Google Street View
Im November dieses Jahres will der Anbieter von Suchmaschine, Google, mit „Street View" für die Bundesrepublik beginnen. So kann man sich Straßen in deutschen Städten einfach und kostenlos mithilfe des Internets ansehen. Gegen dieses Vorgehen gibt es bereits großen Protest.
Es hat eine Diskussion darüber entfacht, wie publik Privatinformation und Bilder im Netz sein dürfen. Nach dem Siegeszug des Onlineglobus „Google Earth" und „Google Maps" die es ermöglichen, im Netz für beinahe jeden Ort auf der Welt Kartenteile mit weiteren Informationen zu erhalten, wollte man wie gewohnt weitermachen.
Der Konzern dachte darüber nach, wie er das Angebot noch erweitern könnte, nachdem es hier schon Satellitenfotos gibt. Der Gedanke war, die Realität mithilfe von Panoramafotos auf der Erde noch besser und exakter abzubilden.
Das Projekt bekam den Namen Street View. Vor drei Jahren begann Google mit Bildern aus den amerikanischen Metropolen San Francisco, Las Vegas, Denver, Miami und New York. Nach dem ersten Erfolg des Vorhabens machte man mit weiteren Städten in den USA weiter. 2008 machte man außerhalb der USA mit „Straßenfotos" aus Frankreich und Italien an der Strecke der Tour de France weiter.
Das ambitionierte Ziel von Google ist es, Straßenansichten auf der ganzen Welt mit Street View zu etablieren. Das Datum für dieses Vorhaben ist noch nicht bekannt aber eins ist sicher: Am Ende gibt es die aktuellen, virtuellen Bilder der Städte rund um den Globus. Für den Nutzer auf der Erde ist dieses Ziel kostenfrei, doch dahinter stecken konkrete ökonomische Gedankengänge.
Wenn die Bilder erst mal da sind, dann lässt sich Google für das Einblenden von zusätzlichen Infos wie zum Beispiel Restaurants oder Hotels bezahlen. Nach dem Google Konzept möchte man die Internetnutzer erst einmal mit dem Angebot verknüpfen und so eine Plattform etablieren, die für bezahlte Werbung von Interesse ist. Bei „Google Maps" ist es bereits möglich, in den Kartenabschnitt hinein zu zoomen.
Wenn man den größten Zoomfaktor ausgewählt hat, dann werden automatisch die Ansichten von Street View gezeigt, wenn sie denn da sind. Außerdem gibt es noch ein kleines stilisierten Männchen, den Pegman. Wenn man diesen mit der Maus über einen Ort zieht, so kann man die Bilder von Street-View sehen. Der Konzern akzeptiert keine Bilder, die Privatpersonen gemacht haben. Er lässt selbst Autos durch die Städte düsen, auf denen ein 2,5 Meter hoher Mast angebracht ist.
Hieran wiederum befinden sich neun Kameras, die einen Rundumblick erlauben. Zudem haben die Autos GPS-Sensoren, damit sie den Standpunkt der Aufnahmen verzeichnen können. Zudem gibt es noch Laserabstandsmesser, mit denen man die Entfernung von Gebäuden zum Auto ermitteln kann. Wo es die Autos nicht gibt, gibt es dreirädrige Motorräder.
Schon 2008 präsentierte Google eine Software, die bei Straßenaufnahmen aus Manhattan die Gesichter unkenntlich machte. Daran kann man sehen, dass der Konzern das Problem bereits kennt. Besonders nach Protesten in den Vereinigten Staaten. Allerdings gesteht man ein, dass der Protest in Deutschland am Stärksten sei.
Der Konzern gibt zwar keine Informationen zu den Einsprüchen in Deutschland, eine Sprecherin von Google rechnete aber mit einer fünfstelligen Zahl. Nach den Angaben des Ministeriums für Verbraucherschutz kämen bis zum Jahresende über 200.000 Einsprüche zusammen. Gesichter und Kennzeichen werden automatisch unkenntlich gemacht.
Seit letztem Jahr hat man außerdem die Möglichkeit via Brief oder Mail gegen die geplanten Veröffentlichungen von Gebäuden oder Anwesen, Personen und Autos etwa zu unternehmen. Bei einem Mietshaus sei es ausreichend, wenn schon ein Mieter gegen die Veröffentlichung ist. Anwohner der Städte, in denen Street View im November anfängt, haben dann die Möglichkeit, eine neue Mitteilung auf der Street View Webseite zu nutzen.
Wer bis zum September Einspruch einlegen will, der findet noch vor dem Start im November Berücksichtigung. Dann soll es Bilder aus den 20 größten Städten in Deutschland, unter anderem Düsseldorf, Duisburg, Köln und Wuppertal geben. Auch danach ist es noch möglich, gegen die Veröffentlichung einzuschreiten.
Lena Koch