. Es befindet sich nur wenige Kilometer vom berühmten Plattensee entfernt und hat etwa 4.500 Einwohner. Keszthely ist die nächstgelegene größere Stadt. Die günstige Lage alleine würde jedoch kaum ausreichen, um Touristen in bedeutender Zahl anzulocken. Doch Hévíz hat et
was zu bieten, das absolut außergewöhnlich ist: einen Thermalsee. Mit einer Fläche von 4,4 Hektar ist der Thermalsee in Hévíz einzigartig in der Welt. Nirgendwo anders gibt es einen derart großen See, der von einer Thermalquelle gespeist wird. In einer Tiefe von 38 Metern strömt heißes Wasser mit einer ungeheuren Wucht in den See. Eine Fließgeschwindigkeit von 410 Litern pro Sekunde konnte gemessen werden. Das führt dazu, dass sich das Wasser des Sees innerhalb von zwei Tagen komplett erneuert.
Das Wasser enthält viele wertvolle Bestandteile. Kalzium, Magnesium, Kohlendioxid, Hydrogenkarbonat, Radium und Schwefel liegen in einer sehr günstigen Mischung vor. Zudem ist das Wasser leicht radioaktiv. Auch wenn dies gefährlich klingen mag, so ist doch keinerlei Gefahr gegeben. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Wassers ist vielfach dokumentiert worden.
Der Thermalsee wird bei Beschwerden mit dem Bewegungsapparat sehr gerne genutzt. Besonders Rheuma-Patienten schätzen die entspannende Wirkung des Wassers. Aber das Wasser wird auch getrunken und soll bei Verdauungsschwierigkeiten und Magenproblemen helfen. Zudem ist der See gegen Atemwegserkrankungen nützlich. Im Winter sorgen die großen Temperaturunterschiede dafür, dass Dampf aus dem See aufsteigt. Die Stadt wirbt deswegen gerne damit, das größte Freiluft-Inhalatorium der Welt zu besitzen.
Hévíz wurde schon in der Antike geschätzt. Es lässt sich belegen, dass die Römer die heiße Quelle kannten und nutzten. Aber auch die Slawen und die Germanen wussten die wohltuende Wirkung des warmen Wassers zu schätzen. Es darf angenommen werden, dass die Heilkraft des Thermalbads auch in der Antike schon ein Thema war. Jeder Römer, Slawe oder Germane, der ein Bad im See nahm, konnte die angenehme Wirkung am eigenen Leib spüren. Besonders die Römer, die eine umfassende Badekultur hatten, waren sicherlich begeistert von dem warmen Bad inmitten der Natur.
Der moderne Badebetrieb, der auf Gäste ausgerichtet ist, existiert seit Ende des 18. Jahrhunderts. Vergleichsweise früh wurden Badehäuser erbaut, in denen zunächst Gäste aus der näheren Umgebung Spaß und Erholung fanden. Doch relativ schnell sprach sich die Kunde vom besonderen Thermalbad in Hévíz herum. Aus ganz Europa kamen Adelige und Wohlhabende, um ihre Leiden zu kurieren. Erst im 19. Jahrhundert begann das, was heute Tourismus genannt wird. Doch immer noch waren es nur wenige Menschen, die sich eine Kurreise leisten konnten.
Dies änderte sich endgültig nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kam auch das Fernweh. Von diesem Boom hat auch Hévíz profitiert. Der kleine Ort hat etwa 10.000 Betten, die von nahezu einer Million Gästen in jedem Jahr genutzt werden. Der moderne Kurort hat sich dennoch seine Eigentümlichkeit bewahrt. Die gastfreundliche Bevölkerung lebt zum großen Teil von den Kurgästen.
Eine Kurreise nach Hévíz ist unbedingt empfehlenswert. Ein Ausflug zum Plattensee kann einfach realisiert werden. Zudem gibt es vor Ort zahlreiche Unterhaltungsangebote. Das Thermalbad wurde im Jahr 2006 komplett renoviert und erfüllt höchste Ansprüche. Eine Kurreise nach Hévíz sorgt für Entspannung und kann zur Linderung vieler Leiden einen Beitrag leisten.