Im Schatten der Hochglanzprospekte der Mobilfunknetzbetreiber und den multimedialen Featureorgien der Hersteller ist in der letzten Zeit eine weitere, weitgehend unbeobachtete Gattung Mobiltelefone herangewachsen:
Das Seniorenhandy. Das Seniorenhandy definiert sich nicht über möglichst viel Zubehör oder Features, sondern über Merkmale wie möglichst einfache Bedienung, laute Klingeltöne, Verträglichkeit mit Hörgeräten und leicht zu erreichende und bedienende Notruftaste. Zielgruppe sind hier ältere Leute, die heutzutage im Gegensatz zu früher oft alleine leben, oder aber noch rüstig sind und regelmässig unterwegs sind. Hier steht im Vordergrund, dass in Notfällen Hilfe gerufen werden kann, oder dass das Telefon so laut klingelt, dass man es hört. Ca. 20 Millionen Rentner leben derzeit in Deutschland, so dass die Zielgruppe für die Hersteller interessant ist. Interessant, weil sie im Gegensatz zu dem übersättigten Markt der Jugendlichen noch nicht ansatzweise erschlossen ist. Für Manche ist das Seniorenhandy das erste Mobiltelefon.
Technisch sind Seniorenhandys nicht viel anders aufgebaut als normale Handys auch. Im Gegensatz zu den modernen multimedialen Telefonen, die viele oft ungenutze Dinge drin haben wie Fotoapparat, Movieplayer, GPS-Navigationsgerät etc. beschränkt sich ein Seniorenhandy auf das Wesentliche: Das Telefonieren. Nur dieses, dafür zuverlässig.
Ein
Seniorenhandy hat ein grosses, kontraststarkes, auch unter Sonne lesbares Display, grosse gummierte Tasten und eine Notruftaste (
meist mit einer beliebigen Nummer, z.B. Kinder oder Betreuer, programmierbar). Oft ist es auf Hörgeräteverträglichkeit konstruiert, und bietet nützliche Funktionen wie Weckalarme an, die unter anderem auch an Tabletteneinnahme erinnern können oder Arzttermine. Um komplizierte Bedienung eines Telefonbuches zu vermeiden, sind in der Regel drei bis fünf Kurzwahltasten vorhanden, die frei belegt werden können.