Bei rund 10 Prozent der Menschen mit Bluthochdruck ist dieser Folge einer hormonellen Störung. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) fordert Ärzte deshalb dazu auf, Hochdruckpatienten vermehrt auf Hormonstörungen zu untersuchen. Kennt man die Ursache, kann man den Bluthochdruck gezielt therapieren und sogar heilen.
Hormonelle Störungen als Ursache
In 15 % der Fälle ist der Bluthochdruck Folge einer anderen Erkrankung und somit behandelbar. Neben Erkrankungen der Niere verursachen hormonelle Störungen Bluthochdruck. Laut DEG liegt in 10 % der Fälle ein Conn-Syndrom vor. Bei dieser Erkrankung schüttet die Nebennierenrinde zu viel Aldosteron aus. Aldosteron regelt den Blutdruck und zu viel davon lässt ihn krankhaft ansteigen. Meist liegt dem Conn-Syndrom eine gutartige Geschwulst an der Nebennierenrinde zugrunde. Die Wucherung kann in der Regel operativ entfernt werden und der Bluthochdruck ist geheilt.
Bluthochdruck: Eine Volkskrankheit
Etwa 25 Millionen Menschen in Deutschland haben einen zu hohen Blutdruck. Von Bluthochdruck spricht man, wenn mehrmalige Messungen in Ruhe Werte ab 140/90 mmHg ergeben. In vielen Fällen ist die Ursache des Bluthochdrucks unbekannt. Dies erschwert die Behandlung. Eine familiäre Häufung lässt vermuten, dass erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Daneben begünstigt ein ungesunder Lebensstil die Entwicklung, also Rauchen, Übergewicht und Stress.
Obwohl gemeinhin bekannt ist, dass hormonelle Störungen den Blutdruck in die Höhe treiben, berücksichtigen immer noch zu wenige Ärzte diese Möglichkeit bei der Untersuchung. Viele Patienten werden mit der Diagnose „Ursache unbekannt" abgespeist und mit blutdrucksenkenden Medikamenten nach Hause geschickt. Dabei genügt ein einfacher Bluttest, um die Hormonkonzentration zu ermitteln. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.
Jeder langjährige Bluthochdruck belastet das Herz und die arteriellen Gefäße. Unbehandelt zieht Bluthochdruck Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle nach sich. Daher ist es wichtig, die Ursache abzuklären. Denn eine angemessene Behandlung vermeidet langfristige Schäden an Organen und Gefäßen.
Weitere Informationen zur Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie:
www.endokrinologie.netWeitere Informationen zu Bluthochdruck, seine Ursachen und Therapiemöglichkeiten:
www.hochdruckliga.deStefanie Riedl