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Iran und die Sufis, Gespräch im Europäischen Parlamen

Autor: mehriran | Erstellt am: 03.09.2010 | Gelesen: 677
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Vertreter des Internationalen Komitees für die Rechte von Studenten und Derwischen im Iran zu Gesprächen mit Barbara Lochbihler in Brüssel.

Barbara Lochbihler informiert sich über die Situation der Sufis im Iran
Barbara Lochbihler informiert sich über die Situation der Sufis im Iran
Am 2. September 2010 informierte sich Barbara Lochbihler, Leiterin der Iran Delegation im europäischen Parlament, über die Lebensweise und die Situation von Sufis im Iran. Damit wurde sie ihrem Anspruch gerecht, sowohl mit Vertretern des Regimes als auch Vertretern der Zivilgesellschaft Irans, Dialoge zu führen. Barbara Lochbihler war 10 Jahre lang Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International. Ihr tiefes Anliegen politisch aktiv zu sein Sie schildert Erfahrungen mit sozialer Ungerechtigkeit als ihr tiefes Anliegen politisch aktiv zu sein. Insbesondere die Situation vieler Frauen in extremer Armut und in gewaltsamen Konflikten und Kriegen, lassen sie nicht kalt.

Dr. Azmayesh, der vor 33 Jahren den Iran als junger Mann verliess, machte Frau Lochbihler mit dem toleranten und respektvollen Lebensansatz der Sufis vertraut. Azmayesh gab mehrere Eckpunkte von Sufismus zu bedenken:

  1. Sufismus ist die Fortsetzung von Gnostik im Orient unter anderem Namen, nachdem arabische Heere Persien eroberten.
  2. Sufismus versteht sich als Quintessenz aller Religionen der Welt, die als gemeinsamen Ausgangspunkt die Verbindung des individuellen Menschen mit seinem Schöpfer im Herzen haben.
  3. Der Sinn der sufischen Methoden ist die Selbsterkenntnis, die auch schon auf dem Tempel von Delphi geschrieben stand.
  4. Der wesentliche Unterschied zu Theologien besteht im individuellen Zugang zu den Quellen der Weisheit. Der Sufi "reinigt" sein Herz, um ein Spiegel für Gott sein zu können.

Warum Sufis im Iran verfolgt werden

Frau Lochbihler bekam zu verstehen, dass seit der sogenannten "islamischen Revolution" von 1979 die Sufis zunehmend unter den Druck orthodoxer Interpretationen des Islams kamen und in der Periode von Präsident Mahmoud Ahmadinedschad ernsten Verfolgungen ausgesetzt sind. Zwei Hauptgründe wurden dabei angeführt.

Zum einen bildet die Weltanschauung der Sufis mit ihrer Toleranz und Werten wie Freiheit, Brüderlichkeit und Liebe, die später im 18. Jahrhundert in Europa aufgegriffen worden sind, einen krassen Gegensatz zu der Ideologie der Regime bestimmenden Mullah Geistlichen. Zum anderen gewinnt insbesondere der schiitische Nematollah Gonabadi Sufi Orden Zulauf von jungen Iranerinnen und Iranern, die die gewaltsamen und hasserfüllten Parolen ihrer Mullah satt haben. Das macht die Sufis in den Augen des Regimes verdächtig für den westlichen Feind zu arbeiten.

Das Anliegen der Minderheiten im Iran

Um verschiedenen Minderheiten im Iran Gelegenheit zu geben ihre Situation vor der gesamten Iran Delegation zu schildern, wird eine Sitzung stattfinden zu der auch Vertreter des Internationalen Komitees für die Rechte von Studenten und Derwischen im Iran eingeladen worden sind.

Mittlerweile wird das Europäische Parlament nächste Woche eine Resolution gegen Steinigungen im Iran erlassen und damit weiter den Druck auf das Regime im Iran erhöhen. Die Menschenrechts verletzenden Aktionen Irans finden zudem immer mehr Aufmerksamkeit in Europa und werden von vielen Menschen zurückgewiesen. Aktionen gegen die Steinigung von Sakineh Aschtiani oder generell gegen die Ausübung der Todesstrafe im Iran, die seit über einem Jahr in Europa laufende Aktion "Ein Gesicht für Freiheit/Menschenrechte im Iran" oder die jüngste Aktion für die Freilassung von Nazar Ahari von Reporter ohne Grenzen finden mehr und mehr Echo in der Europäischen Zivilgesellschaft. So finden auch ethnische und religiöse Minderheiten im Iran immer mehr Beachtung im Westen und ihr Anliegen ihre Kultur und Denkweise leben zu dürfen, Gehör.

Helmut N. Gabel, mehriran.de

 
 
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