Forschung nach dem Impfstoff.
Anmerkungen zur Impfung gegen die Schweinegrippe
Die erste Welle der Schweinegrippe ist vorüber. Droht in den nächsten Monaten eine zweite? Nach schleppendem Beginn der Impfung gegen die Schweinegrippe (
Influenza–A/H1N1) in Deutschland warnen Politiker und Experten davor, die Gefahr der Virus–Erkrankung zu unterschätzen. Angesichts dieser Prognosen will man die Impfbereitschaft in Deutschland erhöhen. Generell ist eine geringe Bereitschaft festzustellen, sich impfen zu lassen. Dies gilt für Ärzte, Pflegepersonal und die übrige Bevölkerung gleichermaßen, wobei die Impfquote letzterer erfahrungsgemäß niedriger liegt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfahl bereits Mitte des Jahres 2009, vor allem medizinisches Personal zu impfen, um die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems aufrechterhalten zu können. Zugleich wurde es den nationalen Behörden überlassen, bestimmte Gruppen vorrangig zu impfen. Hierzu zählen Kinder und Jugendliche und Personen unter 50 Jahren, die eine geringere natürliche Immunität gegen das
H1N1-Virus besitzen. Des Weiteren Schwangere, Ältere, Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege oder Personen mit Übergewicht. Aus Empfehlungen der Ständigen Impfkommission geht hervor, dass sich alle Bürger gegen die
Schweinegrippe impfen lassen sollten. Das Robert-Koch-Institut teilte diesbezüglich mit, dass eine Impfung ausreiche. Ähnlich wie bei vergangenen Grippe-Pandemien geht man von mehreren Wellen aus. In Deutschland impfen in den meisten Städten Gesundheitsämter und niedergelassene Ärzte.
Experten weisen immer wieder darauf hin, dass es bisher keinen einzigen Todesfall in Deutschland gegeben hat, der mit der Impfung gegen die Schweinegrippe im Zusammenhang zu bringen ist. Obwohl die Schweinegrippe harmloser verläuft als zunächst angenommen, wird die Impfung auch bei Kindern ab dem sechsten Monat empfohlen. Für Kinder im Alter von sechs Monaten bis neun Jahren ist eine halbe Dosis des H1N1-Impfstoffes ausreichend. Ab einem Alter von zehn Jahren reicht eine einmalige Impfung aus. Personen, die bereits Grippesymptome hatten, wird ebenfalls geraten, sich gegen das
H1N1-Virus immunisieren lassen.
Welche Impfstoffe werden verwendet?
Pandemrix, das aus Bruchteilen von Virenhüllen von gezüchteten Viren mit Wirkverstärker hergestellt wird und Celvapan, welches aus kompletten Virenhüllen von in Säugetierzellen gezüchteten Viren ohne Wirkverstärker produziert wird, sind innerhalb der Europäischen Union die geläufigsten Impfstoffe. Letzterer kommt vor allem in Österreich zur Anwendung. Im Gegensatz zu Pandemrix ist Celvapan zwar frei von Adjuvanzien wie Squalen, hat aber als Ganzvirus-Impfstoff eine höhere Rate an unerwünschten Nebenwirkungen. Bei Angehörigen der Bundeswehr und einiger Bundesbehörden wurde Celvapan eingesetzt. Reine Spaltimpfstoffe ohne Adjuvanzien werden in Deutschland nicht eingesetzt. Es ist darüber hinaus vorgesehen, Schwangere ohne Wirkverstärker zu impfen.
Stefan Hodyas