Chrome OS
Sundar Pichai, Googles Projektleiter für das Betriebssystem Chrome, gab am Mittwoch bekannt, dass das Unternehmen eine Veröffentlichung des Betriebssystems im späten Herbst anpeilt. Die Veröffentlichung wird dabei mit keinem geringeren Ziel getätigt, als dem Rivalen Microsoft den Markt streitig zu machen. Microsofts Windows läuft derzeit auf etwa 90 Prozent aller PCs.
Chrome OS ist in erster Linie auf leistungsschwache Rechner, wie zum Beispiel Netbooks, ausgerichtet. Es basiert dabei auf einen Linux-Kern, der in der Verbindung mit Googles eigenem Browser Chrome die Basis für das Betriebssystem bildet. Das System bietet im Gegensatz zu den anderen gängigen Betriebssystemen weniger Funktionen, die direkt bereitgestellt werden. Die Nutzung von Webanwendungen soll stattdessen mehr und mehr gefördert werden. Die Auslagerung der klassischen Anwendungen auf das Internet benötigt zudem weniger Ressourcen auf dem System.
Beispiele für solche Webanwendungen stellt Googles Text & Tabellen dar. Mit dieser Anwendung werden die klassischen Office-Arbeiten ins Internet ausgelagert. Dies erhöht besonders die Verfügbarkeit der Daten, da diese nicht auf der Festplatte des eigenen PCs abgelegt werden, sondern im Internet. Kritiker sehen besonders in der Datensicherheit solcher Cloud-Computing-Dienste ein Problem. Besonders sensible Daten sollten nicht über Internetdienste verwaltet werden.
Eine weitere Eigenschaft, die Chrome OS für Benutzer von Nettops und leistungsschwachen Notebooks interessant machen könnte, ist die kurze Startzeit des Betriebssystems. Die Entwickler peilen mit Chrome OS eine Bootzeit von sieben Sekunden an. Diese geringe Zeit gibt dem Betriebssystem einen großen Vorteil gegenüber anderen, dessen Zeit für den kompletten Bootvorgang derzeit deutlich über sieben Sekunde liegt.
Um das System vor schädlichen Programmen zu schützen, verwenden die Entwickler verschiedene Strategien. Zum einen ist es nicht gestattet eigene Software zu installieren, zum anderen setzt Google verschiedene Maßnahmen ein um böswillige Angreifer aus dem Internet abzuwehren.
Zusammenfassend kann man bei der Veröffentlichung im späten Herbst mit einem für Netbooks ausgerichteten Betriebssystem rechnen, das besonders durch Schnelligkeit glänzt und für Anwender geeignet ist, die der Nutzung von webbasierenden Anwendungen nicht abgeneigt sind.
Arndt Lohfeld schreibt seit einiger Zeit Artikel über aktuelle Themen. Außerdem bietet er Grillfreunden mit seinem neuen Projekt eine Kaufberatung zum Thema elektrischer Grillanzünder an.