Ignoranz, ich gebe zu
Nicht immer ist es ein Leichtes mit dir
Nicht immer fällt es unbeschwerlich
Deiner Kühle in Liebe zu begegnen
Deine Feindes-Gesinnung
Gräbt tiefe Schlucht zwischen dir und mir
Dein Maskensein fälschlich ernst genommen
Lässt fehlend' Mitgefühl die Sonne gefrieren
Doch schaue ich hinter oberflächlich' Eindruck
Erkenne ich erstaunt, daß Angst dich regiert
Und dein scheinbar fehlend' Mitgefühl
Doppelt das Meine
Komm' näher, du missverstanden Wesenheit
Lass dich in die meinig' Arme schließen
Ich will nun würdigen dein Lebenswerk
Mutig Verteidigerin des ängstlich' Kindes
Schreie
Weine
Tue mir weh
Übertöne jetzig Schmerz
Mit irgend Größerem
Um dem Argen im Momente zu entweichen
Handle voll Verzweiflung, gezwungen
Um einen Schmerz mit anderem zu tauschen
Versuche das Fliehen
Alles scheint besser als das Jetzt
Befreiung kommt ganz unverhofft
Höre plötzlich in mir, beruhigend' Stimme
Gottes sanftes Wort erklingt
Menschlein, liebe dich
Laß dich in Ruhe
Erlebe mich im Gewesenen
Bin nicht wirklich hier und da
Mein Körper aufgefüllt
Mit des frühen Kindes Emotionen
Sehe das Jetzt
Verzerrt durch trübe Gläser der Vergangenheit
Gläserne, unsichtbare Wand mich trennt
Von mir und dem wahren Leben
Ich reise sie nieder die Mauer
Die zwischen mir und dem alten Schmerze steht
Halte ein die Leugnung
Die alte Emotionen in Vergessenheit verwünscht
Nehme hinweg Schranken und Barrieren
Kluft, die zwischen dem Heute und Gestern besteht
Und gleichwohl ich dem Vergangenen begegne
Kann ich heutiges fühlen
Angenomme Vorzeit
Mich offensichtlich ganz macht
Ich nun auch ganz im Heute bin
Das Zukünftige mit Liebe erwartend
Was dir nicht gehört
Kannst du nicht verlieren
Höre ich mahnend' Stimme in mir sagen
Gehört es erst zu dir
Machst es zu dem deinen
Dann wird es dir gar schnellstens allzu teuer
Und die Angst des Verlustes, sei gewiss
Lässt sich ungebeten baldig blicken
Jetzt sehe ich warum
Warum ich stets vermied den Schatz zu finden
Ich einfach aus Furcht
Aus Angst den Verlustschmerz nicht zu überwinden
Mich dem Leben versagte
Doch jetzt möchte' ich's haben
Das, woran mein Herz sich hängt
All dies, was mir teuer ist
Was mir zugehörig ist
Will ich auch nur für einen Moment besitzen
Will all das, was mich bereichert
Auch wenn ich der Vergänglichkeit willen
Mich irgenwann davon trennen muß
Wenn es der Preis ist, nichts zu besitzen
Um der Freiheit zu gehören
Will ich den Preis nicht entrichten
Mich eher der Liebe zu den Dingen ergeben
Um als Mensch nicht das lebendig' Sein zu missen
Fliehe ängstlich in das Altbekannte
Vertrauen ist für Unbekanntes
Offenbar noch ungeboren
Zwar ist Langeweile hier gar tödlich
Das ewig' Selbe, kann man sagen
Hier ohne Schonung Lebensmüde macht
Doch anderseits auch vertraute Gewohnheit
Hier an diesem Orte geduldig auf mich wartet
Das Neue mich ruft
Lockt mit süßem Duft
Duft der Freiheit eigen ist
Mich auf Liebeswolken schweben lässt
Wenn ich nur gehe
Immer wieder höre ich die Unbekannte rufen
Doch bleibe ich noch allzu oft
Bleibe, ohne zu wollen
Der Bequemlichkeit bester Gast
Kommt ein Engel mir ganz nah
Flüstert mir leise ins Ohr
Köstliche Wörter, drei an der Zahl
Mitmenschen, Miteinander, Mitfühlen
Teilt mir sogleich die Liebe mit
Wahre Essenz des Lebens
Schütte aus den Becher des Giftes
Gegnerschaft, die Brüder isoliert
Das Gegeneinander, erkenne es
Als Schutz, der nicht von Nöten
Sehe und werde leer davon
Es ist der Saft der den Mensch nicht stärkt
Der mich schmerzlich trennt von dir
Siehe, bittere Säfte, die in dir wallen
Analysieren, spalten, Zusammengehöriges teilen
Der Synthese doch nicht förderlich sind
Ganz und gar nicht da, um Verbundenheit zu schaffen
Ich nicke dem Engel bejahend zu
Denn ich sehe, höre, bin ganz erfüllt
Fühle, wie der Worte Wahrheit in mir schwingt
Und aus meinem Herzen ertönt angemessen' Echo
Engelsworte in mir sich spiegeln
Nektar der Liebe
Heilend Balsam des Miteinander
Jetzt trink' ich dich
Trinke dich in großen Zügen
Sage der Angst vor Begegnung Adieu
Will durch dich die Nähe wissen