Hallenbauwerke haben den Zweck, große Räume möglichst stützenfrei zu umschließen und erlauben vielfältige Nutzungen, beispielsweise als Industriehallen, Fertighallen, Lagerhallen und Gewerbehallen. Aufgrund hoher Bauhöhen und Spannweiten sowie kurzer Montagezeiten werden Hallen in der Regel mit vorgefertigten Elementen erstellt. Besonders der Beton-Fertigteilbau hat sich in den letzten Jahren verstärkt durchgesetzt, da er es ermöglicht, weitgespannte Tragwerke durch die Spannbettvorspannung kostengünstig zu verwirklichen. Zwei weitere verbreitete Hallenbauarten sind der Holzbau und der Stahlbau.
Die meisten Hallenbauten im Industrie- und Gewerbebau unterscheiden sich in ihrer äußeren Erscheinung jedoch nur geringfügig. Die maßgeblichen Unterschiede der Konstruktionen liegen in den Tragsystemen der Gebäude. Es kann zwischen fünf bedeutenden Hallensystemen unterschieden werden.
Einschiffige Hallen
Die einschiffige Halle stellt die Standardhalle dar. Um die Dachentwässerung sicherzustellen, werden solche Hallen in der Regel mit Satteldachbindern mit einem Dachgefälle von 3-5% verwendet. Besonders günstige Spannweiten stellen Weiten im Bereich von 12 bis 24m dar. Ab 30m steigen die Transportkosten der Binder stark an und Spannweiten über 40m benötigen Sonderkonstruktionen.
Zweischiffige Hallen
Im Gegensatz zur einschiffigen Halle wird die zweischiffige Halle bei größeren Grundflächen genutzt. Das Dachgefälle zur Sicherstellung der Dachentwässerung kann durch die Unterstützung der Hallenmitte mit jeweils zwei Parallelbindern im Gefälle erzeugt werden. Die Binder werden häufig auf Abfangträger aufgelagert, um größere Stützenabstände zu ermöglichen. Nach diesem Prinzip ist auch die Erstellung mehrschiffiger Hallen möglich.
Halle mit Zwischendecke
Diese Hallenart ist erforderlich, wenn beispielsweise eine Unterkellerung als Lagerfläche erforderlich ist. Die Zwischendecke wird in der Regel mit Elementplatten auf Unterzügen hergestellt. Bei der Wahl eines geeigneten Deckensystems müssen auch nichtruhende Belastungen auf die Zwischendecke, wie beispielsweise Gabelstapler-Verkehr, einkalkuliert werden.
Halle mit Kranbahn
Eine Halle mit Kranbahn ist in der Regel erforderlich, wenn schwere Lasten in oder aus der Halle transportiert werden müssen. Dies ist z.B. bei Produktionshallen der Fall. Der Laufkran bewegt sich auf Kranbahnträgern, welche seitlich auf Stützen aufgelagert sind. Hierbei muss beachtet werden, dass die Stützen sowohl vertikale als auch horizontale Lasten aus dem Kranbetrieb aufnehmen müssen.
Hohe Halle
Als hohe Hallen werden Hallenbauten bezeichnet, deren Bauhöhen 10m überschreiten. Hierbei ist mit relativ großen Verformungen am Stützkopf zu rechnen. In manchen Fällen ist eine schubfeste Dachscheibe erforderlich, um Schäden an der Fassade und im Übergang zur Dachdeckung zu vermeiden.
Um sich für den für ein Vorhaben am besten geeigneten Hallentyp zu entscheiden ist es sinnvoll sich von Hallenbau-Experten beraten zu lassen. Diese können ihre Wissen und ihre Erfahrung einbringen, um eine optimale Planung und Umsetzung eines Bauvorhabens sicherzustellen.