Hurra-wir-bauen.de - Heizen mit Pellets
Der Pelletheizung ist es zu verdanken, dass der Brennstoff Holz seit einigen Jahren ein furioses Comeback feiert. Pellets gelten als ökologisch sinnvoller Brennstoff, der noch dazu bequem zu handeln ist. Das Bauportal Hurra-wir-bauen.de gibt einen Überblick über die Herstellung der Pellets, über die Technik der Pelletheizung und die Förderung des Heizsystems durch die BAFA.Hergestellt werden Pellets vor allem aus Säge- und Hobelspänen, die in großen Mengen als Abfallprodukt in der holzverarbeitenden Industrie anfallen. Dabei werden die losen Späne unter sehr hohem Druck und unter Zuhilfenahme von Wasserdampf durch eine Stahlmatrize gepresst und anschließend auf die gewünschte Länge gekürzt. Lignin, ein natürlicher Bestandteil des Holzes, wirkt beim Herstellungsprozess wie ein Kleber, der die Pellets nach dem Pressen in ihrer zylindrischen Form hält. Ein Kilogramm Pellets hat einen Heizwert von fünf Kilowattstunden. Das entspricht in etwa einem halben Liter Heizöl oder einem halben Kubikmeter Gas. Im Schnitt benötigt ein Einfamilienhaus mit einer 15 kW-Pelletheizung pro Jahr zwischen drei bis vier Tonnen des Brennmaterials.
Pellets - der Umwelt zuliebe
Ein klarer Vorteil der kleinen Power-Stäbchen ist ihre Ökobilanz: Genau wie Stückholz gehören Holzpellets zur Gruppe der CO2-neutralen Brennstoffe. Das bedeutet, dass sie bei ihrer Verbrennung nur so viel klimaschädliches Kohlenstoffdioxid freisetzen, wie der Baum, aus dessen Holz sie gefertigt sind, während seiner Wachstumsphase der Atmosphäre entnommen hat. Ein weiteres Plus sind die kurzen Transportwege von regionalen Erzeugern der Pellets zum Verbraucher, bei denen die Umwelt nur mit verhältnismäßig geringen Mengen Treibhausgasen belastet wird.
Apropos Transportwege. Holzpellets werden ähnlich wie Heizöl mit einem Tankwagen direkt zum Kunden nach Hause geliefert und dort über einen Schlauch in das Vorratslager geblasen. Aus diesem Vorratslager, einem Pelletbunker oder -silo, werden die Holzpresslinge dann automatisch mittels Förderschnecke oder einem Maulwurfsystem zur Brennkammer transportiert, so dass Besitzer einer Pelletheizung keinerlei Komfortunterschiede zu einer Öl- oder Gasheizung spüren.
Die Pelletheizung im Technikcheck
Das Herzstück jeder Pelletheizung ist die Brennkammer. Diese wird, wie eben schon erwähnt, automatisch mit Brennmaterial beschickt, welches über eine elektronische Vorrichtung gezündet wird. Ein Steuersystem regelt die Zufuhr der Pellets und der Verbrennungsluft, so dass zu jedem Zeitpunkt optimale Betriebswerte erzielt werden und immer eine bedarfsgerechte Verbrennung stattfindet.
Neben den großen Pellet-Zentralheizungen gibt es noch Pellet-Kaminöfen in ansprechendem Design, mit denen sich einzelne Wohnräume beheizen lassen. Bei diesen Öfen müssen die Pellets von Hand in einen Vorratsbehälter gefüllt werden, von dem aus diese dann automatisch in den Brennraum befördert und dort gezündet werden.
Alles, was nach der Verbrennung der Holzpellets übrig bleibt, ist ein Häufchen grauer Asche. Bei genormter Ware sind es etwa nur 0,5 % des ursprünglichen Gewichts. Das heißt, dass ein Kilo des Brennmaterials zu gerade einmal fünf Gramm Asche verbrennt. Diese wird in einem Aschekasten gesammelt, der je nach Heizwärmebedarf nur alle drei bis sechs Wochen geleert werden muss. Die Asche lässt sich problemlos über den Rest- oder Biomüll entsorgen, sie eignet sich aber auch hervorragend als Gratis-Dünger für den Garten.
Pellets mit Gütesiegel
Um Verbrauchern einen möglichst wartungsarmen und störungsfreien Betrieb ihrer Heizungsanlage gewährleisten zu können, unterliegen Holzpellets genau definierten Qualitätsvorgaben. Mit "DIN plus" und "EN plus" gibt es in Deutschland zwei Zertifizierungssiegel, die dem Verbraucher eine wichtige Orientierungshilfe beim Pelletkauf bieten. Das "EN plus" Gütesiegel stellt zum Beispiel genau vorgegebene Anforderungen an die Herstellung der Pellets, ihre Kennzeichnung, an die Qualitätssicherung, die Logistik, die Zwischenlagerung und die Auslieferung an den Endverbraucher. Die Einhaltung der Qualitätsvorgaben wird durch eine unabhängige Prüfstelle überwacht.
Nicht selten wird auf die fehlende Versorgungssicherheit bei Holzpellets und der daraus resultierenden Gefahr für massive Preissteigerungen hingewiesen. Dazu gilt es jedoch zu wissen, dass sich allein in den vergangenen beiden Jahren die Pelletproduktion in Deutschland vervierfacht hat und der deutsche Wald immer noch die höchsten Holzvorräte im mitteleuropäischen Vergleich bereit hält. Pellets sind und bleiben eine attraktive Alternative zu den gängigen Heizsystemen, die Öl oder Gas verfeuern.
Wolfgang Wirtz
Pressebüro und Internetagentur