Standortbilanz durchgängig systematisch
Eine Standortbilanz sollte auf einer methodisch durchgängigen Systematik aufgebaut werden. Sie soll Denkweisen von zahlenorientierten Investoren und Entscheidern entsprechen können. Bei unterschiedlichen Informationsständen und Planungskompetenzen fördert eine Standortbilanz die Kommunikation zwischen allen Beteiligten und Akteuren.
Alle Faktoren des Standortes müssen so vollständig und umfassend wie möglich/nötig identifiziert, erfasst, bewertet, quantitativ gemessen und bilanziert werden Als alles entscheidende Frage steht daher im Raum: wie, wem und mit welchen Instrumenten gelingt es, das kreative Potenzial, immaterielle Vermögen/Kapital des Standortes (quantitativ nachprüfbar, mit allen Wirkungsbeziehungen) offen darzulegen ? Nicht zuletzt wird auch der Umfang einer Standortbilanz davon abhängen, ob sich ihr Bilanzierungsbereich auf eine Kommune, einen Kreis oder eine ganze Region erstreckt. Denkbar wäre auch, gemarkungsübergreifende kommunale Kooperationen in einer eigens dafür zusammen gefassten Standortbilanz darzustellen.
Becker, Jörg: Strategischer Potenzial-Check des Standortes, ISBN 9783837049787Als Ausgangspunkt muss Klarheit darüber bestehen, an welchen Stellen eines Standortes man überhaupt Sensoren anlegen will. Erst wenn heraus gearbeitet wurde, was man überhaupt an Messungen benötigt, kann das Augenmerk auf das „Wie" gerichtet werden. Im Vordergrund stehen dabei folgenden Aspekte: Grundsätzliche Verfügbarkeit von Indikatoren; Wie aktuell und zeitnah sind die jeweils verfügbaren Indikatoren. Lassen sich die verfügbaren Indikatoren lückenlos zu Zeitreihen verknüpfen, um gegebenenfalls Entwicklungen ablesen zu können?
In welchen Form können Einzelfaktoren zu besser verarbeitbaren Übersichts- und Gesamtindikatoren gebündelt werden ? In welcher Form sind für den Standort Deutschland verfügbare Indikatoren auf die Ebene von Bundesländern, Regionen, Kreisen, Großstädte, Kommunen, Stadtteile oder einzelne Wirtschaftszweige übertragbar ? An welchen Stellen sollte auf einer niedrigeren Stufe der Aggregation Sondererhebungen durchgeführt werden?
Gibt es für Indikatoren Normierungsverfahren, um eine Vergleichbarkeit von Standorten zu gewährleisten ? Wie wird eine Gewichtung von Faktoren sichergestellt ? Welche Verfahren zur Berücksichtigung von individuellen Gewichtungsanforderungen sollten angewendet werden ? Mit welchem System können Indikatoren in ihrer Relation zueinander einheitlich gehandhabt werden?
Becker, Jörg: Standortindikatoren I., ISBN 9783839118238Verantwortliche für Standorte wie Standortanalysten in Unternehmen wären gut beraten, eine eigene Indikatorkompetenz mit einem zeitnah aktualisierten Daten- und Informationspool einzurichten.
Jörg Becker
www.beckinfo.de