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Islam im antideutschen und anti-imperialistischen Diskurs!

Autor: freeminds | Erstellt am: 27.03.2010 | Gelesen: 2350
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateArateA
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(Online-Artikel.de) - Duisburg stellt sich quer oder Duisburger Peition

Free Minds
Free Minds
Duisburg stellt sich quer
oder
Duisburger Petition gegen reaktionäre Organisationen in antifaschistischen Bündnissen.

Eine Stellungnahme von Free Minds

Am 27. und 28. März haben Pro NRW und NPD Kundgebungen und Aufmärsche in Duisburg Marxloh angemeldet. Ihre inhaltlichen Aufhänger sind Moscheen und insgesamt der sichtbar werdende Islam. Sie bedienen die nationalistischen Ressentiments gegenüber Menschen mit muslimischen Migrationshintergrund und wecken bei vielen die Angst vor Überfremdung und kulturellem Identitätsverlust. Als Projektionsfläche des Rassismus und Faschismus nutzen in diesem gegenwärtigen Kontext rechtsreaktionäre Kräfte insbesondere den in Erscheinung tretenden und konservativen Mainstream-Islam. All die bekannten, andersartigen Stereotypen, die auch via Massenmedien ständig als „Sensationsmeldungen" vorgestellt werden. Dazu gehören Ehrenmorde, Kopftuchzwang, Geschlechtertrennung, Frauenunterdrückung, Indoktrination usw.. Für kurzweilige Skandalberichte werden sie kurz tangiert, ohne die Ursachen und Probleme offen und aufklärerisch im gesellschaftspolitischen und islamkritischen Diskurs zu thematisieren.

Es gibt aber eine kritische und tiefer gehende Auseinandersetzung, die ausgerechnet von eben jenen rechtsreaktionären Kräften stammt, die sich in differenzierter Islamkritik gekonnt und qualifiziert zeigen. Die oben genannten, inhaltlichen Probleme im Islam, wie z.B. Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Menschenrechtsverletzungen, wirklich existierende und hochaktuelle Fragestellungen, werden mit peinlicher Genauigkeit aufgetischt, beschrieben, analysiert und ausgewertet. Dieselbe ernsthafte Bemühung gibt es innerhalb der Linken „nur" in einer in das Abseits gedrängte Bewegung, deren Geistesströmung im anti-imperialistischen, linken Meinungsmonopol als „Anti-Deutsch" diffamiert, gebrandmarkt und tabuisiert ist. Der „anti-deutschen" Bewegung werden in der Regel von gerade dieser, dominierenden und „den Islamismus stützenden" Position, Spaltung und Dogmatismus vorgeworfen. Kennt man sich in beiden ideologischen Strömungen nicht richtig aus, sollte man viel Geduld, Ausdauer und auch Überwindungskraft mitbringen, um in dieser Verworrenheit der linken Gegebenheiten, im Kampf zwischen Anti-Imperialismus und Antisemitismus und zwischen Islamophobie und Islamismus durchzublicken und dabei noch die Nerven zu behalten. Denn wer denkt, es gehe in diesem ideologischen Kampf um die Werte Solidarität, Gleichstellung, Gerechtigkeit, Aufklärung, Emanzipation und Menschenrechte, der sei vorgewarnt. Es geht in diesem ideologischen Streit nicht um Opfer, Unterdrückte, Ausgebeutete oder überhaupt Menschen, sondern um rein theoretische Konstrukte, die intensiver, inhaltlicher Auseinandersetzungen und Nachforschungen bedürfen. Ohne eine kritische und eigene Auseinandersetzung, die sich um eine objektive Wahrheitsfindung bemüht zeigt, disqualifiziert jede reflexartige Parteiergreifung die Positionierung.

Oder um es auf einen verkürzten und stark abstrahierten Punkt zu bringen:

Die anti-imperialistische Bewegung, die zugleich dominierende Meinung innerhalb der Linken, sieht im globalpolitischen Wettstreit nationalstaatlicher Interessen den Imperialismus bzw. den aus dieser Sicht von USA und Israel getragenen Neoliberalismus als Hauptursache für alle bis in die Gegenwart gewachsenen und gegenwärtigen Kriege, Nöte, Ausbeutungen und Konflikte. So passiere nichts (Schlimmes) auf der Welt, was nicht automatisch auf das machtpolitische, -wirtschaftliche und -strategische Konto Israels und der USA zurückzuführen sei. Diese Vorgehensweise verursache Unterdrückung, Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen,wo Betroffene sich naturgegebener maßen gegen Israel und USA als militärisch stärkere und strategisch ausgefeiltere Aggressoren wehren würden. Wie sie sich wehren, auf welche Ideologie sie sich dabei stützen, spielt für Anti-Imperialisten keine augenblickliche Rolle. Jede Widerstandsbewegung, sei sie auch sexistisch, rückschrittlich, undemokratisch oder repressiv, die für (nationale) Autonomie und „Freiheit" kämpft, bekommt von Anti-ImperialistInnen eine Existenzberechtigung quittiert, und kann sich fortan hinter den verwobenen globalpolitischen und -wirtschaftlichen Konstellationen an allen strategischen Angriffs- und Verteidigungsmitteln „bedienen". Mitnichten ist diese Darstellung sehr parteiisch und subjektiv. Denn wer wegen der ideologischen Komplexität den Schwenk von Duisburg nach USA und Israel immer noch nicht verstanden hat, dem soll jetzt das inhaltliche Problem mit Islam, Islamismus, Islamophobie, Islamkritik deutlicher gemacht werden. Die anti-imperialistische Bewegung sieht den Polit-Islam als Opfer oder Ergebnis der Hegemonialmacht und globalen Ausbeutungspolitik der USA und Israel und ist bemüht, sich mit IslamistInnen, die ebenfalls gegen USA und Israel kämpfen, zu solidarisieren und sie weitgehend zu unterstützen. Eine Unterstützung kann in diesem Fall auch so aussehen, indem in hiesigen gesellschaftlichen Diskussionen jegliche Islamkritik als Islamophobie unterbunden wird, um den Islam als Religion des Friedens in Ruhe zu lassen. Und wenn unbedingt Islamkritik ausgeübt werden muss, weil vielleicht wieder irgendwo in der deutsch-muslimischen Parallelwelt ein Mädchen zum Opfer des muslimischen Patriarchat gefallen, zufällig ein Karikaturzeichner knapp einem islamistischen Angriff entkommen ist oder Dozenten in anonymen Sicherheitstrakten ihrer Forschungsarbeiten nachgehen müssen, weil die historisch-kritische Existenzüberprüfung von Muhammad muslimische Gefühle verletze und provoziere, dann darf diese Islamkritik nur unter einer generellen Religionskritik, differenziert, möglichst ohne unangenehm pauschalisieren zu müssen, geführt werden, um den Islam als Religion des Friedens weiterhin aufrecht zu erhalten. Ansonsten macht man sich der Islamophobie, der mittlerweile wie gesellschaftspolitische Diskriminierungen wie Rassismus bzw. sogar Antisemitismus behandelt werden soll, schuldig!

Die anti-imperialistische Bewegung sieht im Islamismus außerdem weitaus mehr sozialistische Werte und Anreize, als dass sie ihn dem Neoliberalismus, d.h. In dieser Logik der USA und Israel, zum Opfer fallen zu lassen. Es sei an dieser Stelle das allgemeine Zinsverbot im Islam nur als kleines, sozialistisch verlockendes Beispiel genannt.

Auf der globalen Ebene herrscht auf der gesamten vertikalen Problemachse der Neoliberalismus als ursächliches Problem. Alle anderen fragwürdigen Erscheinungen sind das Ergebnis des Kapitalismus. Was in der Handlungsempfehlung bedeutet, dass nur der Kapitalismus abgeschafft werden muss, damit sich alle anderen Probleme auf der Welt von selbst (auf)lösen. Natürlich ist das in Wirklichkeit alles viel differenzierter, aber die anti-imperialistische Meinung kennt und sieht kein Problem im Islam. Es ist daher für die „Duisburg stellt sich quer" Bündnisaktion (gemeint die linken Gruppierungen) auch kein Problem, wenn sie zum Beispiel mit der stark antisemitischen und islamistischen Organisation Milli Görüs Seite an Seite läuft, wo dieser Verein klammheimlich für den Erhalt des Polit-Islams demonstriert und von dieser blauäugigen Solidarität enorm profitiert.

Die antideutsche Strömung geht mit dieser Solidarität kritischer um. Denn sie erkennt im Polit-Islamismus eine antisemitische, gar „judenvernichtende" Gefahr, die in der empfindlichen Existenzfrage Israels ständig zum Ausdruck kommt. Sollte sich der global agierende, islamistische Kollektivgedanke verwirklichen, ist Israels Existenz wirklich gefährdet. Die Judenverfolgung ist immer noch aktuell, nur dass Juden dieses Mal nicht mehr in der Opferrolle sind, sondern eine Position haben, aus der sie sich selbst verteidigen können! Auschwitz kann sich trotz israelischer Militärgröße leider jederzeit wiederholen. Den Vernichtungswillen zeigen muslimische Staaten und dieser nährt sich vom Islamismus, der innerhalb der orientalischen und islamischen Welt in NS-Logik in das Bewusstsein der Menschen weiter transportiert wird. Da sich Auschwitz nicht wiederholen darf, ist die „antideutsche" Bewegung eine enorm emotionale und empfindliche Bewegung, die durchaus ihre Existenzberechtigung gegenüber der immer wieder aufkeimenden antisemitischen Diskussionen hat.
„Antideutsche" sind mit ihrer Israel-Solidarität innerhalb der Mainstream-Linken, als Störenfriede oder UnruhestifterInnen, SpalterInnen, DogmatikerInnen unerwünscht. Ihre Islamkritik wird folglich auch nicht als ehrlich empfunden, sondern sei lediglich da, um ihre Ideologie zu unterfüttern, genauso wie es sich bei den Rechtskonservativen und -extremisten verhalte. Außerdem wird Antideutschen „Philosemitismus" vorgeworfen. Ein Wort, womit auch in der Geschichte gezielt Menschen ausgegrenzt wurden, die nicht antisemitisch waren! Aber soweit muss man in diesem ideologischen Wettstreit nicht gehen. Wichtig ist, die inhaltliche und kritische Auseinandersetzung dieser beiden Positionen, wenn man denn beide Bewegungen verstehen und auch auf der emotionalen Ebene nachempfinden möchte.

Die Aufarbeitung des herrschenden Antisemitismus im Islam, ist von enorm wichtiger und notwendiger Bedeutung. Dieser Aufklärungsarbeit wird sich auch Free Minds stellen müssen. Wenn sie denn weiterhin dem Anspruch der Aufklärung, des Humanismus und auch der religionskritischen Entwicklung des Islams ernsthaft gerecht werden möchte. Vor allem muss Free Minds den in den Köpfen verankerten Judenhass bei MuslimInnen thematisieren. Denn es ist weltweit kein muslimisches Engagement bekannt, das den herrschenden Antisemitismus im Islam und unter MuslimInnen bekämpft.

Zurück zu Moscheen und die damit zusammenhängenden Konflikten mit den rechtsreaktionären Pro-Köln- und faschistischen NPD-Bewegungen. Es ist für uns genauso wichtig und ein dringendes Anliegen, sich proaktiv gegen solche rechtsextremen Tendenzen zu stellen. Aber das muss mit einem stark religionskritischen, aufklärerischen und emanzipatorischen Anspruch einhergehen.

Es darf nicht sein, dass grundlegende Fragen wie die individuelle Emanzipation aus religiös argumentierten Fesseln im Islam blockiert werden. Die reaktionäre und rückschrittliche Auslegung und Ausübung des Islam dürfen sich nicht weiter durchsetzen. Rückschrittliche MuslimInnen sind sich in diesem schwammigen und oberflächlichen Prozess ihrer wichtigen und repräsentativen Funktion durchaus bewusst, da sie als einzig legitim anerkannt sind und meinen das authentische Bild der MuslimeInnen vertreten zu können. Das ist nun mal so, wie es ist. Der Islam, so wie ihn „die MuslimInnen" leben, ist ihre Religion. Die freie Ausübung der Religion ist ein Grund- und Menschenrecht.

Die unhinterfragte Toleranz gegenüber so genannten gläubigen Familien und Gemeinschaften, prägt seit jeher das Bild des gelebten Islams in Europa. Die äußere und innere Andersartigkeit der MuslimInnen wird mit kulturrelativistischen und sogar sozio- ökonomischen Argumenten hingenommen selbst für den Preis, dass innerhalb der geduldeten, geschlossenen Sphären undemokratische und rückschrittliche Lebensweisen gepflegt, z.B. muslimische Mädchen zum Kopftuch- Tragen und züchtigen Leben gezwungen werden.

Es herrschen und dominieren fragwürdige, repressive, demokratie- und frauenfeindliche Strukturen in und um Moscheen und Glaubensgemeinschaften. Die strikte und teils sexistisch argumentierte Geschlechtertrennung ist dabei ein herausragendes Beispiel. Islamophobie wird zum Schlagwort, womit man im Inneren zum Beispiel jeden Schrei der Muslima nach Befreiung zerschlagen kann. Wen kümmert es schon, wenn Massen von stimmlosen Mädchen und Frauen innerhalb geschlossener Kreise ein rechtloses Dasein fristen? Moscheen und Frauen mit Kopftücher gehören zum erwünschten Bild der Vielfalt von Kulturen und des friedlichen Miteinanders auch wenn hinter ihnen grausame Wahrheiten stecken. So argumentieren plötzlich aufgeklärte Linke, liege es im Wesen von Religionsgemeinschaften: Bei christlichen oder jüdischen Gemeinschaften gebe es ja recht häufig dieselben Anachronismen und Probleme. Dennoch muss man endlich einsehen, dass der Islamismus eine vom Kapitalismus unabhängig existierende, nach alleiniger und repressiver Macht und Herrschaft strebende und rückschrittliche Gefahr ist. Und das tut man nicht, wenn man bewusst oder unbewusst mit eindeutigen Antisemiten Hand in Hand läuft, um gegen Faschisten und Nazis zu demonstrieren!

duisburgquer.blogsport.de
petition.blogsport.de – gegen reaktionäre Organisationen in antifaschistischen Bündnissen.

 
 
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