Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

International Funeral Award 2008 für grenzstein-art

Autor: steinkreis | Erstellt am: 25.11.2008 | Gelesen: 1129
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Innovative Grabzeichen für eine neue Trauerkultur

Ausschnitt - Spiel des Lebens
Ausschnitt - Spiel des Lebens
Anläßlich der 10. Verleihung des International Funeral Award (IFA) am 25. Oktober 2008 in Antwerpen wurden im Rahmen einer Galaveranstaltung der freischaffende Bildhauer Siegbert Altmiks und der Steinbildhauermeister Stefan Königsfeld aus Essen für ihr Projekt grenzstein-art mit einer Erstplatzierung ausgezeichnet.

Der International Funeral Award, der „Oscar" des Bestattungssektors, wird jährlich in verschiedenen Kategorien von einer international zusammengesetzten Jury für innovative Ideen im Bereich des Bestattungswesens und der Trauerkultur vergeben.

Stefan Königsfeld und Siegbert Altmiks konnten die Jury sowohl mit dem Konzept als auch mit der Ausführung ihres Projektes grenzstein-art eindeutig überzeugen. Dieses Projekt beinhaltet die künstlerische Gestaltung von individuellen Grabmalen bzw. Grabzeichen in Zusammenarbeit mit Hinterbliebenen. Die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und eine aktive Trauerbewältigung stehen dabei im Vordergrund. Angesichts der Tabuisierung und Anonymisierung des Themas „Tod" zielt das Projekt darüber hinaus gesellschaftlich auf die Entwicklung einer neuen Form der Trauerkultur und eine neu überdachte integrale Lebenssicht.

Das Konzept von grenzstein-art basiert auf folgenden grundlegenden Ideen:
Die Grabzeichen bestehen stets aus zwei Teilobjekten, der eigentlichen Grabskulptur zur Aufstellung auf dem Friedhof und einem korrespondierenden Gegenstück, das im privaten Bereich des Trauernden verbleibt, wobei es sich um abstrakte Bilder oder Fotografien, Kleinobjekte, Behältnisse usw. handeln kann. In ihrem wechselseitigen Bezug verdeutlichen beide Objekte die Dualität von Leben und Tod. Als Grenzstein stehen sie an deren Schwelle und integrieren gleichzeitig die Trauer in sichtbarer Form in das tägliche Leben.

Der Gestaltungsimpuls für die grenzstein-Objekte orientiert sich an der Erarbeitung eines persönlichen Themas im Gespräch zwischen dem Auftraggeber und dem Gestalter. Dieses Thema wird in den Objekten künstlerisch umgesetzt, die so einen Namen bzw. Titel, wie z. B. „Spiel des Lebens", „Geben – Nehmen", „Dazwischen" oder „Ton F" , und eine unverwechselbare Gestalt erhalten im Gegensatz zum vorgefertigten uniformen Grabstein.

Die Trauerarbeit eines Hinterbliebenen wird in der Regel durch ein aktives Tun an den Objekten, z. B. Umsortieren einzelner Elemente der Objekte zur Gestaltung neuer Muster oder Erzeugung von Tönen, unterstützt. Hieraus kann eine neue, persönlich entwickelte sinnvolle und identitätsstiftende Form der Ritualisierung entstehen, die einen weiteren wichtigen Beitrag zur Trauerbewältigung leisten kann.

Die Grenzstein-Objekte können darüber hinaus auch ein Mittel für die Auseinandersetzung des Einzelnen mit dem eigenen künftigen Tod sein. Das Projekt bietet die Möglichkeit der Erarbeitung eines persönlichen grenzstein-Gesamtobjektes schon zu Lebzeiten des Auftraggebers, quasi „prä mortem" . So können angesichts der eher vorherrschenden Ignoranz und Verdrängung dieser Thematik eigene Wege einer aktiven Beschäftigung mit dem eigenen Tod, auch in Zusammenarbeit mit nahestehenden Verwandten oder Freunden gefunden werden.

Dem Urteil der IFA-Jury zufolge, ist mit dem Projekt grenzstein-art insgesamt in hervorragender Weise ein Brückenschlag zwischen traditioneller und moderner Grabzeichengestaltung gelungen. Darüber hinaus erhält das Projekt durch die Schaffung einer bewußt gelebten Trauerkultur in einer Zeit der Suche nach neuen Orientierungen und Werten deutliche gesellschaftspolitische Aspekte, denn „Willst du die Welt verändern, mußt du beim eigenen Tod beginnen." (S.Winalt)

Stefan Königsfeld führt als Steinbildhauermeister einen eigenen Grabmalbetrieb in Essen.
Siegbert Altmiks arbeitet als freischaffender Bildhauer im eigenen Atelier ebenfalls in Essen.

Siegbert Altmiks
 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Kunst - Kultur & Religion:
Auftragspilger auf dem Jakobsweg in Spanien
Dao, Stoa, Zen(-Buddhismus) und Sufismus (Islam). (94)
Casa Asia in Barcelona
'... so hoch - so weit!'*
Dalí bei Nacht mit der Familie entdecken
L. Ron Hubbard Serie: Eine vollständige biografische Enzyklopädie
Zuerst nachdenken und dann...
George Lilanga: Inside... Africa... Outside

comment Kommentare von Besucher !

Noch kein Kommentar zu Artikel “International Funeral Award 2008 für grenzstein-art”







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.