Tarzan und Jane (Elisabeth Hübert & Anton Zetterholm)
Musicalkritik, kurzer Einblick in die Handlung, Musik, Musical, Phil Collins
Man nehme einen schnulzigen Welthit von Phil Collins (You'll be in my heart), die quietsch bunte Magie eines Disneyzeichentrickfilms und eine akrobatische Darstellung, die selbst den Cirque du Soleil in den Schatten stellt. Dazu noch eine exotische Dschungelkulisse, künstlich erschaffen in der Neuen Flora Hamburg und fertig ist der neue Massenmagnet namens Musical.
Tarzan und Jane (Elizabeth Hübert und Anton Zetterholm)
Einundfünfzig Darsteller und ein siebenundzwanzig-Köpfiges Orchester haben unter der Leitung von Phil Collins, Regisseur Bob Crowley und sechzehn weiteren Kreativteammitgliedern den Disney-Klassiker in der Hafenstadt Hamburg auf die Bühne gebracht.
Nachdem die beiden Hauptdarsteller (Uraufführung, Jane: Elizabeth Hübert, Tarzan: Anton Zetterholm) über die im Fernsehen übertragene Castingshow „Ich Tarzan, Du Jane" (ausgestrahlt auf Sat1 Frühjahr 2008) ausgewählt wurden, feierte das zweite Disneymusical in Deutschland im Oktober 2008 Premiere und hält seitdem ganz Hamburg im Dschungelfieber.
Die Zuschauer finden sich als Beobachter mitten im Dschungel wieder, umgeben von Affen und anderen exotischen Regenwaldbewohnern, die sich an grünen Lianen in schwindelerregender Höhe neben und über ihnen vorbei hangeln.
Bühnenbild und Kostüme entführen den Zuschauer in eine fremde märchenhafte Welt voller Magie und Exotik. Die Inszenierung ist als dynamisch zu beschreiben, die Musik von Genesis-Frontmann Phil Collins schwankt zwischen romantisch, fetzig bis in die leicht rockigeren Töne, während der wohl bekannteste Song You'll be in my heart immer die Grundmelodie bleibt und im ganzen Stück über wieder zu erkennen ist.
Noch eine Portion Witz und Humor dazu und schon hat man alle Aspekte, die ein gutes unterhaltsames Musical ausmachen.
Das Tarzan sich auch in Deutschland zum Erfolg mausern würde, war vorab zu sehen. Bereits 2006 feierte das Disneymusical seine Premiere am Broadway, danach auch in den Niederlanden.
Die rund 1900 Premierengäste in Hamburg kamen aus dem Schwärmen für dieses zeitlose Abenteuermusical gar nicht mehr heraus und auch ich muss sagen, dass diese Inszenierung sehr gelungen ist. Wer also großartige Akrobatik und berauschende Farben liebt sollte auf jeden Fall einen Besuch in der Neuen Flora wagen und sich ebenfalls vom Dschungelfieber anstecken lassen.
Samira Scheffel