Analoges Fernsehen war gestern. Zuschauer sehen sich einer stetig wachsende Zahl von Kanälen und Spartensendern gegenüber. Auch die Standards werden ständig weiterentwickelt. Und so begegnen dem Verbraucher immer wieder neue Bezeichnungen, deren Bedeutung auf den ersten Blick unklar u. verschwommen scheint – wie beim HBBTV. Was sich dahinter verbirgt erfahren Sie hier.Hinter der Abkürzung
HBBTV verbirgt sich der Begriff „
Hybrid-Broadcast Broadband TV". Eingeführt 2009, soll HbbTV dank des neuen Standards der Fernsehgenuss von morgen revolutioniert werden. Wie der Begriff Hybrid vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine Kombination verschiedener Medieninhalte. Die Grundidee hinter HBBTV: Man verknüpft die Inhalte des „klassischen" Fernsehens mit den Möglichkeiten des Internets. Das Ergebnis sind zusätzliche Informationen für den Zuschauer. Auf diese Weise soll ein vollkommen neues Erlebnis für den Zuschauer entstehen. Gleichzeitig erlebt der etwas in die Jahre gekommene Videotext einen Quantensprung.
Was bringt HBBTV?
HBBTV nutzt zwei Verbreitungswege – einmal den normalen DVB-Empfang und auf der anderen Seite das Internet - zur Übertragung von Daten. Letztere Variante wird bereits heute in Form des IPTV für die Übertragung von TV-Signalen genutzt. Hat sich HBBTV damit bereits selbst überholt? Sicher nicht, denn der neue Standard verknüpft beide Verbreitungswege zu einer Einheit. Nicht nur in Form des Datentransfers. HBBTV macht sich die im World Wide Web bekannte Programmiersprache HTML zunutze.
Dank CE-HTML kann der Sender von TV-Inhalten nun auch Internetseiten in sein Programm integrieren und den Videotext in seinem Erscheinungsbild der Höhe der Zeit anpassen. Damit haben sich die Neuerungen beim HBBTV aber noch lange nicht erschöpft. Vielmehr bieten CE-HTML und die Tatsache, dass ein Rückkanal über das Internet zur Verfügung steht, vollkommen neue Möglichkeiten. Zuschauer können live an Unterhaltungen im Fernsehen teilnehmen, Ereignisse kommentieren oder zusätzliche Angebote nutzen.
Zudem kann jeder Haushalt die Fernsehunterhaltung via HBBTV aktiver steuern. Verpasste Sendungen lassen sich auch Stunden später aus Mediatheken, die viele Nutzer bereits aus dem Internet kennen, abrufen und anschauen. Gleichzeitig können Sender über Zuschauer-Votings etwa politische Sendungen wesentlich attraktiver als in der Vergangenheit gestalten.
HBBTV vs. IPTV
Betrachtet man heute IPTV und hält HBBTV dagegen, fallen dem Betrachter einige Gemeinsamkeiten ins Auge. Etwa die Möglichkeit, Sendungen nach dem eigentlichen Ausstrahlungszeitpunkt noch einmal zu sehen? Allerdings darf man hier nicht vergessen, dass HBBTV nichts mit dem zeitversetzten Fernsehen beim IPTV zu tun hat. Ein weiterer Unterschied: Mit HBBTV lassen sich Vorteile des internetbasierten Fernsehens auf die Non-IPTV-Welt übertragen. Will man
HbbTV mit nur wenigen Worten - in Analogie zu IPTV - beschreiben, wäre die Übertragung des Internets auf den Fernseher ein passender Satz.
Autor: Sebastian Schöne