Antonio Abete, Karina Gauvin u. Klara Ek (c) 2012 Heider-Leporale
Braunschweig, 26. Januar 2012. Carola Heider-Leporale. Das Soli Deo Gloria BRAUNSCHWEIGfestival hatte erneut zu einer Veranstaltung der besonderen Art in das Braunschweiger Staatstheater geladen. Die 2. konzertante Händel-Oper „Deidamia" des in Deutschland einmaligen Händel-Opern-Zyklus stand auf dem Programm und bescherte dem Publikum einen wahrhaften Ohrenschmaus. Sicherlich, die konzertanten Händel-Opern sind sehr speziell und gehören nicht gerade in die Kategorie „leichte Kost", aber dennoch sind diese Aufführungen alten deutschen Kulturgutes etwas ganz Besonderes, geprägt durch den Zeitgeist der Epoche des 18. Jahrhunderts. Alle konzertanten Händel-Opern spielen in der Antike Roms und Griechenlands und die Handlungen zeichnen sich dadurch aus, dass die Personen die Anfangs das Böse verkörpern, am Ende die Wandlung zum Guten vollziehen. Auch musikalisch verlangen diese Aufführungen dem Orchester und den Sängern aufgrund der Dauer der jeweiligen Aufführungen Höchstleistungen ab.
Die Einführung in das Stück „Deidamia" wurde von der weltbekannten Schriftstellerin Donna Leon in englischer Sprache vorgetragen.Der amerikanische Dirigent Alan Curtis präsentierte zum zweiten Mal das italienische Barockorchester „Il Complesso Barocco" und auch die internationale Sängerriege war hochkarätig besetzt. An diesem Abend wurde den Besuchern im Braunschweiger Staatstheater eine musikalische Aufführung in philharmonischer Qualtät geboten. Die kanadische Sopranistin Karina Gauvin brillierte als „Deidamia" erneut, wie schon als „Guglio Cesare" im November letzten Jahres, mit ihrer unverwechselbaren und glasklaren Stimme. Das Orchester „Il Complesso Barocco", unter der Leitung Alan Curtis, spielte Händels meist fließende Musik in feinster Harmonie mit allen Sängerinnen und Sängern. Die Sopranistinnen Karina Gauvin (DEIDAMIA), Klara Ek (ACHILLE), Roberta Mameli (NEREA), Marie Claude Chappuis (ULISSE), sowie der Bariton Johannes Weisser (FENICE) und der Bass Antonio Abete (LICOMEDE) zeigten jeweils für ihren Part eine ausgezeichnete musikalische Weltklasse Leistung. Besonders erwähnenswert war jedoch auch der Auftritt der Schweizer Mezzo-Sopranistin Marie Claude Chappius, die ihre musikalischen Darbietung als ULISSE durch exzellente Gestik unterstrich.
Auch wenn es im ersten Teil der Aufführung insgesamt ein wenig an Dynamik mangelte und man sich bei Karina Gauvin etwas mehr Augenkontakt zum Publikum gewünscht hätte, was natürlich die „schwere Kost" noch schwerer machte !, so wandelte sich die zweite Halbzeit um so mehr zum aboluten Augen- und Ohrenschmaus in kaum zu überbietender Qualität. Es gab bereits während der Vorstellung donnernden Applaus für die einzelnen Sänger, doch die gemeinsame Abschlussarie war der Höhepunkt des Ganzen. Danach gab es stehende Ovationen für alle Musiker.
Wir dürfen uns jetzt schon auf den 3. und letzten Teil der Aufführung des in Deutschland einmaligen Händel-Opern-Zyklus mit dem Stück „Ariodante", am 11. März 2012, 18 Uhr, im Staatstheater Braunschweig freuen.
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Weitere Informationen u.Kartenvorverkauf:
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Reportage: Carola Heider-Leporale
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