Geranien (Pelargonium) gelten zwar als pflegeleicht, können aber auf dauerhaft nasses Substrat mit W
Als Zimmerpflanzen werden Gewächse bezeichnet, die sich für die ganzjährige Kultur in geschlossenen Räumen eignen. In der Regel erfolgt das in einem Blumentopf oder Kübel.
Es sind aber auch Pflanzen zu erhalten, die man aufgebunden, z. B. auf einen Ast, eine Unterlage aus Kork oder in einem Pflanzenkörbchen pflegen kann. Diese Arten wachsen in ihrem natürlichen Lebensraum in der Regel epiphytisch, als sog. Aufsitzerpflanzen auf Bäumen. Hierzu zählen viele Orchideen- oder Bromelienarten, aber auch einige Farne.
Die Grundlage für das richtige Gießen von Zimmerpflanzen ist, die Bedürfnisse der jeweiligen Art zu kennen. So stellen Pflanzen aus eher trockenen Regionen andere Ansprüche an die Beschaffenheit und Feuchtigkeit der Erde, als die Bewohner des tropischen Regenwalds oder die oben erwähnten Epiphyten.
Pauschale Aussagen zum Gießen von Zimmerpflanzen lassen sich also nicht treffen. Das einmalige Wässern pro Woche kann für einen Kaktus zuviel und für eine Orchidee zuwenig sein. Am Besten man informiert sich vor oder kurz nach dem Kauf über die individuellen Ansprüche seines Neuzugangs. Das kann man hier machen.
Wie oft gegossen werden muss, richtet sich neben den individuellen Bedürfnissen der Pflanze nach verschiedenen Faktoren, wie der Temperatur, der Größe des Topfs oder der Beschaffenheit des Substrats. Während der heißen Sommertage ist der Wasserverbrauch entsprechend höher, zudem verdunstet die in der Erde gespeicherte Flüssigkeit schneller. Vor allem am Südfenster oder auf dem sonnigen Balkon platzierte Pflanzen können so rasch austrocknen und ihre Triebe hängenlassen. Haben die Wurzeln den Topfballen gut durchdrungen, beschleunigt das ebenfalls das Austrocknen des Substrats.
Bei besonders lichthungrigen Pflanzen kann es sinnvoll sein, die Wassergaben während des Winters zu reduzieren, sodass sie ihr Wachstum einstellen. Damit lässt sich der sog. Geilwuchs, also lange und dünne Triebe mit kleinen Blättern vermeiden. Das gilt übrigens auch für manche Orchideenarten, die nur zur blühen beginnen, wenn sie für einige Wochen etwas kühler standen und weniger gegossen wurden. Ist die Erde an der Obefläche bereits trocken, kann weiter unten im Topf noch gengügend Feuchtigkeit zur Verfügung stehen.
Ob gegossen werden muss, lässt sich am Gewicht des Topfs erkennen, wenn man ihn anhebt. Feuchte Erde ist schwerer als trockene. Viele Zimmerpflanzen vertragen eine kurze Trockenperiode besser, als dauerhaft nasse Füße. Sie können sich, selbst wenn dadurch ein paar Blätter vertrocknen, wieder erholen. Hat man hingegen zuviel gegossen, können die Wurzeln verfaulen.
Frank Ensinger