Ikonen: Gottesmutter von Wladimir
Ikonen sind Heiligenbilder der Kirchen aus den vorwiegend osteuropäischen Ländern. Am bekanntesten sind die Ikonen aus Griechenland, Zypern und Russland. Makedonien und Rumänien sind ebenfalls bekanntere Herkunftsländer. Dargestellt werden in der Regel Heilige, Jesus Christus, die Apostel oder Jungfrau Maria. In der Darstellungstechnik gibt es die
Ikonen mit Malerei auf Holz, oftmals mit Hintergründen aus aufgetragenem Blattgold, Ockerfarbe oder mit Schlagmetallen. Aus Russland kommen auch Ikonen mit rötlichem Hintergrund. Seltener sind Ikonen mit silbrigem Hintergrund. Glaubensbedingt werden die
Ikonen in vielen östlichen Kirchen während des Gebetes geküsst. Besonders diese Ikonen sind oft mit verzierten Messingblechen (oder auch Eisen- und Messingblechen) beschlagen. Darüber hinaus sind noch
Ikonen in Mosaikform oder als Schnitzereien (Holz/Elfenbein) bekannt. Gemalt wird mit Eitempera und ein Ölfirnis (manchmal aber auch Wachs) soll vor der Zersetzung schützen. Bei
neuzeitlichen Ikonen bewirken die modernen Firnisse jedoch leider oft das Gegenteil. Bei diesen neuzeitlichen Ikonen ist auch Ölmalerei auf Leinwand zu finden. Die Leinwand wird anschließend auf Holz gezogen. Der
Ursprung der Ikonen liegt in der byzantinischen Kunst, die dann in den vorgenannten Ländern weiter entwickelt und gepflegt wurde. Ikonen sind immer rahmenlos.
In der Darstellung ist festzustellen, dass Farben, Darstellungsgröße der Person und Umfeld in der Regel unrealistisch - oft überzogen dargestellt werden. Insbesondere wird die dargestellte Person deutlich überzeichnet und von der Größe gegenüber dargestellten Accessoires massiv hervorgehoben. Einzelpersonen sind immer frontal abgebildet um einen direkten Bezug/Kontakt zum Betenden darzustellen. Die Darstellungen sind klar und schnörkellos. Die Einzelpersonen wie auch Personengruppen werden namentlich durch Kürzel in der alten Landesschrift auf der Ikone benannt.
Ikonen werden von ihrem Maler - egal welchen Ruhm er sich dabei erworben hat - nicht signiert.
Besonders seit dem letzten Jahrhundert wuchs in den westlichen Ländern der Wunsch, die hiesigen Kirchen und auch Privatwohnungen mit Ikonen zu schmücken. Ein Laie hat es schwer, eine antike Ikone von einer guten Fälschung zu unterscheiden. Hier sei auf namhafte Auktionshäuser verwiesen, die mit entsprechendem Fachwissen auch eine Expertise mitliefern. Neuzeitliche Ikonen sind zu einem Bruchteil des Preises einer antiken
Ikone erhältlich und sind oft weniger empfindlich als die antiken Ikonen.
Antike Ikonen strafen stark schwankende Raumtemperaturen und Luftfeuchtigkeiten mit raschem Verfall und damit deutlichem Wertverlust.
Frank Kugler