Euro-Kater Griechenland
Nachdem so langsam das gesamte Ausmaß der Verschuldung Griechenlands ans Tageslicht kommt, ist nicht nur Griechenland selbst ratlos. Griechenland hat 300 Mrd. Euro an Schulden angehäuft. Und der Berg wächst ungebremst weiter. Auch die EU ist sich nicht einig, ob und in welchem Maß geholfen werden kann.Richtlinien diesbezüglich sind eigentlich eindeutig in den EU-Verträgen festgehalten. Demnach sind jedwede Hilfen oder bilaterale Unterstützungsmaßnahmen nicht mit den Verträgen zu vereinbaren. Griechenland hat sich selbst durch Bilanztricksereien, an denen auch große Finanzinstitute wie z.B. die Goldman Sachs Bank mehrere hundert Millionen Euro verdienten, an den Rand des Abgrundes manövriert. Jetzt, wo Griechenland nicht mehr vor noch zurück weiß, soll die EU einspringen.
Doch nicht wenige Ökonomen in der EU wiegeln ab. Wenn man Griechenland hilft, könnte das einen Stein ins Rollen bringen, der nicht mehr aufzuhalten ist. Welches Land wird danach finanzielle Hilfen fordern: Portugal, Spanien oder gar Italien?
Griechenland hat die Regeln der EU und des Euro-Paktes wissentlich hintergangen und damit ganz Europa getäuscht. Die Folgen sind jedoch nicht auf Griechenland beschränkt. Die EU und die Euro-Währung insgesamt stehen auf dem Spiel. Die Stimmen, die Griechenland aus der Euro-Währung ausschließen wollen, werden lauter.
Folgerichtig wäre es, denn ein Euro-Raum, deren Regeln von jedem Staat anders interpretiert werden, wird in sich zusammenbrechen. Dekabank-Chefvolkswirt KATER sagt, dass „das Schicksal einer Währungsunion sich daran entscheidet, ob die Teilnehmer ein gemeinsames Verständnis von Regeln des Währungsverbundes entwickeln und umsetzen können."
Im Land des Odysseus ist bezüglich Sparmaßnahmen noch viel Luft: Anhebung des Rentenalters, Mehrwert-, Tabak-, Alkoholsteueranhebung und vieles mehr. Nicht sehr populäre Maßnahmen. Doch entscheidend wird sein, das griechische Steuersystem insgesamt ans Laufen zu bringen. Es gibt noch zu viele Schwarze Schafe, die sich erfolgreich um Steuerzahlungen drücken. Würde man das in den Griff bekommen und die Selbstständigen (Ärzte, Juristen, Bauunternehmer und die große Masse an Kleinunternehmern) in die nötige Pflicht nähme, sähen die Bilanzen in Griechenland ganz anders aus. Die Zufriedenheit der griechischen Bevölkerung wurde zulange zu Lasten der EU-Bevölkerungen finanziert. Aber Griechenland ist mit seinem "Schwarzsystem" an Steuerhinterziehern in Europa nicht alleine. Auch in Italien ist das BSP weitaus höher, als offiziell verlautbart wird.
Vorschnelle Hilfe würde daher einen reinigenden Prozess in Griechenland selbst abwürgen. Warum also die sofortige verbale Unterstützung seitens der Kanzlerin Merkel und des Ministers Schäuble? Die Deutsche Bank hat schon abgewinkt. "Wir sind nicht im besonderen Maße dort engagiert". Wieder geraten die Landesbanken in Verdacht. Wenn sich das bewahrheitet, so wird der deutsche Steuerzahler, wie immer es ausgeht, mal wieder zur Kasse gebeten werden.
Frentzel