Das Bundesverfassungsgericht hat sein Urteil zum EU-Rettungsschirm bekannt gegeben. Inhalt der Klage waren die Rettungspakete in Milliardenhöhe, die Ankläger sahen die Demokratie gefährdet, da diese milliardenschweren Pakete in Brüssel geschnürt wurden. Schon im Vorfeld zeichnete sich ab, dass das Gericht den Rettungsschirm nicht kippen wird. Das Gericht hat jedoch einige Auflagen erlassen. Der Hilfsfond EFSF und die Regierungschefs dürfen zukünftige Kredite an hilfsbedürftige Staaten nicht mehr in Eigenregie vergeben. Das Bundesverfassungsgericht legte fest dass der Haushaltsausschuss des Bundestages zustimmen muss. Diese Festlegung ist unter Wirtschaftsvertretern und Ökonomen auf breite Zustimmung gestoßen, denn damit bleiben die Rechte des Bundestages gewahrt. Bisher war es so, dass nur der Bundestag hat zustimmen müssen. Die Hilfsprogramme für Irland und Portugal konnten demnach ohne parlamentarische Zustimmung vergeben werden. Nach wie vor scheint es aber so, dass im Notfall auch ohne Zustimmung des Bundestags die Maßnahmen genehmigt werden können und eine Zustimmung der Volksvertreter im Nachhinein eingeholt werden kann. Diese Auffassung vertreten einige Mitglieder aus Regierungskreisen.
Jean-Claude Trichet wies kürzlich darauf hin, dass die Inflationsrisiken „überprüft werden müssen". Dies deutet an, dass der eingeschlagene Zinsanhebungszyklus gestoppt werden könnte. In den letzten Monaten wurde immer wieder von Aufwärtsrisiken gesprochen, dieser Wortlaut änderte sich nun in ausgeglichene Risiken. Der Markt selbst hat dies längst in die Kurse eingepreist, denn erste Hinweise lieferte schon der eingebrochene ifo-Index. Für das Forex Trading sind dies entscheidende Hinweise, denn der Euro konnte lange Zeit von einem Zinsvorteil gegenüber dem US-Dollar profitieren, auch wenn dieser teilweise durch das erhöhte Euro-Risiko neutralisiert wurde. Auch beim Britischen Pfund werden in nächster Zeit keine Zinsanhebungen mehr erwartet.
Die Industrieproduktion gab zuletzt deutlich nach und bestätigte das nach wie vor schwache Wachstum, mit dem viele Länder zu kämpfen haben. Der nächste Focus liegt auf dem Sitzungsprotokoll, das am 21. September veröffentlich wird. Dort wird ersichtlich, ob es sogar Tendenzen in Richtung einer lockeren Geldpolitik gibt. Damit ist gemeint, dass es durchaus zu weiteren Bondkäufen kommen könnte, wenn die Wirtschaft nicht anzieht. Mit was das Pfund jedoch im Vergleich zu anderen Währungen glänzen kann ist das Rating der Staatsanleihen, denn diese weisen nach wie vor ein „AAA"-Rating auf. In den USA haben wir bereits eine Herabstufung gesehen und in Japan sowie China könnte der nächste Schritt nach aktuellen Berichten eine Herabstufung sein. Auch wenn die Ratingagenturen in der Vergangenheit viele Fehler gemacht haben, üben sie weiterhin eine gewisse Macht auf die Märkte aus.