„Herz ist Trumph“ - Wanderausstellung über die Welt der Spielkarten
Die Welt der Spielkarten ist alt und vielfältig. Bereits im 14. Jahrhundert tauchen die ersten Kommentare über Spielkarten in überlieferten Schriften auf und über die vergangenen Jahrhunderte verbreiteten sich die verschiedensten Varianten rasant. Heute wie damals sind sie überall zu finden; von dem kleinsten und düstersten Hobby-Keller auf dem Land bis zum größten und prunkvollsten Casino in den Mega-Metropolen. Um dieses Phänomen zu ehren, gibt es nun die Wanderausstellung „Herz ist Trumph", die sich mit dem Thema umfassend befasst.
Organisiert wurde die Wanderausstellung von der Stiftung Zanders, deren Leiterin Magdalene Christ heißt. Sie erteilt auf Anfrage auch Auskunft über die Schwierigkeiten eines solchen Projektes. So st es wohl schon schwierig, den Ursprung der Kartenspiele fest zu machen. Bereits die oben erwähnten ersten Erwähnungen sind i einem Kontext geschrieben, der den Umgang mit den Spielkarten eher verteufelt. Die Kirche beispielsweise verdammte die Blätter als „Gebetbuch des Teufels" und versuchte tatsächlich, sie ganz zu verbieten. Vielleicht ist das auch kein Wunder, trägt die lange Geschichte des Kartenspiels doch auch eine ebenso lange Geschichte der Falschspieler, Kartenzinker und Trick-Betrüger mit sich. Trotz dieser delikaten Umstände vermutet man die Ursprünge im asiatischen Raum. So sind wohl die ersten vollständigen
Spielkarten Blätter in China oder Indien entstanden.
Ein anderes Problem bei der Erstellung einer Wanderausstellung wie „Herz ist Trumph" ist ein ganz praktischen: „Kartenspiele sind relativ schlecht überliefert. Waren Karten abgegriffen oder fehlte eine, so wurde das komplette Blatt weggeworfen" erklärt Magdalene Christ. Da reicht schon eine gezinkte oder gar fehlende Karte im gesamten Deck und das Kartenspiel wird weggeworfen. Unter diesen Umständen ist es natürlich schwer, eine weit reichende Sammlung anzulegen.
Die Stiftung Zanders hat es dennoch versucht und so kann man dort die gesamte Ausstellung ausleihen, wenn daran Interesse besteht. So wird man sicher sehr schnell eine ganz andere Einstellung zu dem Kartendeck haben, mit dem man am privaten Stammtisch Poker spielt.