Entgegen vieler Annahmen müssen Handys mit Mobilfunkverträgen nicht unbedingt preiswerter sein, als
Handys ohne Vertrag. Je nach Angebot, Erwartung und Telefonierverhalten können
Handys ohne Vertrag sogar deutlich kostengünstiger sein.
Betrachtet man nur den Handypreis an sich, so scheinen diejenigen Geräte, die an einen Mobilfunkvertrag gebunden sind, deutlich günstiger, ja manchmal sogar kostenlos zu sein. Hier lohnt sich jedoch ein zweiter, längerer Blick, denn der Kaufpreis des Handys wird stets durch die monatlichen Vertragskosten mitfinanziert. Wie sonst könnte es sich ein Mobilfunkanbieter auch erlauben, Handys in großen Mengen für einen unverhältnismäßig geringen Preis anzubieten, ohne dabei Verluste zu machen? Ist das Handy also außerordentlich günstig, kann man davon ausgehen, dass der Mobilfunkvertrag im Gegenzug entsprechend teuer wird. Je teurer das Handymodell ohne Vertragsbindung wäre, desto teurer werden auch die monatlichen Vertragskosten. So zahlt man also in der nicht selten 24 Monate betragenden Mindestvertragslaufzeit den wahren Handypreis unbemerkt zurück.
Selbstverständlich gibt es auch Mobilfunkvertäge mit Handy, die offensichtlich sehr günstige monatliche Grundgebühren haben. Oft liegen diese um 5€. Doch auch hier lohnt es sich, einen zweiten Blick zu riskieren und das Kleingedruckte zu lesen. Die gerade beschriebenen Verträge beinhalten nämlich nicht selten einen zusätzlichen Mindestumsatz.
Umso ratsamer ist also für den preisbewussten Verbraucher eine Analyse des eigenen Telefonierverhaltens. Wer mit seinem Handy nur gelegentlich telefoniert, Textmitteilungen schreibt und nicht allzu viel Wert auf die allerneusten technischen Spielereien legt, ist mit einer Prepaid- Karte sicherlich besser beraten, denn auch hier gibt es immer wieder Handyschnäppchen, sei es direkt bei den Anbietern, diversen (Elektro-) Discountern oder einem wohlbekannten Internetauktionshaus.
Roman Schwemin