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Illegales Zocken in Herne

Autor: FranziSteiner | Erstellt am: 11.01.2012 | Gelesen: 364
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Weshalb die Stadt ihre ungenehmigten Wettbüros nicht loswerden kann

Illegales Zocken in Herne
Illegales Zocken in Herne

In Deutschland gab es bisher noch eine klare juristische Aussage zum Angebot von Sportwetten. Der Staat hält das Monopol auf Sportwetten und das wird von dem Anbieter Oddset vertreten. Nur bei Oddset-Filialen darf auf Fußballergebnisse, Rennsport-Platzierungen und ähnliches gewettet werden. Dieser Stand der Dinge schien aber nie eine Auswirkung auf das Angebot an Wettbüros in der Stadt Herne in Nordrhein-Westfalen zu haben. Denn dort setzten sich zwischenzeitlich mehr als 40 illegale Annahmestellen von Sportwetten nieder.

Zwar ist diese enorme Zahl inzwischen wieder deutlich zurückgeschrumpft, aber die Stadt hat immer noch ein großes Problem mit ungenehmigten Wettanbietern. In Herne gibt es nämlich 18 Anbieter für Sportwetten und nur 2 davon besitzen eine Lizenz. Der Rest bietet seine Angebote ohne Genehmigung feil und verstößt somit gegen das Gesetz. Dennoch fühlt sich die Stadt machtlos gegenüber den illegalen Sportwett-Angeboten. So wurde bereits häufig mit Untersagungen gegen die illegalen Anbieter vorgegangen, doch diese führten zu keinem Ergebnis.

Tatsächlich wurden auch Zwangsgelder verhängt, die auch meistens von den illegalen Wettbüros bezahlt wurden. Oft wurde auch das zweite Mal bezahlt aber die Wettbüros blieben. Lediglich der Name der kleinen Wetttempel änderte sich unter Druck des Ordnungsamtes – Schließungen gab es aber selten. Und so bleiben die ungenehmigten Wettbüros in Herne bestehen und die Stadt kann nichts machen.

Dabei wagt es das Ordnungsamt von Herne einfach nicht, diese illegalen Wettbüros eigenhändig zu schließen. Dieses effektive Mittel wäre zwar auf den ersten Blick legitim, könnte aber große Probleme für die Stadt nach sich ziehen. Der Grund dafür ist ein urteil vom Europäischen Gerichtshof, das den deutsche Glücksspielstaatsvertrag als unzulässig erklärte.

Damit öffnen sich Möglichkeiten für die Betreiber illegaler Wettbüros, nach der Zwangsschließung Klage auf Schadensersatz zu erheben und die Stadt Herne fürchtet so Millionenverluste. Deshalb wird das ungenehmigte Angebot an Sportwetten weiterhin geduldet und man wartet auf den neuen Glücksspielvertrag, der den deutschen Glücksspielmarkt bald regulieren soll.

Franziska Steiner

 
 
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