Von der Strategie- zur Liquiditätskrise: Es kommt darauf an, bereits die Strategiekrise als erste Stufe einer aufziehenden Schieflage -zunehmender Wettbewerbsdruck, Veränderung der Marktposition, nachlassendes Kundeninteresse u.a.- rechtzeitig zu identifizieren. Oft liegen zwischen dem Erkennen einer Krise und dem Konkurs der Firma nur wenige Wochen, d.h. wird eine Krise erst im späten Stadium der Liquiditätskrise erkannt, ist eine Rettung des betroffenen Unternehmens oft nicht mehr möglich. Für die Früherkennung erlangen sog. „weiche Faktoren" -beispielsweise Auftragseingang der Branche, Inflationsrate, Kundenzufriedenheits-Index, Cash Flow, innerbetriebliche Krankheits- und Fluktuationsquote- eine zunehmende Bedeutung. Bilanz und BWA liefern nur vergangenheitsbezogene Daten. Daraus nicht ableiten lassen sich u.a. Trends und Innovationen, die sich nicht im Produkt- oder Dienstleistungsangebot des Unternehmens wiederfinden und damit wichtige Signale einer aufziehenden Krise sein können. Neben vergangenheitsbezogenen Finanzzahlen wichtig sind u.a. Daten zu Alter des Maschinenparks, Ausfallzeiten, Reparaturkosten, F+E-Kosten im Vergleich zur Konkurrenz oder Patentanmeldungen. Strategische Fragestellungen werden umfassend abgehandelt von Becker, Jörg: Entscheidungstechniken als Krisenschutz – ISBN 9783839129067.
Die immer mehr zunehmende Dynamik der Märkte verstärkt gleichzeitig den Druck auf eine perspektivisch ausgerichtete Planungsbasis. Es geht darum sich schneller als die Konkurrenz auf das zukünftige Umfeld einstellen zu können, d.h. in Zeiten des schnellen Wandels wird Früherkennung/-warnung immer mehr zum Königsweg: Gefahren und Risiken werden dadurch aufgespürt, bevor sie für das Unternehmen bedrohliche Folgen zeigen, Gelegenheiten/Potenziale können erfasst werden, bevor sie verlorengehen. Frühwarnsignale aus dem Markt sind Zersplitterung des Marktes, Abnahme des Marktes aufgrund Substitutionstendenzen, Vergrößerung des Marktes aufgrund neuer Abnehmer, Globalisierung u.a, stagnierende oder schrumpfende Mengennachfrage, abnehmende Preiselastizität, zunehmender Importdruck, verschlechterte Exportmöglichkeiten, absinkende Eintrittsbarrieren für Newcomer, steigende Marktaustrittsbarrieren aufgrund zunehmender Kapitalintensität, Trend zur Vereinheitlichung von Produkten; abnehmendes Differenzierungspotenzial, abnehmende Kundentreue bei Markenprodukten, mehr Wettbewerber und Überkapazitäten, Zunahme des Preiswettbewerbs, Veränderung der Kundenstruktur, immer kleiner werdende Marktnischen werden von einer zunehmenden Zahl von Wettbewerbern besetzt.
Vgl. Becker, Jörg: Entscheidungstechniken als Krisenschutz – ISBN 9783839129067.Jörg Becker
www.beckinfo.de