Immobilien im Kräftefeld der Standortfaktoren
Eine Richtformel lautet: je höher der Wohlstand einer Region desto höher die Preise und in der Großstadt liegt der Preis für eine Immobilie in der Regel höher als auf dem Land. Hiermit in einem engen Zusammenhang stehen beispielsweise auch regionale Finanzierungs-Schwellen. Nach Aussagen von LBS-Research muss man in Frankfurt und München etwa doppelt so viel wie das dortige Durchschnittseinkommen zum Kauf eines typischen Eigenheims zur Verfügung haben. In den meisten Regionen sind dagegen schon mittlere Einkommen ausreichend.
Aber nicht nur die Immobilienpreise sondern auch die typischen Einkommen können von Region zu Region abweichen. Daraus folgt: obwohl beispielsweise die Immobilien rund um den Starnberger See absolut gesehen am teuersten sind, sind in Frankfurt, Garmisch-Partenkirchen, München oder Freiburg höhere Zuschläge auf das lokale Durchschnittseinkommen (mehr als 80 Prozent über dem ortsüblichen Durchschnitt) gefordert. Einfach deshalb: Zwar liegen die Objektpreise unter denen am Starnberger See, noch deutlicher gilt dies aber für den Wohlstand des jeweiligen Bevölkerungs-Querschnitts. Hinzu kommen noch regionale Baukosten-Unterschiede. Vgl. u.a. detaillierte Ausführungen zu Wirkungsbeziehungen im Kräftefeld der Standortfaktoren von Becker, Jörg: Immobilienwirtschaft im Standort-Möglichkeitsraum, ISBN 978 3 8391 2306 5.
Zentrifugalen Standortprozessen auf der einen Seite steht auf der anderen Seite die neue Attraktivität und Renaissance der Innenstadtlagen gegenüber. Standortentwicklungen lassen sich nicht punktgenau vorhersagen. Deshalb sind fundierte Analysen und Methodenkompetenz von Vorteil. Für einen besseren Überblick können Handlungsansätze wie Standortbilanzen von Nutzen sein. Immobilien sind gewissermaßen die Hülle des Standortes und bilden das Fundament und die Räume auf denen und in denen alles Geschehen eines Standortes stattfindet: ein Möglichkeitsraum.