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Hoffnung als Wissens-Qualität und nicht als Element des Glaubens erkennen

Autor: revhoros | Erstellt am: 24.08.2010 | Gelesen: 584
Kategorie: Astrologie & Esoterik | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Hoffnung - Rainer Sauer/Deushomo.

Auszug aus dem spirituellen Ratgeber und Lesebuch "Deus Homo" vom Karlsruher Autor Rainer Sauer

Als allgemein gültig ist wohl die Auffassung zu sehen, daß Hoffnung eine nicht in der Realität verankerte Vermutung bezeichnet, welche unseren Glauben an die zukünftige Verbesserung unseres derzeitigen Zustandes beschreiben soll. Also nur eine vielleicht richtige oder auch falsche Vermutung ist, welche nur in unserer Vorstellung existiert und die ohne tatsächliche reale Beweiskraft eine Verbesserung unserer Lage auf ungewisse Weise mutmaßen läßt. Wir bewegen uns auf eine „bessere Lage" zu, was logischerweise impliziert, daß wir uns momentan in einer sogenannten „schlechteren Lage" befinden. Derzeitiges ist also immer mit Negativität vor-belastet. Hier können wir dann zwar das Argument anführen, daß wir uns somit ja immer nur verbessern können, es also hoffnungsgebend ist, wenn wir uns diesem Erklärungsmodell zufolge immer auf das generell vermeintlich Bessere hinzubewegen, was sich aber bei näherer Betrachtung als nicht wirklich real nutzbar zu erkennen gibt; da wir uns ja immer nur fiktiv ins Bessere bewegen, faktisch aber nie wirklich dort ankommen, da wir die Gegenwart, in der wir uns immer und stets befinden, durch diese begrenzende irreale Erklärungsweise in der Definition des „immerwährenden schlechten Zustandes" eingefroren haben. Diese Interpretation von Hoffnung basiert wie wir unschwer erkennen können, offensichtlich auf dem dualistisch geprägten Ordnungs System, welches als Grundlage die beiden Gegensätze „gut" und „schlecht" besitzt und somit keinesfalls hilfreich auf einen lösungsorientierten Umgang mit unserer Lebenssituation einwirkt. Wir leben und entwickeln uns zwar unbestreitbar in einem irdischen Milieu, welches durch physikalische Bedingungen und duale Werte-Systeme eine spezielle Atmosphäre zu eigen ist, welches unser individuelles Gedeihen auch grundsätzlich unterstützt. Die Flexibilität und die Mobilität unseres Bewußtseins schränken wir aber damit ein, wenn wir die irdisch dualen Erscheinungen als letztgültige Realität annehmen und uns somit für das intuitive Erfahren der universelleren Gesetzmäßigkeiten verschließen.

Weitaus sinnvoller ist es also, mit der göttlichen Realität in Berührung zu gehen, um so dem wahren Charakter der Hoffnung zu begegnen, um so ihre Herkunft in der Wahrhaftigkeit und nicht, wie zumeist angenommen in Glaubens-Systemen angesiedelt vorzufinden. Nämlich dann zu erkennen, daß Hoffnung ein Zustand des Seins ist, welcher das wahre Wissen über das Sinnvolle in allem beinhaltet, Hoffnung aus dem Vertrauen entsteht, welches wir in Besitz nehmen, wenn wir dem göttlich Realen begegnet sind. Mit anderen Worten, wenn wir uns nicht auf die vermeintlich tröstende „irreale Hoffnung" stützen müssen, welche sich nur auf ein unwirkliches „es wird ja alles gut" begründet, um unsere Lebensqualität künstlich zu erhöhen. Sondern uns während der Begegnung mit der göttlichen Realität erinnern, daß alles schon unbedingt vollkommen und gut ist.

Wir sehen hier also, daß es für uns zumindest zwei Möglichkeiten gibt, Hoffnung zu definieren und dies einen großen Unterschied im Erleben derselben und in ihrer Anwendung ergibt, worauf ich nun im allgemeinen sowie im speziellen nochmals vertiefend eingehen möchte. Als erstes möchte ich die beiden als grundsätzliche, vereinfachte Thesen gegenüberstellen und das Ganze anschließend mit unserer alltäglichen Erfahrung verknüpfen. So möchte ich die Hoffnung sowohl als konstruktives Prinzip, als Konstante und als einen Zugang zum tiefen Wissen bezeichnen als auch Hoffnung als Aspekt der Weisheit definieren, als Sichtweise aus höherer göttlicher Perspektive stammend und als die Erkenntnis, daß alles schon gut ist. Und sie als grundsätzlich gegensätzlich zur destruktiven Hoffnung bezeichnen, welche aus einer Opferhaltung mißbraucht wird, um unsere Passivität zu rechtfertigen, in der wir in eine ersehnte ferne Rettung schauen und einer äußeren Autorität unsere Verantwortung übertragen. Wir also aus dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, welches aus der Unwilligkeit, uns mit der Realität zu konfrontieren erwächst, einer trügerischen Hoffnung Platz einräumen, die uns die zukünftige Änderung unseres Erlebens vorgaukelt, ohne daß wir dabei der Realität begegnen müssen und ohne daß wir dafür in Handlung zu gehen brauchen.

Sehr oft höre ich jemanden sagen, daß es ihm schlecht geht, oder ich höre jemanden über die bestehende Situation klagen, oder wenn man die Frage nach seinem Befinden stellt, erwähnt er, daß es zumindest schon besser sein könnte. Zumeist ist also die Kern-Aussage, der Tenor in allen Antworten derselbe, nämlich daß die gegenwärtige Situation als nicht befriedigend, sondern als verbesserungswürdig empfunden wird, auch wenn dies nicht immer definitiv und klar ausgesprochen wird. In bestimmten Fällen, und das sind jene, die ich hier als Beispiel heranziehen möchte, folgt dann unmittelbar der Anhang: „Aber ich habe Hoffnung, daß es besser wird", ein Register das zum Schutze vorsorglich gezogen wird, um die eigentliche unterschwellige Vehemenz der Aussage
zu mildern. Und schon der Unterton, der sowohl meist subtil, aber manchmal auch schon deutlich spürbar ein Leiden über die bestehende Situation sowie die Sehnsucht nach Veränderung derselben beinhaltet, als auch die gleichzeitige Hoffnungslosigkeit, welche sich getarnt hinter allem lauernd zu erkennen gibt, läßt mich erschaudern. Und läßt mich ein manches Mal gar erschrecken, da ich ein haltloses sogenanntes sich dem Schicksal Ergeben wahrnehme, welches eine Wandlung im Jetzt und im Zukünftigen unmöglich macht. Ich nehme in diesem Moment also zwei Stimmen wahr, bei der die eine etwas von Hoffnung erzählt, wobei es eigentlich ganz klar ist, daß sie von Hoffnungslosigkeit spricht, welche sich aber nicht zu erkennen geben mag und die andere ein sich Ausliefern an das vermeintlich Unvermeidbare erahnen läßt, was einer totalen Resignation gleichkommt. Daß eine Veränderung nicht absehbar ist, kann man eigentlich nicht leugnen, da solange diese innere Haltung des sich Ergebens und des auf Rettung Wartens nicht verändert wird, ein Verharren in zumindest innerer Passivität aufrecht erhalten wird und somit praktisch die Tür zur Veränderung hin verschlossen bleibt.

Findet eine Veränderung der inneren Haltung statt, ist natürlich auch der Wandel der erlebten Situation möglich, oder sogar unvermeidbar das Ergebnis derselben. Bewegungsfreiheit erhalten wir, wenn wir in wahrer Hoffnung sind, in der Gewissheit, daß alles gut ist und in dem Eingeständnis, daß, wenn wir uns bewegen wollen, wir es sind, die sich bewegen müssen, denn das tut niemand für uns. Die destruktive Hoffnung erzählt uns hier das Gegenteil, nämlich, daß alles von ganz alleine besser wird oder daß alles für immer hoffnungslos verloren ist, was beides gleichwertig für uns als guter Grund für Passivität Geltung findet. Und da wir uns ganz gerne in der Rolle des bedürftigen Kindes sehen, das verdienterweise vom allmächtigen Vater errettet wird, fällt es uns nicht allzu schwer, dieses verlockende Angebot als real anzunehmen und uns einzig und alleine darauf zu stützen und zu verlassen, daß wir irgendwann erlöst werden und bis auf weiteres in Passivität verweilen.

Wir sprechen hier von zwei verschiedenen Definitionen von Hoffnung, zwei Sichtweisen, mit Hoffnung zu sein und mit ihr zu leben, welche unsere Lebensqualität auf gravierende, unterschiedlichste und spürbare Weise beeinflussen. Und da gilt es, daß wir wirklich nie zu oft erwähnen können, daß Hoffnung keineswegs ein Glaube ist, daß sich vielleicht irgendwann alles zum Guten wandeln wird, weil möglicherweise die imaginäre Rettung von außen in einer bevorstehenden Zeit als unangemeldete Erlösung eintrifft. Sondern daß Hoffnung eine feste Größe ist, die in uns selbst existiert und durch die wir wissen, das alles bereits gut ist, weil sie Anbindung an ein tieferes Wissen hat, das auf der Weisheit beruht, daß wir getragen, geführt sind und niemals verloren gehen können.

Betrachten wir das Ganze jetzt nochmals in einem anderen „objektiveren Lichte", dann sehen wir, daß bei der einen Version dies nun tatsächlich zutrifft, daß wir zumindest in unserer Wahrnehmung eine vorübergehende Abwesenheit von Hoffnung erleben. Und wir, obwohl wir beteuern, daß wir Hoffnung haben, unser Leben in diesem Falle auf dem wackeligen Fundament einer Schein-Hoffnung, eigentlich auf der Basis der Hoffnungslosigkeit aufgebaut haben, also keineswegs in diesen Momenten echte Begegnung mit Hoffnung und friedensspendender Realität erfahren. Und dies ist offenkundig, weil wir eben nicht wahrhaftig im Vertrauen leben, welche die tatsächliche Hoffnung beinhaltet und welche wir zum friedlichen und harmonischen Sein unbedingt benötigen. Eine Begegnung mit Frieden, Harmonie und Vertrauen, welche wir in Abwesenheit wahrer Hoffnung nicht auffinden können, ist uns nur in der Begegnung mit dem göttlichen Aspekt der Hoffnung möglich. Aus der momentanen Abwesenheit der wahren Hoffnung heraus haben wir uns eine Schein-Hoffnung aufgebaut, ein Modell, das sich darauf begründet, daß wir hilflose Wesen sind und uns in einer ungerechten Situation befinden, in der wir auf Rettung von einer höheren autoritären Instanz angewiesen sind und auf die wir von der tatsächlichen Realität unberührt warten und hoffen. Hier entspricht dem Begriff „hoffen" die Aussage „Ich befinde mich in einer Situation, für die ich nichts kann und aus der ich auch ohne fremde Hilfe nicht herauskommen werde. Ich bin und bleibe passiv, weil ich mir nicht selber weiter helfen kann, und ich hoffe und warte jetzt nur noch auf jenes Wunder, welches mich aus dieser mißlichen Situation befreit". Ich verneine also zum einen sowohl meine Selbstverantwortung für die Situation, in der ich mich befinde, als auch meine Selbstverantwortung dafür, das nötige zu tun, was eine Veränderung der meinigen Situation erst möglicht macht. Und zu guter Letzt, um mich ganz von meiner Verantwortung zu lösen, übergebe ich meine Eigen-Verantwortung einer Autorität, die außerhalb und in weiter Ferne von mir existiert.

Bin ich nun mit der echten Hoffnung in mir und in der göttlichen Präsenz verbunden, so bin ich mir meiner Selbstverantwortung uneingeschränkt bewußt, und ich fühle mich auch nicht hilflos, sondern durchaus in der Lage und auch bereit, die Dinge zu tun, die notwendig sind, um eine Wandlung zu ermöglichen. Und ich habe das Vertrauen, daß die Dinge gut sind wie sie sind, daß sie ihren Sinn haben und daß sie generell etwas Positives für mich bereithalten. Diese innere Instanz Hoffnung ermöglicht es mir, an mein Wissen anzubinden, daß das Göttliche in allem und immerwährend präsent ist, daß das Göttliche in mir ist und ich wiederum im Göttlichen bin. Ich werde also getragen von einer Woge des Vertrauens sowie der Gewissheit und von dem Verständnis, daß ich nichts verändern brauche oder muß, sondern die Freiheit sowie die Kraft und das Potential besitze, das zu verändern, das zu tun, was ich tun und verändern möchte. Hoffnung ist hier absolute Gewissheit, daß alles bereits gut ist. Und eben nicht das Schwelgen im ungewissen vielleicht, welches uns vom zukünftigen potentiellen Gutsein träumen läßt.
 
 
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