Mögliche Zukunftspfade einschätzen
Je dynamischer die Entwicklungen im Umfeld sind, desto mehr wird das Unternehmen mit der Erfassung relevanter Einflussfaktoren einschließlich aller damit verbundenen Risiken unterstützt. Mehrdimensionales Denken in Alternativen wird gefördert, Abbau der eindimensionalen Zwangsläufigkeit der Zukunft; Robustheit und Eintrittswahrscheinlichkeit möglicher Zukunftspfade kann besser beurteilt werden.
Von großem Vorteil ist, dass mit der Szenariotechnik zwischen allen Beteiligten kreative Ideenfindungs- und Erfahrungsaustauschprozesse in Gang gesetzt werden. Erkennbar wird, dass innerhalb des abgesteckten Spektrums der Zukunftsmöglichkeiten auch ein gangbarer Entwicklungspfad in die tatsächliche Zukunft vorhersehbarer wird. Hierbei entwickelte Szenarien stellen keine unumstößlichen Voraussagen der Zukunft auf: vielmehr liefern sie auf der Basis der erfassten Einflusskräfte in sich stimmige Bilder denkbarer Möglichkeiten: d.h. gegenseitige Wechselbeziehungen zwischen Einflussfaktoren werden klarer. Vgl. zu grundsätzlichen Maßnahmenpotenzialen u.a. Jörg Becker: Wissensbilanz und Geschäftsplanung, ISBN 978-3-8370-7564-9.
Trendumbrüche, umwälzende Fortschritte, gesellschaftlicher Wertewandel und Verhaltensänderungen können dabei ebenso berücksichtigt werden wie firmeninterne Einflüsse etwa aus Angebotsphilosophie und Kundenbindungspotentialen. Unterschieden werden können zusätzlich globale und firmenspezifische Szenarien: Global-Szenarien setzen sich mit unternehmensübergreifenden Themen für eine ganze Branche oder auch für mehrere Branchen gleichzeitig auseinander. Diese Szenarien müssen auf der Grundlage von weit abstrahierenden Daten entwickelt werden. Firmenspezifische Szenarien werden wie ein Maßanazug entwickelt und gehen von konkreten Stärken-Schwächen-Ziel-Analysen des eigenen Unternehmens aus. Vgl. zu grundsätzlichen Entscheidungstechniken u.a. Jörg Becker: Entscheidungstechniken als Krisenschutz – Erfolg=Summe richtiger Entscheidungen, ISBN 978-3-8391-2906-7.
Zu den mit Szenariotechniken realisierbaren Vorteilen zählen: Reduktion der Komplexität, Szenarien unterstützen das Ziel das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen, durch die Reduktion der Informationsvielfalt auf relevante Szenarien kann mehr Entscheidungsfähigkeit hergestellt werden, Verdeutlichung der Zusammenhänge und Beziehungen, das Unternehmen lernt die Ursachen seiner Zukunft besser verstehen, Integration von quantitativen und qualitativen Informationsarten, Entwicklungen schwacher Signale die sich u.U. einer Quantifizierung entziehen können in Szenario-Denkmodelle aufgenommen werden, Nachprüfbarkeit ob aufgrund von Ereigniswahrscheinlichkeiten bestimmte Szenarien überhaupt noch als relevant anzusehen sind, Monitoring d.h. Szenarien ermöglichen das Überwachen von Signalen und Frühwarnindikatoren. Vgl. zu strategischen Perspektiven u.a. Jörg Becker: Strategie-Check und Wissensbilanz – Wirkungsbeziehungen transparent machen, Erfolgspotentiale ausloten, ISBN 978-3-8370-7305-8:
Jörg Becker
www.beckinfo.de