Ferdinand, Hans-Joachim und Johannes Stuck (v.l.) auf der Pressekonferenz am Nürburgring
Nürburgring. Der deutsche Rennfahrer Hans-Joachim Stuck wird mit seinen beiden Söhnen Johannes und Ferdinand beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife (23. bis 26. Juni 2011) im Team "Stuck³" an den Start gehen. Damit erfüllt sich für "Strietzel" ein lang gehegter Traum. "Das ist eine glückliche Fügung des Schicksals. Es wird eine große Herausforderung werden, bei der wir unsere Familienehre natürlich verteidigen und einen guten Job machen wollen", sagte der ehemalige Formel-1-Pilot bei der Team-Präsentation am Samstag auf dem Nürburgring. Die drei Stucks werden in der "Grünen Hölle" einen Lamborghini Gallardo vom Team Reiter Engineering pilotieren.
Die Idee, die Familienkräfte zu vereinen, ist über einen längeren Zeitraum entstanden. Schließlich lag es nahe, das Rennfahrertalent der drei in einem Team zu bündeln. „Die Idee kam auf, als Ferdi in den Rennsport eingestiegen ist. Bei der Familie Andretti waren es Vater, Sohn und Neffe. Aber Vater-Sohn-Sohn-Gespanne gab es bisher eher selten", sagt Hans-Joachim Stuck, der in seiner Karriere Siege bei den 24 Stunden von Le Mans, 24 Stunden von Spa, 24 Stunden Nürburgring, den DTM-Titel und den Gewinn der Sportwagen-Weltmeisterschaft feiern konnte sowie auf 74 Formel-1-Grands-Prix zurückblicken kann.
Beim Langstrecken-Klassiker auf der Nordschleife bietet sich Motorsportfans die letzte Gelegenheit, "Strietzel" in Aktion zu erleben. "Das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring wird das letzte große Rennen meiner Karriere sein. Dort habe ich seinerzeit angefangen und dort werde ich auch mein letztes großes Rennen fahren", sagt Stuck. "Ich kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken und gebe nun mein Wissen an meine Söhne weiter."
Dies beginnt schon in dieser Saison: Johannes und Ferdinand werden in der ADAC GT Masters Serie, ebenfalls am Steuer eines Lamborghini Gallardo vom Team Reiter Engineering, an den Start gehen. Stuck Senior wirkt im Hintergrund als Berater und Betreuer. Reiter Engineering hatte im vergangenen Jahr die Fahrerwertung in dieser Rennserie gewonnen.
Hans-Joachim Stucks Söhne Johannes und Ferdinand haben den Motorsport längst für sich entdeckt und wollen in die Fußstapfen ihres Vaters treten. Beide sammelten bereits Erfahrung auf der Rennstrecke. Johannes war unter anderem in der MINI Challenge und in der VLN unterwegs, Ferdinand blickt auf Lehrjahre in der ADAC Formel Masters Serie und im Porsche Carrera Cup zurück.
"Ich habe das große Glück, mit einem tollen Umfeld in die Saison 2011 zu gehen. Zum einen darf ich mit meinem Bruder an den Start gehen. Das lässt im positiven Sinne eine gewisse Rivalität aus Kindertagen wieder aufleben. Zum anderen haben wir mit dem Team Reiter Engineering den besten Partner. Das hat sich mit dem Gewinn der Fahrerwertung des ADAC GT Masters in der vergangenen Saison gezeigt und ist ein zusätzlicher Ansporn", meint der 24-jährige Johannes Stuck.
Sein fünf Jahre jüngerer Bruder Ferdinand ergänzt: "Das Verhältnis zu meinem Bruder ist klasse. Allerdings sind wir auf der Strecke keine Brüder sondern Teamkollegen. Ich denke, dies sollte man immer im Hinterkopf behalten, um eine erfolgreiche Saison zu bestreiten. Ich betrete aber auch in gewisser Weise Neuland, denn bisher hatte ich nie einen Teamkollegen, mit dem ich gemeinsam ein Rennen gefahren bin. Jetzt meinen Bruder als Teamkollegen zu haben, ist natürlich toll. Ich freue mich sehr darauf."