Google hat eine relativ neue Funktion, die sich "Search Suggestions" nennt. Die Search Suggestions gehören zu den Funktionen von Google, mithilfe derer sich die beliebteste Suchmaschine immer unverzichtbarer und andere Webseiten immer verzichtbarer machen will. So werden seit einiger Zeit auch Fussballergebnisse oder die Wettervorhersage für den eigenen Ort direkt in Google angezeigt. Mithilfe von Search Suggestions kann so man seit einigen Monaten bei Google selbst, ohne die Google-Webseite verlassen zu müssen, herausfinden, wie sich ein häufig falsch geschriebens Wort wie "
Rhythmus" richtig schreibt. Dazu gibt man das entsprechende Wort bei Google in den Suchschlitz ein, zum Beispiel die falsch geschriebene Version "
Rythmus". Nun zeigt Google in den Suchvorschlägen darunter die richtig geschriebene Version "
Rhythmus" an. So erfährt man schnell und einfach die richtige Schreibweise und muss kein Lektorat oder den Duden bemühen. Doch kann man sich immer auf die Vorschläge von Google verlassen? Google schlägt immer die Schreibweisen vor, die am häufigsten bei google selbst vorkommen. Dies führt zu gefährlichen Fallstricken, denn manchmal ist die am häufigsten vorkommende Version eines Wortes bei Google nicht die richtige. Ein Beispiel hierfür ist "Yin und Yang". Dies wir meist falsch "Ying und Yang" geschrieben.
Ein Blick auf die Google-Ergebnisse zeigt dies auch eindrucksvoll auf: Für "
Yin und Yang" findet Google 1,85 Millionen Ergebnisse, für die korrekte Version "Yin und Yang" hingegen erhält man lediglich 88.000 Ergebnisse. Es gibt noch sehr viel mehr Beispiele dieser Art, bei der die falsch geschriebene Version mehr oder fast gleichviel Ergebnisse bei Google hat."
Yin und Yang" stellt nur die Spitze des bekannten Eisberges dar. Und je größer die Differenz zwischen den einzelnen Schreibweisen ist, mit desto größerer Wahrscheinlichkeit übernehmen viele Menschen diese Schreibweise in ihren eigenen Schreibstil.Und je mehr Menschen diese falsche Verison in ihren eigenen Schreibstil übernehmen, desto größer wird wiederum die Differenz der bei Google auffindbaren Ergebnisse.Was wieder mehrere Menschen dazu bringt, die falsche Version zu verwenden. Dies ist praktische eine Endlosschleife, die fast nicht zu stoppen ist. Ein kurzer Blick in den Duden hätte hier jedoch genügt.
Man sieht also, dass man sich nicht immer auf die Rechtschreibvorschläge von Google verlassen kann und ein kurzer Blick auf eine Webseite wie
www.duden.de oder
www.lektor.at helfen kann, die richtige Schreibweise ebenfalls schnell und einfach herauszufinden. Und zudem macht man sich so nicht von der gigantischen Suchmaschine Google abhängig. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass man vor 15 Google noch nicht hatte und auch damals haben die Menschen schnell und einfach die richtige Schreibweise eines Wortes herausgefunden - auf "
analoge" Art und Weise, das bedeutet durch einen Blick in den Duden oder durch das Fragen von Freunden oder Bekannten. Probieren Sie diese Art der "nostalgischen" Ermittlung des richtigen Wortes doch auch einfach mal aus!
Oliver Krumes