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Ich kann alles tun! Rainer Sauer/Deushomo

Autor: revhoros | Erstellt am: 05.02.2011 | Gelesen: 303
Kategorie: Geschichten & Anekdoten | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Wenn ich alles tun kann, stellt sich die Frage, was ich wirklich will.

Rainer Sauer/Autor/Philosoph
Rainer Sauer/Autor/Philosoph
Grundsätzlich ist es für uns wichtig, daß wir die Absolutheit der Aussage "Ich kann alles tun!" möglichst ganzheitlich erfassen. Also reali­sieren, daß wir ohne tatsächliche äußerliche Grenzen alles tun und lassen können, was wir wollen. Kann ich mir diese Unabhängigkeit zugestehen und mich von üblichen auto destruktiven Verhaltens Mustern wie Selbst Anklage, Selbst Verurteilung oder Selbst Bestrafung distanzieren, so ist dies eine äußerst gewinnbringende Lebenshaltung. Denn wenn es mir gelingt, mich an dieser Idealvorstellung auszurichten, behält alles, was ich tue, egal, was ich tue, einen „Lernstoff" Charakter, der mir nutzt und mir unmittelbar Informationen, Erkenntnisse und Erfahrung schenkt. Das bedeutet mit anderen Worten, daß ich grundsätzlich frei bin und keiner künstlichen Moral, keinem Gesetz oder sonstiger Regelung unter­stellt bin. Was folgerichtig mit sich bringt, daß es in diesem Falle selbst­redend auch kein richtig oder falsch machen mehr gibt und somit das Verurteilen, Anklagen und Bestrafen seinen nötigen Bezugsrahmen ver­liert. Was übrig bleibt, ist die ultimative Frage: "Was will ich wirklich?"

Um dann mit der Antwort, welche sich mir daraus ergibt, also mit dieser daraus resultierenden Klarheit in die Handlung zu gehen, sprich: es einfach zu tun, was ich will, und mich dadurch in meine individuelle und immer gleich wertvolle Erfahrung zu involvieren. Welche ja grundsätz­lich eine Bereicherung an Lebensweisheit, Erkenntnis und das Ansam­meln eines immensen Schatzes an erlebter Information ist. Wir machen uns so frei von allen scheinbaren Beschränkungen, um als Ausgangspunkt für unsere Handlungen absolute Bewegungs Freiheit zu erzielen. In dieser Ungebundenheit stellt sich uns als prinzipiell in moralistischen Wertmaß­stäben urteilenden Wesen natürlich die Frage nach Produktivität und Destruktivität. Dazu ist zu vermerken, daß es für mich prinzipiell kein moralisch bewertendes Gut oder Böse gibt, sondern sich mir nur die uni­verselle Frage stellt, welche sicherlich auch einer gewissen Moralität entspringt: „Was will ich nun zu diesem Zeit Punkt erfahren und trägt es zu meinem Wachstum bei?".

Dies bedeutet aber keinesfalls, daß das, was unserer Meinung nach in dem einen oder anderen Falle zu unserem Wachstum beiträgt, das so­genannte „Richtige" ist und alles andere notwendigerweise das „Falsche". Sondern, RICHTIG ist generell alles, und ich entscheide mich aus dem mannigfaltigen Angebot heraus, für das, was mir gerade in diesem Au­genblick als wachstumsfördernd erscheint. Entscheide ich mich nämlich, das zu tun, was meiner Ansicht nach nicht entwicklungsfördernd ist, wachse ich an der darauf folgenden Erfahrung nicht minder, und von einer höheren Warte aus betrachtet löst sich da nämlich die scheinbare Gegensätzlichkeit von Destruktivität und Produktivität auf.

Egal was ich tue, es beinhaltet in gewisser Weise immer das soge­nannte Andere und es folgt ohnehin praktisch das notwendige nächste, welches mich Kräfte ausgleichend in der Umlaufbahn meiner Selbst Findung hält. Und man muß ja logisch betrachtet davon ausgehen, daß es noch weitere Handlungs Alternativen gibt, die für mich noch sichtbare Entscheidungs Relevanz haben und ebenfalls meinem Wachs­tum zuträglich und nützlich sein müssen. Denn hätte ich den Prozeß der Bewußtwerdung dieser speziellen Dinge schon vollzogen, wäre ich mir ja offensichtlich bewußt darüber und bräuchte diese bestimmten Dinge nicht mehr tun. Anders formuliert, ich würde gewisse Dinge nicht mehr tun, da ich ja jene Bewußtheit habe, welche dies nicht mehr erfordert. Das heißt nicht, daß dieses bewußtgemachte Material sich dann aus dem Grund Potential für uns als Möglichkeit gänzlich herauslöst. Nein, son­dern rein theoretisch könnte ich diese Dinge ja weiterhin tun, aber fak­tisch gesehen schließt sich jedoch das tatsächliche Relevant Sein der Alternative plötzlich aus, weil die Bewußtheit die Alternative nicht mehr braucht. Was wir, das setze ich voraus, ja generell als essentielle Aussage akzeptieren, wenn wir die Existenz und ihre unmittelbare Auswirkung von Bewußtwerdung und Bewußtsein nicht leugnen.

Um auf die scheinbare Gegensätzlichkeit von Produktivität und Destruktivität zurückzukommen, möchte ich nochmals auf das Faktum eingehen, daß ja eben Destruktivität im höheren Sinne nicht das ver­meintlich "Schlechte" ist und Produktivität auch nicht das einzig und alleinige "Gute". Das eine beinhaltet nämlich das andere, und praktisch erlebbar ist dies ja auch in den Natur Zyklen, bei denen unumgänglich immer auf das „eine" das „andere" folgt. Wir erleben Zerstörung, welche Raum für Wachstum gibt, welche im Strom der Kreativität und somit im Lebensfluß mitfließt, welches das sogenannte Alte in den Natur Dünger für das Neue wandelt. Zerstörung erleben wir als Teil eines Transforma­tions-Prozesses, welcher der Ver Wandlung, der Verände­rung, sprich der Vermehrung, Entwicklung, dem Werdungs Prozeß als solches dient. Und andererseits erleben wir Produktivität, welche viel­leicht in ihrer raumein­nehmenden Weise anderes verdrängt, selektiert und in letzter Konsequenz als „destruktive Qualität" die Aussonderung, das Zerstören des scheinbar „nicht Produktiven" in sich birgt.

Aber was bedeutet dies wiederum für die Aussage: „Ich kann alles tun!" Vielleicht bringt uns ein Bild weiter, welches ein wenig das Para­doxe unserer irdischen Lebens Situation näher bringt. Und was uns viel­leicht zumindest eine Ahnung davon gibt, daß von dualistischer Sicht­weise aus betrachtet manches keinen Sinn macht, sich scheinbar wider­spricht, oder auch seine ganz eigene Realität gefestigt hat, welcher einer zusätzlich anderen Betrachtungsweise keinen Lebensraum läßt. Daß wir nämlich mittels unserer herkömmlichen alltäglichen Betrachtungsweise keinen Zugang zum Essentiellen erlangen können, und wir deshalb ja auch zu keiner sinnvollen und Frieden schenkenden Interpretation des uns Erscheinenden gelangen. Das heißt, daß wir beginnen zu erahnen, daß duales Schauen auch nur ganz spezifische duale Interpretation zuläßt. Und wir aber, wenn wir eine weitere, ausgedehntere, der Einheit raum öffnenden Sichtweise entfalten, auch gegebenenfalls Zusammen­hänge durchschauen können, welche die „vereinsamten" Puzzelsteine von magischer Hand bewegen, zu einem erkennbaren Bild zusammenfügen und dann das in seiner Ganzheit erscheinende Bild plötzlich unter diesen Gesichtspunkten durchaus Sinn macht. Diesbezüglich werde ich nun ein­fach mal beginnen, ein Bild zu zeichnen, welches uns von der uns be­kannten dualen Sichtweise, von dem uns gewohnten Standpunkt aus, vielleicht zu einem etwas höher liegenden Aussichtspunkt führt. Wir stellen uns also vor, daß die meisten Menschen sich gefangen fühlen, weil die Äußerlichkeiten nicht so sind, wie sie es gerne hätten, und ihr mögli­ches links und rechts Gehenkönnen ihnen so hoffnungslos wie das Laufen eines Hamsters im Laufrad erscheint. Andere wiederum sind der Ansicht, daß die Umstände sehr widrig sind auf dieser Erde, daß sie aber vorwärts, rückwärts, links und rechts gehen können, daß es für sie also immer einen Weg gibt, welcher aus der Misere heraus führt. Beide sind auf einer ähn­lichen Auffassungsebene und sind voraussichtlich der Ansicht, daß die Dinge eben so sind, wie sie dies erleben und daß dies der Realität ent­spricht. Ihre Interpretation basiert weitestgehend auf einem dualen Wahrnehmungs System und aller Wahrscheinlichkeit nach ist für beide nur das wirklich existent, was sie mit ihren Augen sehen können. Ihre Wahrnehmung ist somit also größtenteils, wenn nicht sogar ausschließlich auf das Materielle an sich ausgerichtet, und folglich nehmen sie auch nichts anderes als die materielle Welt wahr.

Stellen wir uns nun also einen Menschen mit einer etwas offeneren Auffassung von der ganzen Sache vor, welcher, nehmen wir mal an, der Meinung ist, daß wir scheinbar frei entscheiden können, ob wir rechts oder links gehen wollen, und beides auf dieser Auffassungs Ebene weder richtig noch falsch ist. Daß es sozusagen egal ist, wofür wir uns tatsäch­lich entscheiden. Und daß wir lange Zeit, ohne daß wir es erahnen kön­nen, uns dennoch immer in die gleiche Richtung vorwärts bewegen, also praktisch geradeaus, obwohl wir manchmal links und auch manchmal rechts gehen. Das bedeutet, wir bewegen uns auf dieser Ebene etwas objektiver betrachtet immer geradeaus, egal ob wir uns für rechts oder links entscheiden, was natürlich die Entscheidungsfreiheit zweifelhaft erscheinen läßt. Diese Ebene der Auffassung, oder auch anders gesagt, diese Form von Bewußtheit läßt doch schon um einiges mehr Raum für Luft zum Atmen zu. Wir betrachten auf dieser Ebene schon etwas erhöht die komplexeren Zusammenhänge der Erscheinungen und haben in einem weiterhin erscheinenden System von Unfreiheit doch eine gewisse Frei­heit erlangt.

Verlassen wir nun unsere irdische lineare Auffassungsweise und steigen nun auf eine quasi über irdische Aussichtsplattform, dann wird es noch interessanter. Das freie links oder rechts Gehen oder das scheinbare sich geradeaus Bewegen entpuppt sich nunmehr als Raumkrümmung. Und schon ein paar Treppchen höher, quasi auf der nächst gelegenen Plattform, können wir dann sogar feststellen, daß wir uns immerzu im Kreis bewegen. Daß wir praktisch, egal wohin wir uns letztendlich hin „entscheiden", uns doch stets auf unserem Weg zu uns selbst befin­den, der so gesehen „entschieden" und in gewisser Weise zart koloriert vorgezeichnet ist und insofern auf „unfreien Wegen" direkt zu uns zu­rückführt. Wobei wir uns auf dieser Wahrnehmungsebene bereits nicht mehr unfrei fühlen, also uns eher in einem friedvollen Zustand befinden, da wir noch komplexere Zusammenhänge erfassen können, welche uns ein wenig mehr Einsicht über die tatsächliche Freiheit und die göttliche Herkunft vermitteln. Und somit wissen wir auf dieser Ebene auch darum, daß dies die paradox irdisch duale Mischung der freien und zugleich unfreien Atmosphäre ist, in die wir hineingeboren wurden, in welche wir uns selbst hineingeboren haben. Und in dieser Bewußtheit wissen wir dementsprechend auch, daß wir es waren, die sich ursprünglich entschie­den haben, in diesem Klima, durch kreative Kräfte angespornt zu gedei­hen, um uns Stück für Stück zu akklimatisieren und zu reifen. Was in diesem Zusammenhang soviel bedeutet, als daß wir uns entschieden ha­ben, als menschliche Wesen dienend, das göttliche Ideenreich in das ir­disch materielle Reich zu bringen und zu manifestieren. Und dies, als Mensch des Handelns frei und doch als göttliches Wesen immer den gött­lichen Gesetzen folgend und den göttlichen Plan vollendend.

Und so ist es in diesem Kontext sogar legitim zu behaupten, daß es sogar unsere Verantwortung oder gar Verpflichtung ist, ganz und gar dies zu tun, wonach wir speziell als Individuum verlangen, was wir als Wille in uns tragen, um somit das Kollektiv mit diesem Geschenk zu berei­chern, zu würdigen und auch zu ehren. Der Weg der Verwirklichung führt dahin, uns von den konventionellen Fesseln zu befreien, um unser in­nerstes Bedürfnis leben zu können, und der göttlichen Werdung und Gestaltung willentlich Raum zu bieten.

 
 
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