In der Teddysprechstunde konnten Kinder ihre Teddys zur Untersuchung bringen.
Wenn in der Kinderklinik einem schwerhörigen Teddy ein Keks aus dem Ohr entfernt wird und in der Chirurgie Porzer Bürger aus einem Körpermodell Gummibärchen herausoperieren dürfen, dann ist „Tag der offenen Tür" im Krankenhaus Porz am Rhein. Am Samstag, 06.11.2010, nutzten knapp 800 Porzer die Gelegenheit, um hinter die Kulissen der Medizin-Zentren des Hauses zu schauen.
„In diesem Jahr werden wir erstmals in der Geschichte des Krankenhauses Porz am Rhein mehr als 20.000 stationäre Patienten behandeln", sagte der Ärztliche Direktor Prof. Dr. med. Dieter Beyer vor dem Förderverein des Krankenhauses; der Verein hatte den „Tag der offenen Tür" genutzt, um sein 50jähriges Bestehen zu feiern. Hinzu, so Prof. Beyer, kommen ca. 45.000 Menschen, die im Haus pro Jahr ambulant versorgt werden. Der Ärztliche Direktor wies auf die besondere Verpflichtung des Krankenhauses für den Stadtteil Porz hin, merkte jedoch auch an, dass nur jeder zweite stationäre Patient unmittelbar aus Porz stammt. „Das bedeutet, dass die Hälfte der Patienten einen langen Weg auf sich nimmt, um in unser Haus zu kommen", so der Mediziner. Dies zeige, welch guten Ruf die Zentren im Haus weit über die Grenzen von Porz hinaus genießen. Das Haus, das bei seiner Gründung Europas modernstes Krankenhaus war, habe dem Förderverein über die Jahre viel zu verdanken und wäre ohne ihn nicht, was es heute ist. In der Festrede würdigte der Kölner Notar Konrad Adenauer vor dem Förderverein die Spendenbereitschaft der Bürger und maß ihnen eine tragende Bedeutung bei der Bewältigung entscheidender Herausforderungen des sozialen Zusammenlebens zu.
Parallel zum Festakt bekamen die Besucher des Tages der offenen Tür an zahlreichen Info- und Aktionsständen Einblicke ins Krankenhausleben. Der Hygienedienst des Krankenhauses hatte im Untergeschoss die Besucher dazu aufgerufen, sich die Hände unter UV-Licht zu desinfizieren. Zur Überraschung vieler Teilnehmer zeigte sich im bläulichen Licht, dass immer noch einige Stellen an den Fingern ohne Schutz waren. Der Hygienedienst machte die Porzer Bürger darauf aufmerksam, dass die Hände gerade in der nahenden Erkältungszeit sorgfältig gereinigt werden sollten.
Die Kinderklinik hatte für die jüngsten Besucher eine Teddybären-Sprechstunde eingerichtet. Teddy-Ärztin Kristina Hörlein horchte die Stofftiere ab, verband gebrochene Bärenfüße und gab den kuscheligen Patienten Medizin – Kekse und Süßes, die letztlich dann aber doch bei den Kindern landeten. „Mit unserer Teddysprechstunde wollen wir natürlich vor allem den Kindern die Angst vor Untersuchungen und einem Krankenhaus nehmen", sagt Hörlein. Medizinisch eng verflochten mit der Kinderklinik ist am Krankenhaus Porz die Frauenklinik mit der Geburtshilfe und ihrem Perinatalen Schwerpunkt. D. h. es können Kinder ab 1.500 g bzw. ab der 32. Schwangerschaftswoche in Porz entbunden und versorgt werden.
Die Herzspezialisten boten Führungen durch die neuen Behandlungsräume der Kardiologie (Herzkatheterlabore) an, bei den Gefäßchirurgen konnten die Besucher ihre Halsschlagader und Bauchaorta kostenlos untersuchen lassen. In der Radiologie standen CT und MRT zur Besichtigung offen. Im an das Krankenhaus angeschlossenen Gesundheitszentrum lockte neben einem Gesundheitscheck, Bewegungs- und Entspannungsangeboten und einer Kunstaustellung auch Profi-Koch Hartmut Heinz vom „Feilenhof Porz" mit einem Schaukochen die Besucher.
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Krankenhaus Porz am Rhein
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Das Krankenhaus Porz am Rhein verdankt seine Entstehung den langjährigen Bemühungen des Rates der Stadt Porz und der Porzer Bürgerschaft. Wesentlicher Beweggrund für die Bemühungen um die Errichtung eines Krankenhauses war die starke Zunahme der Wohnbevölkerung in Porz, so dass auch in der Porzer Bevölkerung Initiativen für die Krankenhauserrichtung entstanden. Diese Initiative führten am 20.12.1959 zur Gründung des Krankenhaus-Förder-Vereins.
M. Raschke