken Sie, dass wir im 21. Jahrhundert leben und sich unsere Väter und Mütter in vielen Auseinandersetzungen bessere Lebensbedingungen erkämpft hatten. Wir leben nicht mehr zur Zeit der Sklaverei oder in einer Zeit von Leibeigenen. Gute Lebensbedingungen fangen mit einem guten Lohn erst an. Ein guter Lohn ist der Anfang -aber in einer entwickelten Gesellschaft sollten gute Arbeitsbedingungen ebenfalls für alle Menschen selbstverständlich sein. Die SPD hat seit der Agenda 2010 auch die Quittung bekommen. Sie ist in der Gunst der Wähler stark abgestürzt. Die CDU und FDP haben eine massive Mitverantwortung an dieser Entwicklung. Wenn es im Bundestag um Mindestlöhne ging, haben diese Parteien immer dagegen gestimmt. Alles ist alternativlos -dabei gibt es auch andere Sichtweisen, um Arbeitslosigkeit abzubauen.

Eine weitere Möglichkeit wäre beispielsweise, Druck auf Unternehmen auszuüben. Ich sage das ausdrücklich, obwohl ich selbst Unternehmertum sehr mag -ich finde es aber auch gerecht, Arbeitnehmer fair zu behandeln. Was halten Sie von folgendem Vorschlag: Angenommen in einer Kleinstadt würde es 1000 arbeitslose Menschen geben. Diese 1000 arbeitslose Menschen wollen wir als Gesellschaft aber nicht haben, weil nur Menschen mit Einkommen auch würdig an einem Leben in einer entwickelten Gesellschaft teilnehmen können. Nun gehen wir als Gesellschaft hin und sagen, alle Unternehmer in dieser Kleinstadt müssen 3% mehr Arbeitnehmer einstellen zu einem Mindeslohn in Höhe von 10€. Nun wären die 1000 Arbeitslosen in das Arbeitsleben integriert, wir brauchten keine Arbeitsagenturen mehr und die Arbeitnehmer und die Unternehmer müßten keine Beiträge mehr zur Arbeitslosenversicherung zahlen. Ich frage Sie als Leser ganz ehrlich, wo ist der Unterschied zur ersten Variante? Warum ist es gerechtfertigt, einen enormen Druck auf Arbeitslose aufzubauen, aber es ist nicht gerechtfertigt, Druck auf Unternehmen aufzubauen? Ich sehe da keinen Unterschied!

Eine dritte Möglichkeit besteht auch darin, Druck auf den Staat und auf Politiker aufzubauen. Seit Helmut Schmidt hat es keinen guten Wirtschaftspolitiker mehr in den Regierungen gegeben. Die Wirtschaftsminister hießen Möllemann, Clement, Rösler oder wie auch immer? Wie kann das sein, dass die Wirtschaftspolitik eines so großen und wichtigen Staates, nämlich Deutschland, von Menschen gemacht wird, die von der Sache überhaupt keine Ahnung haben, von Menschen, die gar nicht wissen, wie eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung gemacht wird und wie volkswirtschaftliche Faktoren zusammen wirken? Wie kann es sein, dass die Agentur für Arbeit von Arbeitgebern und Gewerkschaften und von der Politik besetzt wird, anstatt von einem unabhängigen Gremium? Wie kann es sein, dass die Bundesagentur für Arbeit sowohl bei den offenen Stellen trickst (hunderte Außendienstjobs werden dort aufgelistet, von Firmen, die kein Geld haben, eine bezahlte Stellenausschreibung zu machen) und wie kann es sein, dass sich viele Städte und Gemeinden hinter irgendwelchen Arbeitslosenquoten verstecken, die ziemlich nichtssagend sind. Jede Gemeinde und jede Stadt muss dazu verpflichtet werden, eine ehrliche Bilanz der tatsächlichen Arbeitslosenzahlen auf den Tisch zu legen und zu veröffentlichen. Dortmund hat 39000 offiziell gemeldete arbeitslose Menschen, Essen 35000, Gelsenkirchen 17000, Duisburg 31000, Köln 50000, Hamburg 70000, Berlin 215000 und dabei sind diese Zahlen schon massiv runtergerechnet und entsprechen nicht der tatsächlichen Unterbeschäftigung.

Zur Fairness gehört es auch dazu, auch Druck auf das Ausland auszuüben. Freier Kapitalverkehr, freier Güter- und Dienstleistungsverkehr und freier Personenverkehr wurden vor nicht allzu langer Zeit von der Politik eingeführt und haben verheerende Auswirkungen in Form der Finanzkrise gehabt. Leider will sich die Politik heute nicht mehr daran erinnern, dass sie selbst diesen Schaden angerichtet hat und den Banken erst einmal diese Freiheiten eingerichtet hat. Mindestpreise bei der Butter und Höchstpreise bei den Mieten gab es schon in den 70er Jahren und das war richtig so. Willy Brandt hat einen Anwerbestop verfügt und niemand hat gedacht, er sei ausländerfeindlich. Heutzutage haben wir einen Kulturschock in mehreren Städten in Deutschland. Die Städte und die Menschen kommen mit der Zuwanderung nicht klar. Auf Mallorca ist dies umgekehrt. Die Einheimischen fühlen sich teilweise überfremdet und sagen dies auch deutlich. Es muss auch für Deutsche in Deutschland legitim sein, sagen zu dürfen, dass die Politiker erst einmal den deutschen Arbeitslosen in Lohn und Brot bringen müssen, bevor Sie weitere Zuwanderung gestatten. Das verstehen auch Freunde, dass Freizügigkeit auch seine Grenzen hat.

Auch interessant: deutschland-rockt-sich-neu.de/14-gruende-fuer-arbeitslose

Ich hoffe, dass ich Sie mit diesem Artikel ein wenig zum Nachdenken gebracht habe. Ich würde mich freuen, wenn Sie auch meine Webseite besuchen würden:

Ihre Meinung interessiert mich! Wie empfinden Sie den einseitigen Druck auf Arbeitslose? Sind Sie als Unternehmer für den Mindestlohn? Bitte schreiben Sie einen Kommentar!

Besonders würde ich mich freuen, wenn Sie diesen Artikel weiterposten würden. Danke.

Liebe Grüße,
Friedhelm Kölsch

 
 
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