Massieren oder massiert werden ist eine äußerst sinnliche Sache. Kein Wunder also, dass diese Art der Behandlung in asiatischen und arabischen Kulturen einen höheren Stellenwert hat als in unserer puritanischen, körperfeindlichen Zivilisation. Als therapeutische Methode wurde die Heilmassage auch erst Ende des 18. Jahrhunderts wiederentdeckt. Eine Renaissance erlebte sie in Europa in den zwanziger Jahren. Aus den USA stammen die neueren Techniken, die im Umfeld der psychotherapeutischen Körpertherapien entstanden sind.
Zur Faltenbehandlung und zur Behandlung von Schwangerschaftsstreifen und Dehnungsstreifen, ist die Massage mit bestimmten Ölen und Hautpflege Produkten wie der
Dehnungsstreifen Creme, in den letzten Jahren bei Frauen besonders beliebt. Die eigentliche medizinische Massage oder schwedische Massage und die Bindegewebsmassage erfordern eine gute Ausbildung, viel Übung und medizinische Kenntnisse. Denn welche Griffe und welche Abfolge während der Massage angezeigt sind, muss aufgrund der Konstitution der Beschwerden und der Reaktion auf die Reize entschieden werden. Massage ist eine ganzheitliche Methode, sie tut Körper und Seele wohl. Umso wichtiger ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Masseur und Klient, sowie Ruhe und Konzentration während der Behandlung.
Die Kunst der Massage besteht darin, die verschiedenen Handgriffe in einer großen Bandbreite zu beherrschen, und zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle virtuos einzusetzen. Ziel der Massage ist es, verspannte Muskulatur zu lockern, die Durchblutung zu verbessern, und Bänder, Sehnen und Gelenke geschmeidiger und beweglicher zu machen. Massagegriffe können auch schmerzhaft sein. Das veranlasst den Körper, Schmerz hemmende Hormone zu produzieren, die so genannten Endorphine. Diese Substanzen wirken gleichzeitig entspannend und heben das Wohlgefühl. Eine tiefer greifende Massageform ist die Bindegewebsmassage, von der Krankengymnastin Elisabeth Dicke und der Ärztin Hede Teitrich-Leube entwickelt.
Das Bindegewebe ist das Grundgewebe unseres Körpers. Es liegt wie ein weicher, ganz feiner elastischer Gitterschwamm zwischen den Organen, den Muskeln, unter der Haut. Zwischen den Bindegewebszellen führen winzige Blutgefäße, die Kapillaren, frisches Blut zu den Organen und den Muskeln, oder transportieren das verbrauchte venöse Blut zurück in die größeren Venen. Im Bindegewebe, das außerdem von einer klaren Flüssigkeit umgeben ist, bestehend aus Lymphe, Blutbestandteilen und Wasser, enden viele Nervenfasern des so genannten vegetativen Nervensystems. Hier liegen also besonders viele Schaltstellen des Stoffwechsels. Ein gut funktionierender Stoffwechsel ist immens wichtig, und unerlässlich für jeden der abnehmen und Gewicht verlieren will. Das Bindegewebe kann in seiner Funktion erheblich gestört sein, und es kommt dann zu entzündlichen Prozessen und Problemen mit dem Wasserhaushalt. Staus der Lymphe tragen dazu bei, dass Muskeln und Organe nicht mehr gut durchblutet und somit schlechter ernährt werden.