Anfang März 2006 startete das Projekt „Interkulturelle Moderation" mit muttersprachlich arabischen, türkischen und serbokroatischen Sozialpädagogen an Schulen in Neukölln-Nordost. Zwei Wochen später wurde eine dieser Schulen, nach Veröffentlichung des „Rütli-Briefes" in den Medien, zum Synonym für misslungene Integration und Gewalt an Bildungseinrichtungen.
Die „Interkulturelle Moderation" gibt insbesondere an sozialen Brennpunkten mit einem hohen Anteil an Schülern und Eltern mit Migrationshintergrund Möglichkeiten, negative Entwicklungen anzupacken. In den vergangenen zwei Jahren zeigte das Projekt „Interkulturelle Moderation", dass der interkulturelle Dialog gelingen kann, Eltern und Schüler erreicht werden und sich dadurch das Schul- und Lernklima verbessert.
Es werden Brücken zwischen Schülern, Lehrern, Eltern und den Akteuren des Stadtteils geschlagen, Vorurteile abgebaut und das Verständnis für unterschiedliche Sichtweisen gefördert. Die positiven Wirkungen der „Interkulturellen Moderation" wurden durch die begleitende Evaluation der Universität Potsdam bestätigt.
Der 2008 veröffentlichte 2. Nationale Bildungsbericht zeigt einmal mehr, dass Schüler ohne Schulabschluss nur schwer einen Beruf finden. Gleichzeitig ist der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund insbesondere an Grund- und Hauptschulen überproportional hoch. Schüler nicht-deutscher Herkunft haben demnach eklatant schlechtere Zukunftsaussichten als ihre deutschen Altersgenossen.
Das Interesse und Engagement von deutschen und nicht-deutschen Eltern für den Bildungserfolg ihrer Kinder und der dafür erforderliche interkulturelle Dialog sind grundlegende Voraussetzungen für die Verbesserung der Bildungs- und Zukunftschancen der jungen Generation. Das Modell der „Interkulturellen Moderation" und die eingeschlagene Kooperation zwischen Bezirk, Senatsverwaltungen und freien Trägern kann dafür einen wichtigen Beitrag leisten. Der Einsatz der dafür notwendigen Ressourcen und die Fortführung und Ausweitung des Projektes auch auf andere Brennpunkte sind Investitionen in die Zukunft, die unbedingt erbracht werden müssen.
Informationen für Journalisten:Das Presse- und Fachgespräch für Journalisten und Fachkräfte findet am 3. Juli 2008 von 10 bis 11:30 Uhr in der Franz-Schubert-Grundschule, Weserstraße 12, 12047 Berlin statt.
Programm:- Kurzvorstellung des Projektansatzes und -verlaufs (Projektträger, Schulvertreter Grund- und Oberschulen)
- Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung, Dr. Karsten Speck (Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Potsdam)
- Bilanz der Akteure (Stadtteilmanagement, LehrerInnen, Eltern, Interkulturelle ModeratorInnen)
- Ab 11:00 Uhr: Fragen und Diskussion
Für Gespräche und Interviews stehen Ihnen neben Eltern, Lehrern und Fachkräften auch zur Verfügung:
- Hella Dunger-Löper (Staatssekretärin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung),
- Heinz Buschkowsky (Bezirksbürgermeister Neukölln) und
- Siegfried Arnz (Referatsleiter Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung)
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Anmeldung an
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