Mitsu tomoe: Himmel, Sonne, Erde, Mensch
Das Chinesische Orakel 1) war schon 1500-1050 v. u. Z. in der damals noch animistischen Klan-Gesellschaft bekannt. Das älteste Buch Chinas (ca. 200 v. u. Z.), das I Ging, ist immer noch aktuell. Seine zugrunde liegende, nicht kausale, strukturelle Denkweise der dialektischen Yin- und Yang-Logik 2), basiert auf den Fragen wie (Methode) und was (Sachen, Verhalten) man gegenwärtig und in Zukunft machen soll, um sein Leben positiv zu beeinflussen. Das I Ging sagt dem/der Fragenden, methaphernartig (Info als bildhafte Vorstellung), die Gegenwart und die Richtung, in die sie tendiert: den permanenten Wandel. Metaphern sind jedoch schwer zu interpretieren.
Man schiebt in China, im Gegensatz zu Europa, die Selbst-Verantwortung (Konfuzius) für sein Leben nicht auf einen Gott, Propheten, Engel, Politiker, Idole etc. Aber man stimmt die toten Ahnen, die Geister und die Götter schon immer für sich günstig.
Ob es aber so funktioniert, ohne persönlicher Transzendenz?
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Man nutzt in China auch die bekannten natürlichen Energien Feng Shui und Chigong in der TCM:
Qi steht in der chinesischen Philosophie und Medizin sowohl für die bewegende als auch für die vitale Kraft des Körpers, aber auch der gesamten Welt. In der chinesischen Sprache hat es die Bedeutung von Atem, Energie und Fluidum. Im Westen nennt man es heute „Feinstoffliche Quanten-Energie".
Das Universum befindet sich bekanntlich permanent im Fluss (Heraklit) und man kann den ständigen Wandel mit seiner Dynamik (Zeit) selbst beeinflussen - aktiv leben statt passiv (Für-bitten).
Das Orakel (Götterspruch) bezeichnet eine mit Hilfe eines Rituals oder eines Mediums gewonnene transzendente, häufig göttliche Offenbarung, die der Beantwortung von Zukunfts- oder Entscheidungsfragen dient. Die mittels des Orakels gewonnenen Hinweise und Zeichen können dem Fragenden als Rechtfertigungsgrund eigener Entscheidungen und Handlungen dienen. [Schicksal: Gottes Plan. Vorsehung: Gottes Steuerung.] Im Unterschied zum Hellsehen, das als inpiduelle Fähigkeit einer leibhaftigen Person angesehen wird, befragt das Orakel stets eine höhere Instanz. Durch die Erwartung der Beantwortung einer Frage unterscheidet sich das Orakel auch von der Prophetie, welche ungebeten zuteil wird. Im erweiterten Sinn wird auch der Ort an dem das Orakel gegeben wurde, als solches bezeichnet. Orakelstätten können Heiligtümer wie beispielsweise Tempel sein. Bekanntestes Beispiel ist das Orakel von Delphi.
1). Das I Ging bzw. Yi Jīng: Buch der Wandlungen ist eine Sammlung von Strichzeichnungen und zugeordneten Sprüchen. Es ist der älteste der klassischen chinesischen Texte.
2). Yin und Yang sind zwei Begriffe des chinesischen Denkens. Sie stehen für polar [ODER-Logik] einander entgegengesetzte UND[-Logik] dennoch aufeinander bezogene Kräfte oder Prinzipien.
Die Doppelnatur des Menschen zwischen Himmel und Erde gibt ihm die Freiheit der Entscheidung. Das Konzept des I Ging basiert eben auf dieser Freiheit.
Quelle: Lama Anagarika Govinda
Beim I Ging baut sich in 64 Hexagrammen (Sechsecke), bzw. Bildern, eine umfassende Zukunfts-Deutung auf.
Ein Hexagramm besteht aus sechs Linien, die jeweils in zwei verschiedenen Arten vorkommen können: Als durchgezogene waagerechte Linie (hart) und als in der Mitte unterbrochene waagerechte Linie (weich). Aus diesen beiden Linienarten werden alle 64 Hexagramme gebildet.
Die Zeichen werden aus 2 × 3 Linien, also aus zwei „Trigrammen" hergeleitet. Die Linien haben nach ihrem Platz innerhalb des Hexagramms (von unten nach oben gesehen) unterschiedlichen Rang und Bedeutung. Die betonten Linien des unteren Halbzeichens treten in das Zeichen ein, sind „kommend", die betonten Linien im oberen Halbzeichen sind „gehend". Die unterste und die oberste Linie eines Zeichens stehen immer in Verbindung zu anderen Zeichen und gehören nicht zu den Kernzeichen.
Die 64 Bilder oder Grundzeichen (identisch mit dem Ausdruck Hexagramm) beschreiben:
- Kräfte (1 + 2),
- Situationen oder Aufgaben (3 + 5 + 6 + 10 …),
- Familie (31 + 37 + 54),
- persönliche Eigenschaften oder Fähigkeiten (4 + 8 + 9 + 14…),
- konkrete Tätigkeiten (Wanderer, 56),
- politische Phasen (11 + 12 + 18 + 21…)
– meist enthalten sie abstrakte Begriffe mit mehreren Deutungsmöglichkeiten.
Alle 64 Bilder können jeweils 6 Zusatzhinweise haben je nachdem, ob bei der Ermittlung des Zeichens (je nach der Form des Orakels) eine Linie als wandelnd („dynamisch") oder nicht („stabil") identifiziert wurde. Die 64 Bilder beschreiben also schon 384 Situationen oder geben entsprechende Verhaltensratschläge. Da jedes der 64 Zeichen durch Wandel einer oder mehrerer Linien in alle anderen übergehen kann, gibt es 64 × 64 = 4.096 verschiedene implizite Übergänge oder Möglichkeiten des Umschlagens einer Situation.
Historisch ist das I Ging viel älter als die Yin-Yang-Lehre. Folgende Zuordnungen für die zwei „Linien" sind jedoch mit der Zeit üblich geworden:
- Die durchgezogene Linie steht für das yáng: Ausdehnung, maskuliner Aspekt, Licht, Leben, ungerade Zahlen, Durchdringung, Berge; in Indien der Lingam. Symbol ist der Drache.
- Die unterbrochene Linie steht für das yīn: Zusammenziehung, femininer Aspekt, Dunkelheit, Nacht, Tod, gerade Zahlen, Widerstand, Wasserläufe; in Indien dieYoni. Symbol ist der Tiger.
Aus den zwei Linien lassen sich vier verschiedene „Bilder" zusammensetzen. Luft (bzw. Himmel) und Erde sind oben (altes Yang) und unten (altes Yin). Feuer und Wasser befinden sich dazwischen. Feuer hat das Bestreben nach oben zu lodern, deshalb wird es „junges Yang" genannt. Wasser fließt dagegen nach unten und wird als „junges Yin" bezeichnet. Die Wandlung erfolgt in einem ewigen Kreislauf: Vom alten Yang (oben) zum jungen Yin (nach unten), zum alten Yin (unten), zum jungen Yang (nach oben), wieder zum alten Yang (oben) und so weiter:
Hinweis:
Leider lassen sich die hier notwendigen Grafiken nur mit einem unzumutbar hohen Aufwand einfügen. Deshalb verzichte ich erneut darauf. Sehen Sie bitte selbst bei wikipedia.de nach - Danke!
Die Hexagramme werden jeweils aus zwei Trigrammen zusammengesetzt aufgefasst. Die acht Trigramme sind:
- Kraft = Himmel, Vater
- Offen = Sumpf, Jüngste Tochter
- Strahlung = Feuer, Mittlere Tochter
- Beben = Donner, Ältester Sohn
- Boden = Wind, Älteste Tochter
- Schlucht = Wasser, Mittlerer Sohn
- Bund = Berg, Jüngster Sohn
- Feld = Erde, Mutter
Für die westliche Rezeption außerhalb der Sinologie ist bis in die neueste Zeit charakteristisch, dass sie nicht an die jahrhundertelange chinesische Kommentartradition anschließt, sondern unmittelbare Zugänge zum Text sucht, die oft auf von den modernen Verfassern unterstellte Eigenarten des altchinesischen Denkens rekurrieren. Z. B. ist nach Hellmut Wilhelms Deutung die im I Ging beschriebene Welt ein nach bestimmten Gesetzen ablaufendes Ganzes, dessen Formen aus der permanenten Wandlung der beiden polaren Urkräfte entstehen.
Die Grundprinzipien sind
- das Schöpferische (Bild Nr. 1, = Himmel, Licht, Festes, yang, …) und
- das Empfangende (Bild Nr. 2, = Erde, Dunkel, Weiches, yin, …).
Im I Ging ist „eine Zusammenordnung der Situationen des Lebens in all seinen Schichten, persönlichen wie kollektiven, und in all seiner Ausbreitung versucht.
Quelle, ©: de.wikipedia.org/wiki/... , [Autor-Anmerkungen und -Korrekturen]
Tipp für Interessierte:
Aufgrund der Komplexität ist das Thema auch kompliziert. Deshalb empfehle ich, sich mittels eines I Ging-Taschenbuches - ISBN 3-424-01020-0 - umfassender zu informieren.
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