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Irritation zum Grünen Gewölbe

Autor: tourenservice | Erstellt am: 02.12.2010 | Gelesen: 329
Kategorie: Reisen - Urlaub & Tourismus | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Info-Defizit zum Grünen Gewölbe schmälert Besuchern oft den Kunstgenuss

Das Dresdner Schatzkammer-Museum wird seit 2006 in zwei unterschiedlichen Ausstellungsbereichen im Residenzschloss präsentiert. Mit seinen ca. 4000 hochkarätigen Exponaten zählt es zu den reichsten Sammlungen seiner Art in der Welt. Besucher sollten sich vorher darüber informieren, was es mit den beiden Teilen und der Handhabung der Eintrittskarten auf sich hat. Unklar ist oftmals, welches das "richtige" Grüne Gewölbe sei. Die Namen NEU und HISTORISCH irritieren viele unkundige Besucher. Bekommen sie kein Zeitticket für das Historisch, sind sie enttäuscht, ohne zu wissen, dass sich ein Großteil der Schätze im Neuen befindet.

Bereits der Name "Grünes Gewölbe" wirft Fragen auf. Lange vor seiner musealen Bedeutung bezeichnete er jene Gewölbe im Dresdner Residenzschloss, in denen die Schätze der Wettiner untergebracht waren. Die Innenarchitektur dieser Gewölbe waren mit einem malachitgrünen Anstrich versehen. Daraus leitete sich der bis heute erhalten gebliebene Name ab.

August der Starke, Regent von 1794 bis 1733, hatte die Idee, die Schätze seiner Vorfahren, die er selbst beträchtlich mehrte, prunkvoll zu präsentieren. Kunstverstand, Ideenreichtum und ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis mochten ihn dazu bewogen haben. Oberlandbaumeister Pöppelmann setzte Augusts Vision bis 1730 in die Tat um: Acht Prunkräume entstanden im Westflügel des Schlosses. Dem Material nach geordnet, waren sie eine faszinierende Symbiose von Raumgestaltung und Kunstobjekt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde im Albertinum aufgrund räumlicher Gegebenheit nur eine kleinere Auswahl an Kunstschätzen gezeigt. Mit dem Wiederaufbau des stark zerstörten Dresdner Schlosses kehrten 2004 und 2006 die Schätze an ihren Ursprungsort zurück. Erstmals ist damit nahezu der gesamte Schatzkammerbestand der Öffentlichkeit zugänglich. Er wird in zwei gleichwertigen Ausstellungsbereichen gezeigt mit jeweils einer eigenen Kasse und einer logistischen Besonderheit, die der interessierte Besucher vor der Reiseplanung wissen sollte:

Im September 2004 eröffnete das NEUE GRÜNE GEWÖLBE im 1. OG des Schlosses mit seinen zehn Räumen, darin ca. 1080 Kunstobjekte aus Gold, Silber, Edelsteinen, Email, Bronze, Bernstein und Elfenbein. Zu sehen sind u.a. die Hauptwerke "Goldenes Kaffeezeug", "Der Hofstaat zu Delhi ..." und der einzige natürlich gefärbte Diamant der Welt, der "Dresdner Grüne".

Zwei Jahre später, zur 800-Jahrfeier Dresdens wurde das HISTORISCHE GRÜNE GEWÖLBE nach aufwändiger Rekonstruktion in den Originalräumen im Erdgeschoss eröffnet. Hier wandelt der Gast u.a. durch das Silberzimmer, das Weißgoldzimmer und das unvergleichliche Brillantenzimmer. Zum Schutz dieses barocken Kleinods wird jede Viertelstunde nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern eingelassen. Deshalb ist auf dem Ticket ein Zeitfenster von einer Viertelstunde ausgewiesen, in welcher der Besucher eine Sicherheitsschleuse passiert haben muss. Danach kann er sich mit Hilfe eines Audioguides nach Herzenslust ohne Zeitbegrenzung auf den Rundgang begeben. Er wird einem in der Welt einmaligen Kunsterlebnis begegnen. Denn die Prunkräume präsentieren ihre 3000 Prätiosen freistehend, also ohne Vitrinen, das Brillantenzimmer ausgenommen.

Die Tickets für das Historische Grüne Gewölbe sind besonders an Feiertagen und an den Wochenenden sehr gefragt. Am besten bestellt man sich sein Ticket mit der gewünschten Zeit für 12 EUR im Internet. So wird unnötiger Stress am Besuchstag vermieden. Zu beachten: dienstags geschlossen!

Immer wieder werde ich von Gästen im Vorfeld ihres Dresdensbesuchs gefragt, welches denn nun das "richtige", das schönere, das sehenswertere Grüne Gewölbe sei. Viele erwartungsvoll angereiste Touristen lassen sich von den Bezeichnungen irreführen. Man möchte natürlich Historisches sehen. Neues verbindet man mit moderner Kunst, die nicht jedermanns Geschmack ist. Ich empfehle: Wer das GRÜNE GEWÖLBE gesehen haben will, muss beide Teile besichtigen. Kurz gesagt - im HISTORISCHEN dominiert die grandiose Raumgestaltung, im NEUEN dominieren die hinter Vitrinen gezeigten, vor allem größeren und berühmt gewordenen Kunstgegenstände.

Und mit dem günstigen Hausticket des Schlosses für 10 EUR kann man neben dem Neuen Grünen Gewölbe auch die im März 2010 eröffnete "Türckische Cammer" und alle anderen Ausstellungen besichtigen, die gegenwärtig im Residenzschloss gezeigt werden.

Christine Fischer

Inh. der Incomingagentur
Dresdner Tourenservice - Unterhaltsame Führungen in und um Dresden!
www. dresdner-tourenservice.de

 
 
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