Nachschub an Kindekleidung
Manche Eltern sind der Verzweiflung nahe. Nicht etwa weil ihre Kinder in der Schule schlecht wären oder sie ständig krank sind – sie wachsen so schnell, dass weder Schuhe, Jacken, Kleider noch Hosen eine Saison passen. Und was das für den Geldbeutel der Familie heißt, kann man sich gut vorstellen. Wenn im Oktober etwas robustere
Kinderschuhe gekauft werden, die während der Übergangszeit oder in den wärmeren und schneefreien Wintertagen getragen werden können, dann hofft man im Stillen, sie mögen noch den März und April passen.
Aber wie oft geschieht es, dass die Kinder, anders als die Natur, im Winter ordentlich wachsen. Schneefeste Schuhe müssen ja auch noch gekauft werden und wenn dann im Februar oder März die Übergangs-Schuhe schon drücken, sucht man händeringend nach einer Lösung, denn für 6 – 8 Wochen ein paar neue Schuhe zu kaufen, widerstrebt den knapp kalkulierenden Eltern. Denn eins ist ganz gewiss – die im März gekauften Schuhe werden bei dem Wachstumstempo im kommenden Herbst nicht mehr passen. Hat man ein Kind, ist dieses Problem noch einigermaßen überschaubar, aber wer zwei oder drei Kinder einzukleiden hat, der wird schon mal den einen oder anderen lauten Seufzer loswerden. Wenn wir bei dem Beispiel mit den Schuhen bleiben, die Kinder benötigen ja auch noch Schuhe für den Schulsport. Im Winter Hallenschuhe, im Sommer wieder andere für Draußen.
Wenn die Kinder in ihrer Freizeit im Verein Fußballspielen, müssen auch entsprechend viele Schuhe angeschafft werden. Von März bis November wird auf dem Fußballplatz gespielt und da benötigt man Stollenfußballschuhe. Wenn aber im August die Schuhe schon wieder drücken, müssen wieder ein paar neue her, von denen man weiß, sie werden nur noch 2-3 Monate getragen. Mitte November beginnt die Hallensaison und erst Mitte März geht es wieder auf die Fußballplätze – die Schuhe aus dem Sommer passen da schon längst nicht mehr... Und so geht es Jahr um Jahr, bis die Kids endlich ihre Endgröße erreicht haben.
Andreas Mettler