Hanfnussöl, Hanfblätter, Hanfnüsse, Hanfnüsse geschält
Hanf versorgte als heimische Faserpflanze unsere Region mit Textilien und Seilfasern; bis Mitte des 20. Jahrhunderts n. Ch. die Produktion von Kunstfasern und der Import von Baumwolle politisch interessanter wurden. Die Argumentation, dass die Pflanze auch als Rauschmittel zu verwenden sei, machte ein Anbauverbot möglich. In fast allen Bereichen wurde Hanf daraufhin von minderwertigen Produkten ersetzt. Baumwolle, die importiert wird und mit viel Gift belastet ist, hat mit Kunstfasern, die aus Erdöl chemisch hergestellt werden, den Textil-Markt übernommen. Kunststoffe für Wohnraumdämmung, Chemikalien in der Medizin und in der Landwirtschaft zur Bodenaufbereitung und als Futtermittel haben seither unser Leben bestimmt.
Nur zum Abdichten von Wasserrohren gelang es niemandem, die hervorragenden Qualitäten der Hanffaser in Frage zu stellen. Sie dehnt sich bei Nässe aus, dichtet damit ganz hervorragend, vermodert aber nicht und wird auch nicht porös, wie es Gummidichtungen an sich haben. So blieb das verantwortungsvolle Handwerk der Installateure die Überlebensnische unseres genügsamen Grundversorgers Hanf.
Die Nachhaltigkeit dieser Pionierpflanze ist unerreicht. Durch die tief greifenden Wurzeln lockert sie verhärteten Boden. Durch intensive Beschattung hilft sie vertrockneten Böden, Feuchtigkeit besser zu erhalten. Stiele und Stängel sind Faserlieferanten für Kleidung und Dämmstoffe. Sogar die Autoindustrie sieht Vorteile in dem geringeren Gewicht bei höherer Umweltrelevanz. Blätter sind als heilende Kräuter noch nicht wieder sehr populär, Blüten noch leicht verrufen; doch ist ihre heilende Wirkung besonders als Appetitanreger bei zehrenden Krankheiten unbestritten. Samen und Öl des Hanfs sind für Haut und Hormonhaushalt neben Muttermilch die einzigen Wohltäter auf weiter Flur.
Nun wird
Hanf als Rohstoffpflanze auf der ganzen Welt wieder populär. Ein vernünftiger Gedanke, denn sie kommt ohne jedwede chemische Hilfsmittel aus. Sie ist quasi lokal anwesend und global wirksam.
Hanf erwehrt sich trotz allem der industriell-lieblosen Nutzung. Da er zweigeschlechtlich ist, die Männchen aber schneller reifen, ist eine Ernte per Maschine nicht praktikabel. Er verlangt, bei aller Hingabe, die ihm eigen ist, eine liebevolle, individuelle Behandlung. Ein echter Mitstreiter für alle Befürworter der artgerechten Haltung.
Für Klaus-Martin Meyer