Motivation, Zufriedenheit u.a.
Mitarbeiterbefragungen kommen nicht nur für große Unternehmen in Betracht, sondern eignen sich für alle Organisationen mit mehr als fünfzig Beschäftigten . Die Investitionen in eine Befragungsaktion sollten ebenso sorgfältig wie im Anlage- und Umlagevermögen geplant und vorbereitet werden. Für die gesamte Aktion einer Mitarbeiterbefragung sollte eine Projektgruppe eingesetzt werden. Der Umfang eines Mitarbeiter-Fragebogens sollte ca. 60-80 Fragen nicht übersteigen, die zu rund 90 Prozent an Mitarbeiter und Führungskräfte und zu etwa 10 Prozent ausschließlich an Führungskräfte gerichtet werden sollten.
Die Teilnahme an der Mitarbeiterbefragung muss auf freiwilliger Basis erfolgen. Die Anonymität muss garantiert werden. Alle Beteiligten haben ein Recht darauf, über die Ergebnisse informiert zu werden. Feedback und Aktionspläne müssen von „unten nach oben" und von „oben nach unten" laufen. Mit einem detaillierten Ansatz zu konkret ausgearbeiteten Fragestellungen beschäftigt sich eine Reihe BusinessIntelligence-Publikationen von Jörg Becker, so u.a: Mitarbeiterbefragung als Wissensbilanz-Seismograph - Motivation und Zufriedenheit, 2009; ISBN 978 3 8370 5085 1.
Mit den Umfragen erhält die Geschäftsleitung ein effizientes Frühwarnsystem, das ihr mögliche Problembereiche signalisiert. Die Durchführung einer Mitarbeiterbefragung, die beim Betriebsrat auf Ablehnung stößt, ist nicht empfehlenswert, weil sie sich negativ auf Beteiligung und Akzeptanz auswirken würde. Die Mitarbeiterbefragung ist somit auch ein Marktforschungsinstrument für den Kunden „Mitarbeiter", um subjektive Stimmungen in der Belegschaft aufspüren und ihnen gegensteuern zu können. Die Fragen sollten so gestellt werden, dass sie von jedem ohne Schwierigkeiten beantwortet werden können. Trotz aller positiven Veränderungsimpulse sind Mitarbeiterbefragungen aber kein Allheilmittel und können nicht die Fehler ausbessern, die möglicherweise über Jahre hin begangen wurden.
Vor der eigentlichen Befragung ist noch eine entsprechende innerbetriebliche Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten. Für das Unternehmen wichtige Fragestellungen sind u.a. Kooperation: Wird Ihr Team von Spannungen und Misstrauen behindert oder durch gegenseitige Hilfsbereitschaft gestärkt ? Führungsstil: Begegnen Sie Ihren Mitarbeitern als Partner oder als Despot ? Freiräume: Schnürt ein dichtes Netz von Arbeitsrichtlinien jede Eigeninitiative ab oder werden Kompetenzen delegiert ? Entgelt- und Anreizsysteme: Ist die Entgeltstruktur so beschaffen, dass man sich möglichst fair bezahlt fühlt ? Oder klaffen die Gehaltsspannen unverhältnismäßig weit auseinander ? Karriere: Gibt es eine vernünftige Personalentwicklung oder bleibt der Aufstieg dem Zufall überlassen ? Organisation: Werden Jobrotation, Gruppenarbeit oder Job Enrichment praktiziert oder versauern Mitarbeiter an ein und demselben Arbeitsplatz?
Dipl.Kfm.Jörg Becker (www.beckinfo.de)