Hohe Markteintrittsbarrieren
Klassische, weitaus mehr im Blickfeld der Öffentlichkeit stehende Industriezweige wie die Autoproduktion oder der Maschinenbau bringen gegenüber der Immobilienwirtschaft nur ein geringeres Gewicht auf die volkswirtschaftliche Waage. Die Branche ist breit gefächert (Architekten, Ingenieure, Mieter, Vermieter, Vermittler, Verwalter, Bauaufseher, Stadtplaner u.a.) und kleinteilig strukturiert.
Diese Vielzahl von Interessen macht es oft schwer, den Überblick zu behalten. Zumal das Immobiliengeschäft an erster Stelle ein lokales und allenfalls regionales Geschäft ist.
Vgl. u.a. detaillierte Ausführungen zu Wirkungsbeziehungen im Kräftefeld der Standortfaktoren von Becker, Jörg: Immobilienwirtschaft im Standort-Möglichkeitsraum, ISBN 978 3 8391 2306 5. In dieser Branche spielen informelle Gegebenheiten eine größere Rolle als in anderen Branchen, d.h. im Vordergrund stehen persönliche Beziehungen. Die meisten Aktivitäten der Akteure spielen sich in lokalen Verästelungen ab, viele Transaktionen werden als mehr oder weniger geheime Verschlusssache gehandhabt. Da ein Großteil der Geschäfte auf informeller und persönlicher Basis stattfindet:
- sind im Vergleich zu anderen Branchen Marktdaten und Transparenz gering. Mit dem Auftreten neuer Investorengruppen steigt aber hier die Anspruchshaltung.
- sind die Markteintrittsbarrieren relativ hoch
- bestehen Gefahren von Korruptionsanfälligkeit.
Die meisten Aktivitäten der Akteure spielen sich in lokalen Verästelungen ab. Zwischen den beiden zentralen Zielen „Erhöhung der Zentralität" einerseits sowie „weitgehender Erhalt und behutsame Weiterentwicklung des bestehenden Einzelhandels können erhebliche Zielkonflikte auftreten. Mit Hilfe einer Transparenz stärkenden Standortbilanz können Entscheidungen zu deren Lösungen unterstützt und vorbereitet werden.
Immobilienwirtschaft ist zum einen der Boden, der auf dem alles steht, wächst und gedeiht und der als endliche Größe vorgegeben und mengenmäßig nicht beliebig veränder- oder vermehrbar ist. D.h. es kommt darauf an, sparsam mit dem Flächenverbrauch umzugehen. Zum anderen Gebäude, deren Menge und Qualität sich zwar an veränderte Rahmenbedingungen anpassen lassen, deren Anpassungen aber immer nur mit zeitlicher Verzögerung zu bewerkstelligen sind, d.h. die erst den sie bewirkenden Veränderungen in einem zeitlichen Abstand nachfolgen.
Dipl.Kfm. Jörg Becker (www.beckinfo.de)