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Innovationen bei Schweißgeräten

Autor: salomon23 | Erstellt am: 26.09.2011 | Gelesen: 552
Kategorie: Wissenschaft - Forschung & Technik | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Innovationen bei Schweißgeräten eine volkswirtschaftliche Betrachtung

Schweißgerät
Schweißgerät
Wenn es um Innovationen geht schreien alle meist hurra. Innovation ist toll bringt Fortschritt und es kann nie genug davon geben. Die Wahrheit ist ein wenig komplizierter, wie wir anhand eines Schweißgerätes hier sehen werden.

Zunächst einmal sei vorweg gesagt, dass es hier um Produkt Innovationen geht. Die OCED definiert noch weitere Innovationen wie Marketing-Innovationen, Organisations-Innovationen und Prozessinnovationen, die teilweise andere Eigenschaften aufweisen.

Unser Produkt ist das Schweißgerät. Wir versetzen uns in die Zeit Anfang des 20ten Jahrhunderts und gehen davon aus, dass am Markt hauptsächlich Brennschweißgeräte angeboten werden. Auch unsere Firma, nennen wir sie Schweißer GmbH, produziert diese Geräte, forscht jedoch gleichzeitig nach neuen Methoden. Das Zauberwort, das in der Forschungsabteilung die Runde macht, heißt Lichtbogenschweißgerät. Dieses Schweißgerät soll nicht mehr mit entzündeten Gasen funktionieren, sondern stattdessen eine Elektrode verwenden. Diese Art Schweißgerät bringt diverse Vorteile mit sich, auf die wir hier nicht weiter eingehen wollen. Relevant ist, die Schweißer GmbH ist soweit, dass sie dieses Produkt am Markt platzieren kann. Sie meldet ein Patent an.

Was ist volkswirtschaftlich bis hierhin geschehen? Die Schweißer GmbH wird nicht die einzige Firma sein, die in diese Richtung geforscht hat, durch das Patent sichert sie jedoch, dass sie die einzige Firma ist, die in den nächsten Jahren diese Technologie nutzen darf. Es haben also eine Reihe von Konkurrenten umsonst geforscht und defacto Ressourcen verschwendet. Der Fachbegriff hierfür lautet Patentrennen. Mit der Aussicht der Monopolist zu werden, der als einziger die neue Art Schweißgerät am Markt platzieren kann, haben zu viele Firmen geforscht und Ressourcen verschwendet, die volkswirtschaftlich sinnvoller hätten eingesetzt werden können.

Warum gibt es dann Patente? Dies hat den Grund, dass nicht selten ohne den Anreiz der winkenden Monopolstellung gar nicht geforscht würde. Denn ohne Patente könnte eine Konkurrenzfirma einfach das Schweißgerät der Schweißer GmbH auseinanderschrauben, sich anschauen und das Gerät nachbauen. Wenn alle Konkurrenten dies tun, hat die Schweißer GmbH durch die neue Entwicklung keine Vorteile mehr und folglich Forschungsausgaben gehabt, ohne dass dadurch ein Nutzen für die Firma entstanden ist. Dieser Effekt, dass Konkurrenten Technologien vom Innovator übernehmen, nennt sich Spillover Effekt. Je leichter das Kopieren ist, umso höher ist der Spillover Effekt und umso weniger Anreize bestehen überhaupt zu forschen.

Wenn die Schweißer GmbH nun das neue Schweißgerät entwickelt hat und als Patent angemeldet hat, stellt sich die Frage, ob es sich lohnt das neue bessere Produkt überhaupt einzuführen. Nehmen wir an, dass die Schweißer GmbH bei den alten Schweißgeräten bereits einen Marktanteil von 90% hat. Wenn sie nun das neue Schweißgerät einführt, tritt ein Effekt auf den Schumpeter „Creative Destruction" genannt hat. Die Firma kannibalisiert sich selbst, dass heißt sie wird, sobald die neuen Schweißgeräte auf dem Markt sind, die alten Geräte nicht mehr los oder nur noch zu extrem niedrigen Preisen. Folglich muss die Schweißer GmbH auf Schlag ihre komplette Produktion umstellen, was hohe Kosten verursacht. Zudem könnte es sein, dass die neuen Geräte länger halten, sich mit Ihnen also weniger Gewinn machen lässt. Es gibt also verschiedene Faktoren, die die Schweißer GmbH dazu bringen kann, die neue Technologie überhaupt nicht einzusetzen. Die Konkurrenz wiederum kann die Technologie ebenfalls nicht einsetzen, da die Schweißer GmbH das entsprechende Patent für das neue Schweißgerät besitzt. Dieses Abblocken der Konkurrenz nennt sich Patent Blocking.

Das nicht Einführen einer Innovation ist durchaus nicht nur negativ zu sehen, denn mitunter kann durch eine Innovation ein ganzer Wirtschaftszweig Probleme bekommen. So sind die Förderer der Brenngase betroffen, wenn beim neuen Verfahren andere Gase oder weniger Gase verwendet werden. Hier kann es zu einem großen Nachfrageeinbruch und den entsprechenden Folgen wie Firmenpleiten und Entlassung kommen.

Es gibt noch viele weitere Effekte, denen Innovationen unterliegen und Probleme, die von Innovationen ausgelöst werden. Volkswirtschaftlich betrachtet gibt es meist zu wenig, aber mitunter auch zuviel Innovation oder die Innovationen führen in eine Sackgasse (Bsp. Zeppelin). Vor allem Schumpeter und Arrow haben in diesen Fragen interessante Ansätze geliefert.

Und das Schweißgerät der Schweißer GmbH? Die Technologie hat sich durchgesetzt. Die meisten modernen Schweißgeräte sind heute Lichtbogenschweißgeräte.
 
 
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