Hofheim, März 2011. Nach aktuellen Einschätzungen der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) zählt die Ästhetische Lasermedizin zu den häufigsten Eingriffen aller ästhetischen Operationen. Die Einsatzgebiete im Gesicht reichen von der Faltenbehandlung gezielter Regionen oder des gesamten Gesichts über Entfernung von Altersflecken und sonstigen gutartigen unschönen Pigmentansammlungen in der Haut bis zu Narbenkorrekturen, Entfernen von Warzen, gutartigen Hautveränderungen und Tätowierungen. Hierfür stehen dem erfahrenen MKG-Chirurgen unterschiedliche Lasergeräte und Techniken zur Verfügung. „Bei der Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten und Lasergeräte ist eine sorgfältige Fort- und Weiterbildung des behandelnden Chirurgen sowie entsprechende Erfahrung unerlässlich", warnt Prof. Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann vom Kollegium des Weiterbildungsstudiengangs DALM (Diploma in Aesthetic Laser Medicine), Universität Greifswald, anlässlich des Praxisführungsseminars der DGMKG vom 25. – 27. Februar 2011 in Frankfurt.
Das grundsätzliche Wirkprinzip der Laser beruht auf der selektiven Photothermolyse (durch Erhitzen zerstören) für Melanin (gestimmtes Pigment zur Zellfärbung), Hämoglobin (Sauerstofftransportprotein), intrazelluläres Wasser oder äußere Pigmente. Der große Vorteil einer Laserbehandlung: Eine gezielte Vorgehensweise, bei der benachbartes Gewebe nicht zerstört wird. Darüber hinaus kann der Laser in ausgewählten Einsatzgebieten als effizientes Skalpell eingesetzt werden.
Lasertypen: Wer leistet was
Je nach Gewebestrukturen und Einsatzgebiet unterscheiden Experten 3 Lasersysteme:Mit den Wellenlängen der chirurgischen Laser lässt sich Gewebe durchtrennen und abtragen; in diese Gruppe gehören u. a. der CO2-Laser und der Erbium:YAG-Laser. Gefäßlaser wirken auf Hämoglobin, u. a. als Farbstofflaser oder Neodym-YAG-Laser mit einem langen Einwirkungsimpuls. Pigmentlaser haben die geeigneten Wellenlängen für Melanin oder für äußere Pigmente (Rubinlaser, Alexandritlaser, KTP-Laser oder Diodenlaser). Eine Sonderstellung nehmen so genannte hochenergetische Blitzlampen ein. Sie sind technisch keine Lasergeräte, sondern Breitbandlampen mit einem vorgesetzten Filter für bestimmte Wellenlängen. Diese „Intense-pulse-light"- (IPL-)Geräte ergänzen die Pigment- und Gefäßlasser. Noch in der Phase klinischer Studien befinden sich so genannte pluripotente Laser (Multiline-Systeme), die verschiedene Wellenlängen zur Verfügung stellen und damit in einem Kombinationsgerät auch verschiedene Zielgewebestrukturen ansprechen können.
Übersicht: Indikationen, passender Laser, TherapieprinzipIndikation: Lasertyp/Therapieprinzip:Hautfältchen Chirurgische Laser:
Abtragung der oberflächlichen Hautschichten und Auffrischung des Hautbildes, zusätzlich Straffung durch thermische Kollagenschrumpfung im Sinne der Hautverjüngung
Pigmentlaser: Selektive Photothermolyse kleiner Hautunregelmäßigkeiten (Melanin/Hämoglobin) im Sinne einer Hautverjüngung
Narben Chirurgische Laser: Bei hypertrophen (wulstigen) Narben wird das Gewebe Abgetragen
Pigmentlaser: Bei atrophen (eingesunkenen) Narben erfolgt selektive Photothermolyse (Hämoglobin)
Pigmentierte Haut-Veränderungen Pigmentlaser: Selektive Photothermolyse (Melanin)
Chirurgische Laser: Oberflächliche Hautabtragung mit Entfernung der pigmenttragenden Zellen
Tätowierungen Pigmentlaser:Zerstäubung durch Mikroexplosionen in den Farbpartikeln und Abtransport aus der oberen einsehbaren Hautschicht Chirurgische Laser: Abtragung der Hautoberfläche und Ausschleusung der Fremdkörper (Farbpartikel) Couperose/Gefäßbedingte Hautveränderungen Pigmentlaser: Selektive Photothermolyse (Hämoglobin)
Gutartige Gewebe-veränderungen Chirurgische Laser: Abtragung des Gewebes
Unerwünschte Behaarung Pigmentlaser:Selektive Photothermolyse der Haarfolikel mit Schädigung des Haarbalgs. Besonders effektiv können schwarze Haare behandelt werden, allerdings sind mehrere Sitzungen einzuplanen.
Aber: So schön und vielfältig die Möglichkeiten der modernen Lasermedizin auch sind – bei nicht sachgemäßem unkundigen Umgang bergen sie Risiken und Gefahren mit im schlimmsten Fall nicht unerheblichen Komplikationen. Daher rät Prof. Metelmann: „Alle drei Lasertypen gehören unbedingt in erfahrene Expertenhand." Denn bereits die richtige Energiedichte ist absolute Erfahrungssache: Bei einer zu hohen Energiedichte kommt es zu Verbrennungen, bei zu niedriger Energiedichte bleibt die erwünschte Wirkung aus. Und wie viel Energie im Gewebe ankommt, hängt von der Wellenlänge der Laserstrahlung, der Impulsdauer und –form ab, was in den mehr oder weniger erfahrenen Händen des behandelnden Chirurgen liegt.
Für die ästhetischen Behandlungsaufgaben des Gesichts liegt die ärztliche Kernkompetenz in der MKG-Chirurgie und ihren plastischen Operationen. Die MKG-Chirurgie deckt aufgrund ihres Weiterbildungsprogramms hier das gesamte operative Spektrum ab, und der universitäre Weiterbildungsstudiengang der Ästhetischen Lasermedizin (DALM) sichert die entsprechenden zusätzlichen Kompetenzen im Übergangsgebiet zur Dermatologie auch akademisch ab.
Sabine Sarrach